Sturm Goretti fegte am Freitag über Nordeuropa, ließ Hunderttausende ohne Strom zurück und brachte den Schienen- und Flugverkehr zum Erliegen, während heftige Winde und starker Schneefall eine ohnehin schon brutale Winterwoche verschärften.
Frankreich gehörte zu den am stärksten betroffenen, mit etwa 380.000 Haushalten, die den Strom verloren, hauptsächlich in der Normandie und der Bretagne. Die Winde überstiegen in Teilen des Nordwestens 150 km/h, was den Bahnbetreiber SNCF zwang, den Betrieb zwischen Paris und der Küste einzustellen. Der Sturm hat außerdem eine Hochspannungsleitung für das Kernkraftwerk Flamanville lahmgelegt und zwei Reaktoren vorübergehend außer Betrieb genommen.
In Großbritannien verloren Zehntausende von Haushalten über Nacht den Strom, besonders in Schottland und Zentralengland. Bahnbetreiber rieten den Fahrgästen, nicht zu reisen, Schulen schlossen in mehreren Regionen, und Einsatzkräfte reagierten auf umgestürzte Bäume und beschädigte Gebäude, als der Sturm nach Osten zog.
Die Störungen breiteten sich auf Deutschland und die Niederlande aus, wo Fernzüge gestoppt und Dutzende von Flügen an wichtigen Knotenpunkten wie Hamburg und dem Flughafen Schiphol in Amsterdam gestrichen wurden. Beamte in Deutschland beschrieben die Bedingungen als einige der schwersten Winterwetterereignisse seit Jahren.
Weiter südlich und östlich waren die Auswirkungen des Sturms in Mittel- und Südosteuropa spürbar: Autofahrer blieben durch Schnee, gemeldete Überschwemmungen in Albanien und starke Winde, die Gebäude in der Türkei beschädigten, gestrandet – was die Breite und Intensität von Gorettis Wirkung auf dem Kontinent unterstrich.