Der Schock steckt auch in Hamburg tief. Die Fußball-Legende des HSV, Kevin Keegan (74), ist an Magenkrebs erkrankt. Der ehemalige Superstar wurde aufgrund von Bauchbeschwerden in eine Klinik eingeliefert. Dort wurde der Krebs diagnostiziert. Keegan, der 1977 vom frischgebackenen Europacupsieger Liverpool an die Elbe wechselte, kostete damals eine Top-Ablöse von 2,3 Mio. Mark (umgerechnet ca. 1,15 Mio. Euro).
Gut angelegtes Geld. Keegan verzauberte nicht nur die HSV-Fans, sondern viele Zuschauer in der Bundesliga mit seiner Technik, seinem Tordrang und seinem Einsatzwillen. Sportlich küsste er den HSV endgültig wach. Hamburg wurde nach 19 Jahren Pause 1979 wieder Deutscher Meister und stand ein Jahr später im Finale der Landesmeister (0:1 gegen Nottingham Forest).

Kevin Keegan (74) ist stets ein gern gesehener Gast in Hamburg und beim HSV
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Jetzt bangen nicht nur die HSV-Fans, sondern natürlich auch seine früheren Mitspieler um Keegan. Der ehemalige Mittelstürmer Horst Hrubesch (74): „Ich liebe diesen Menschen. Er gehört zu meinen Vorbildern. Ich hoffe, dass er bald wieder auf dem Damm ist. Wenn es ihm besser geht, werde ich ihn in England besuchen. Ich bin ihm heute noch dankbar, dass er mich Neuling beim HSV 1978 eingeführt hat und mir den Weg ebnete. Kevin ist ein wunderbarer Mensch.“
12 Jahre hatte Magath einen Keegan zur Untermiete
Ex-HSV-Spielmacher Felix Magath (72) hatte noch lange Zeit eine besondere Erinnerung an Keegan in den eigenen vier Wänden. „Kevin besaß damals zwei Bobtails. Einen Welpen dieser Hunde gab er mir damals. Somit hatten wir zwölf Jahre einen ‚Keegan‘ bei uns daheim.“ Magath ist überzeugt, dass sein Ex-Kollege bald wieder gesund wird. „Kev war als Spieler stets ein Kämpfer. Er hat sich auf dem Platz immer fürs Team reingehauen. Das wird er jetzt auch tun. Ich wünsche ihm viel Kraft.“
Einer seiner engsten Freunde beim HSV war Bernd Wehmeyer (73). Der frühere Linksverteidiger, zuletzt Vizepräsident des Vereins, weiß: „Kevin hat eine besondere Beziehung zu Hamburg. Als es dem Verein schlecht ging, kam er direkt, um zu helfen, und vereinbarte Freundschaftsspiele mit ManCity und Fulham, die er damals trainierte. Ich bin überzeugt, dass er den Krebs besiegen wird. Weil er stets positiv ist.“