Borussia Mönchengladbach startet am Sonntag (15:30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg in das Pflichtspieljahr 2026. Trainer Eugen Polanski hat dabei personelle Optionen und macht klare Ansagen an seine Mannschaft.
Die Weihnachtspause ist vorbei, das Kick-off-Wochenende in Belek sowie die ersten Trainingseinheiten im winterlichen Mönchengladbach ebenso. Nun steht der komprimierte Pflichtspielauftakt ins neue Jahr auf dem Programm. Am Sonntag kommt der FC Augsburg in den Borussia-Park, dann geht es schon am Mittwoch mit dem Auswärtsspiel in Hoffenheim weiter, was gleichzeitig der letzte Hinrundenspieltag ist. Und am nächsten Samstag startet die Rückrunde im Hamburger Volksparkstadion.
Eine englische Woche gleich zum Auftakt ist nicht jedermanns Sache, doch Eugen Polanski wischte bei der Pressekonferenz am Freitag diesbezügliche Negativgedanken kurzerhand vom Tisch. Der Coach sieht es positiv, dass es direkt in die Vollen geht und will erst gar nicht damit anfangen, über die Belastung zu klagen. Tatsächlich sollte der Gladbacher Kader problemlos in der Lage sein, diese englische Woche zu überstehen. Zumal außer Robin Hack, Tim Kleindienst, Nathan Ngoumou und dem erkrankten Tiago Pereira-Cardoso alle Spieler zur Verfügung stehen. Polanski sprach von »der Qual der Wahl«.
Mohyas Startelfdebüt »in der nahen Zukunft«
Bei Kleindienst und Hack verläuft die Reha wie geplant. »Es wird aber noch dauern, bis sie wieder auf dem Platz sind«, sagte Polanski. Nachdem beide Spieler nach ihrem Comeback einen Rückschlag erlitten hatten, geht man nun noch vorsichtiger zu Werke. »Wir werden nichts überstürzen«, erklärte Polanski. Dagegen ist der zuletzt angeschlagene Franck Honorat wieder voll belastbar und dürfte am Sonntag wieder in der Startelf stehen. Wie genau die Pläne des Trainerteams aussehen, blieb am Freitag offen. Auch ein mögliches Startelfdebüt von Wael Mohya ist nicht ausgeschlossen. Polanski erklärte, dass »es in der nahen Zukunft« passieren könnte – ob am Sonntag oder in den folgenden Partien der englischen Woche, bleibt offen.
Gegen Augsburg müssen die Borussen nicht nur mit Minustemperaturen klarkommen, sondern auch mit einem traditionell unangenehmen Gegner. Der FCA hat nach dem gescheiterten Experiment mit Sandro Wagner auf der Trainerbank unter Manuel Baum die alten Tugenden wiederbelebt. Polanski erwartet »intensiven Fußball mit Tiefgang«, hob aber auch die spielerische Qualität der Fuggerstädter hervor und nannte dabei explizit Rieder und Claude-Maurice – an deren Verpflichtung man in Gladbach vergeblich gearbeitet hatte.
Richtungsweisende englische Woche
Es wird also der typische FCA im Borussia-Park aufschlagen und dem müssen die Gladbacher entsprechend begegnen. »Agieren von Beginn an«, fordert Polanski. Seine Mannschaft soll auch dann aktiver im Block arbeiten, wenn man sich zurückzieht. Die Passivität, die gegen Wolfsburg die Niederlage zur Folge hatte, darf nicht wieder aufkommen. »Wir müssen auch Fußball kämpfen können«, sagte Polanski. Der Trainer hat den Spielern zum Jahresauftakt erklärt, dass man den nächsten Schritt machen und die Schwankungen innerhalb eines Spiels in den Griff bekommen muss.
»Bis auf das Spiel in Heidenheim haben wir noch nie 90 Minuten einen Gegner beherrscht«, so der Trainer. Darauf plant man hinzuarbeiten, wobei die Basis für alles eine geschlossene, konzentrierte und aggressive Arbeit gegen den Ball ist. Das wird auch gegen Augsburg der Schlüssel sein. Dass die Partie nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge von besonderer Wichtigkeit ist, versteht sich von selbst. Im Fall einer neuerlichen Pleite würde nicht nur der FCA an Borussia vorbeiziehen, sondern man würde den Abstiegsplätzen wieder gefährlich nahekommen. Diese englische Woche zu Beginn des Jahres wird für den Rest der Saison richtungsweisend sein.
von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Norbert Jansen – Fohlenfoto