Das Auto des Jahres 2026 ist der Mercedes-Benz CLA. Das als Elektriker und Hybrid angebotene Modell wurde am Freitag während einer Gala auf der Automesse in Brüssel vor rund 350 Zuschauern als Sieger bekannt gegeben. Auf Platz zwei kam der Skoda Elroq, das Podium vervollständigt der Kia EV 4.
Der Mercedes hat bemerkenswerten Vorsprung vor dem Rest des Feldes. Er erhielt 320 Stimmen, sage und schreibe 100 mehr als der Zweitplatzierte. Deutsche Hersteller tun sich vor allem wegen ihrer hohen Preise traditionell schwer. Mercedes hatte zuletzt vor 52 Jahren gewonnen. Die Jury hebt insbesondere den Technologiesprung und das Fahrverhalten hervor, über das Design hingegen gehen die Meinungen auseinander.
Wird seit 1964 vergeben
Der Preis mit dem englischen Originaltitel „Car of the year“ gilt als begehrtester der Branche. Die Auszeichnung wird seit 1964 vergeben und hat sich nie aus der Bahn werfen lassen. Wohl aber sind die Umstände nach der Corona-Pandemie andere geworden. Der traditionell im März abgehalten Genfer Salon findet nicht mehr statt, mit dem langjährigen und geschätzten Partner ist den wählenden Journalisten ihr angestammter Platz zur Preisverleihung abhandengekommen. Sofort hat sich die Messe Brüssel als Bühne angeboten, und so kommt es, dass die Auszeichnung nun schon im Januar und zum wiederholten Mal an diesem Ort vergeben wird.
So sehen Sieger aus.Appel
Zur Wahl standen in diesem Jahr 35 Kandidaten, das beweist die Umtriebigkeit der Branche. Allerdings kein BMW, kein Porsche, kein Volkswagen. In alphabetischer Reihenfolge waren im Finale nominiert: Citroën C5 Aircross, Dacia Bigster, Fiat Grande Panda, Kia EV4, Mercedes-Benz CLA, Renault 4, Škoda Elroq.
Erfahren und unabhängig
Über die Beweggründe lässt sich nur spekulieren, die Wahl zur Shortlist ist geheim. Erst die Kür zum Auto des Jahres wird öffentlich gemacht, jeder Juror schreibt seine Bewertung auf, zu sehen auf der Homepage der Organisation.
Die Juroren sind erfahren und unabhängig. Sie haben sich der Freude am Fortschritt und der individuellen Mobilität verschrieben, man könnte auch sagen: einfach der Freude an guten Autos. Der Preis lässt sich aus der Branche heraus nicht beeinflussen, es gibt keine Sponsoren aus der Industrie. Die Kosten trägt die von teilnehmenden Medien getragene Organisation selbst. Im Fokus steht der Verbraucher, für ihn soll das Qualitätsurteil sein. Die Kriterien sind streng. Jedes Jurymitglied muss persönlich jedes Auto gefahren haben, welches es beurteilen möchte. Damit wird sichergestellt, dass die Eindrücke authentisch sind. Wegen der Transparenz und der professionellen Jury gilt der Titel als besonders erstrebenswert. Es gibt nur einen Sieger, keine Unterkategorien.
Leser und Juroren sind sich einig
Die Redaktion Technik und Motor begleitet traditionell die Wahl, der Autor dieser Zeilen ist Mitglied der Jury.
Wie in den Vorjahren haben wir wieder unsere Leser auf FAZ.NET abstimmen lassen:
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Ginge es nach ihnen, wäre der Mercedes ebenfalls Auto des Jahres 2026 geworden. Er hat die Leserwahl, während der rund 4000 Stimmen abgegeben wurden, mit 38 Prozent, also mit spürbarem Abstand, gewonnen. Auf Platz zwei und drei folgten Skoda Elroq und Renault 4.
Das waren die sieben Finalisten:
Citroen C5 AircrossCitroen
Dacia BigsterDacia
Fiat Grande PandaFiat
Kia EV 4Kia
Mercedes-Benz CLAMercedes-Benz AG
Renault 4Renault
Skoda ElroqSkoda