Aus deutscher Sicht dagegen zu sein, verbietet sich aus gesamtwirtschaftlichen Gründen. Dass Kostenpflichtiger Inhalt Landwirte unter dem Mercosur-Abkommen leiden könnten, weil die südamerikanische Konkurrenz in Europa teils günstiger werden wird, ist ein hinzunehmender Kollateralschaden. Denn die Aussicht auf bessere Geschäfte deutscher Unternehmen im aufstrebenden Süden Amerikas wiegt weit mehr als mögliche Nachteile für die heimische Agrarwirtschaft, die ohnehin nur zwei Prozent zur Wertschöpfung beiträgt.
Um Skeptiker zu überzeugen, hatte die EU-Kommission zudem Extra-Schutzmaßnahmen eingeführt, die eine Aussetzung von südamerikanischen Importen bestimmter Agrarerzeugnisse ermöglichen können. Auch sollen die Importkontrollen verschärft und ein Krisenfonds eingerichtet werden. Zumindest Italien haben diese Zugeständnisse am Ende überzeugt: Ohne den Kurswechsel Roms vom „Nein“ zum „Ja“ wäre Mercosur wohl endgültig gescheitert. So aber konnte die EU eine Hiobsbotschaft für die Wirtschaft, einen Affront gegenüber Südamerika gerade noch verhindern.