Tief Elli peitscht den Schnee über Norddeutschland. In Niedersachsen fällt die Schule aus. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile Niedersachsens und Bremens die Unwetterwarnstufe Rot herausgegeben und spricht von einer erheblichen Unwetter- und Gefährdungslage. In Hamburg wurde die Basketball-Partie zwischen den Veolia Towers und den Vet-Concept Gladiators Trier vorsorglich abgesagt, weil die Last auf dem Flachdach der Arena so hoch ist!

Doch an den BBL-Standorten in Vechta und Oldenburg soll am Samstag und Sonntag gespielt werden …

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Davon sind die Verantwortlichen vom Syntainics MBC wenig begeistert. Der Pokalsieger der Vorsaison machte sich am Freitag nur unter Protest im Mannschaftsbus auf die Schlittertour von Sachsen-Anhalt zur Partie am Samstag bei den EWE Baskets Oldenburg (18.30 Uhr). In einer Mitteilung beklagen die Weißenfelser: „Dennoch zwingen Ligabüro und Spielleitung der easyCredit BBL den SYNTAINICS MBC zur gefährlichen, 430 Autobahnkilometer langen Anreise zum Auswärtsspiel des 15. Spieltages.“

BBL: Winter-Chaos: Syntainics MBC reist unter Protest nach Oldenburg!

Zuvor hatte der MBC aus Untwettergründen eine Spielverlegung beantragt. Doch um 11.18 Uhr teilt der Sportliche Leiter der Liga, Robert Wintermantel (!), dem Klub per E-Mail mit, dass dem Antrag nicht stattgegeben wurde. Begründung: „Unserer Einschätzung nach erfüllen die vorgetragenen Umstände die Voraussetzungen des Tatbestands der höheren Gewalt nicht.“ Wintermantel empfahl dem Busfahrer, entweder eine südlichere Route nach Oldenburg zu wählen oder – entgegen der langfristigen Planungen und Gepflogenheiten im Profisport – erst am Spieltag selbst anzureisen.

Foto: BILD

Auch der Gastgeber Oldenburg beharrte auf dem Spieltermin. Der MBC versuchte dennoch ein weiteres Mal, die Verantwortlichen zu überzeugen. Vergeblich! Nach weiterem Hin und Her um Paragrafen steht die Entscheidung: Die „Wölfe“ müssen anreisen.

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Der MBC verwies darum in seiner Mitteilung noch mal süffisant auf die schwierigen Straßenverhältnisse: „285 Kilometer der Wegstrecke befinden sich in dem Gebiet, für das vom Deutschen Wetterdienst die Unwetterwarnstufe Rot herausgegeben wurde.“

Ein Präzedenzfall ereignete sich im Jahr 2014: Damals wurden die Crailsheim Merlins auf der Fahrt nach Hagen vom plötzlichen Wintereinbruch überrascht und steckten auf der verschneiten Autobahn fest. Die Profis stapften damals sogar zwei Kilometer zu Fuß durch den Schnee bis zur nächsten Autobahn-Ausfahrt, um dort in Kleinbusse und PKW umzusteigen. Trotzdem kamen sie nicht in Hagen an. Das Spiel wurde schließlich mit 0:40 gewertet.