Minusgrade am Wochenende
Wie Frankfurt Obdachlose vor dem Erfrieren schützen will
09.01.2026 – 12:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Obdachloser in der Frankfurter Innenstadt (Archivbild): Die Eiseskälte ist lebensgefährlich – daher sind am Wochenende mehr Helfer unterwegs. (Quelle: Arne Dedert/dpa/dpa)
Wer bei Minusgraden draußen schläft, ist in Lebensgefahr. In Frankfurt geht aber nicht jeder Obdachlose in eine Unterkunft. Daher wird ein Hilfsangebot aufgestockt.
Am Wochenende stehen in Frankfurt wieder eisige Wetterbedingungen bevor. Draußen zu übernachten, ist für Obdachlose lebensgefährlich. Daher setzt die Stadt in den Nächten von Samstag auf Sonntag sowie von Sonntag auf Montag einen zusätzlichen Kältebus ein, wie ein Sprecher des Sozialdezernats der Frankfurter t-online-Redaktion sagte.
Die Kältebusse sollen verhindern, dass ein Mensch auf den Straßen erfriert. Sie sind in den Nächten zwischen 21.30 und 5 Uhr unterwegs. Und bieten den Menschen an, sie in eine Unterkunft zu bringen. Die Helfer verteilen Decken, Schlafsäcke und warmen Tee an. In der Regel ist in Frankfurt ein Kältebus im Einsatz – in den anstehenden Nächten werden es zwei sein.
Grundsätzlich gebe es in der Stadt zwar genügend Unterkünfte, sodass niemand auf der Straße schlafen müsse. Neben Notunterkünften und dem Kältebus gibt es in Frankfurt mehr als ein Dutzend Tagesaufenthalte für Hilfebedürftige. In der Notübernachtungsstelle an der U-Bahn-Haltestelle Eschenheimer Tor gibt es etwa mehr als 200 Schlafplätze.
Diese Angebote nimmt aber nicht jeder der knapp 300 Obdachlosen in der Stadt an, sagte der Sprecher. So schlafen etwa im Bahnhofsviertel Menschen draußen. Das hat unterschiedliche Gründe: Manch einer möchte wegen Sicherheitsbedenken nicht in den Unterkünften schlafen. Anderen sei es wiederum wegen psychischer Probleme oder Drogenabhängigkeit nicht möglich.
Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) hatte bereits dazu aufgerufen, Hilfe zu rufen, wenn man in den kalten Nächten jemanden draußen übernachten sieht. Der Kältebus ist telefonisch zu erreichen unter der Nummer 069/43 14 14. In Notlagen kann man auch die die Notrufnummer 112 wählen, oder die städtische Hotline 069/212-70070 für soziale Notlagen. Die Hotline ist rund um die Uhr besetzt.
