Liebe Leserinnen und Leser,
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kommen wir einmal zu dem wirklich wichtigen Thema dieser Zeit – dem Winter. Der macht diesmal seinem Namen alle Ehre und tut das, was ein Winter eben so tut: Er bringt Schnee, Frost und Sturm. Und so unseren schönen geregelten und getakteten Alltag durcheinander. Schnell ist vom Schneechaos die Rede, wenn der Weg zur Arbeit länger dauert oder man zu spät zu Terminen kommt.
Diejenigen, die sich dem „Chaos“ alle Jahre wieder entgegenstemmen, tragen orangefarbene, reflektierende Arbeitskleidung der Technischen Betriebe Solingen (TBS). Sie sitzen stundenlang bei Kälte und Dunkelheit auf Streuwagen und Schneeräumern. Oder schaufeln und fräsen Schnee von Bürgersteigen und Bushaltestellen. Das oft zu Zeiten, in denen die meisten von uns noch im warmen Bett liegen und erst später nach einer heißen Tasse Kaffee der rauen weißen Wirklichkeit vor der Haustür entgegentreten.
Die TBS haben ausreichend Streusalz im Depot gebunkert. Aber dort lagert kein zusätzliches Personal für solche extremen Situationen. Der Winterdienst muss also mit den vorhandenen Kräften auskommen. Das bedeutet Nachteinsätze, Extraschichten und Ruhepausen am gesetzlichen Minimum. Bisher hat das dank vorausschauender Planung und hohem Einsatz gut funktioniert. Trotz erheblicher Schneemassen blieb das Chaos bisher aus. Es gab keine stundenlangen Blockaden durch querstehende Fahrzeuge, die Busse fuhren zwar nicht pünktlich, aber sie fuhren.
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Wer nun denkt, die orange-weißen Retter würden in einer Woge von Dankbarkeit und Zuneigung baden, irrt. Ja, es gibt sie, die lobende Stimme, das Schulterklopfen, die kleine Anerkennung. Doch in den sogenannten Sozialen Netzwerken überwiegt wie üblich der Chor der Meckerer, Nörgler und Krakeeler. Schließlich ist die eigene Straße noch weiß und vor der eigenen Haustür ist keine TBS-Schippe weit und breit zu sehen.
Was vielleicht daran liegen könnte, dass der Schnee überall gleichzeitig fällt, die Männer der TBS aber nicht überall gleichzeitig räumen können. Ein Straßennetz von mehr als 588 Kilometern (entspricht in etwa der Strecke Solingen-Prag) erfordert Priorisierung – das müsste selbst dem größten Simpel klar sein. Die Fokussierung auf Hauptverkehrsachsen und Buslinien ist dem TBS bisher gut gelungen, auch im Vergleich zu anderen Städten. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.
Woher kommt diese Unzufriedenheit?
Warum also diese Unzufriedenheit, die sich manchmal in Unflätigkeiten entlädt? Die Antwort ist vielschichtig. Zum einen ist das Netz nicht die Wirklichkeit. In den Internetblasen tummeln sich immer wieder dieselben wenigen Trolle, die ihr Gift verspritzen. Die Mehrheit denkt und fühlt anders, auch wenn sie sich nicht äußert.
In der schützenden Anonymität des Internets lässt sich leider nicht herausfinden, wo mehr Zeit investiert wird: vor dem Bildschirm oder mit der Schippe vor dem eigenen Haus. Meckern ist halt leichter als Machen.
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Staat misstraut dem Einzelnen zutiefst
Zum anderen steigt die Anspruchshaltung gegenüber dem Staat ins Uferlose. Woran dieser nicht unschuldig ist. Denn er misstraut dem Individuum zutiefst. Daher spinnt die öffentliche Hand die Bürger in ein immer weiter wachsendes Netz aus Regelungen, Vorschriften und Sanktionen ein, in dem Engagement und jede Eigenverantwortung erstickt werden.
Bei keinem Arzneimittelchen, für das geworben wird, darf der Hinweis fehlen, dass man erst Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten soll. Ärztinnen dürfen natürlich auch gefragt werden, wie seit einiger Zeit klargestellt wird. Doch das ist wieder ein anderes Thema. Warnhinweise und Werbeverbote für zucker- oder fetthaltige Lebensmittel sind schon lange in Vorbereitung. Dabei gibt es kaum ein persönlicheres Thema als die eigene Ernährung.
Wenn die Welt zur Räuberhöhle verkommt
Wenn der Schäfer aus der Sicht seiner Schäfchen dann aber versagt – was angesichts der zunehmenden Regulierungswut des Staates unausweichlich ist –, wird das Wutgeheul entsprechend laut. Zumal sich Anstand und Empathie in unserer Welt immer weiter verabschieden, während Egoismus, Dreistigkeit und Rücksichtslosigkeit zunehmen.
Es wird ja inzwischen vorgelebt, dass sich das ruppige Brechen aller Regeln scheinbar auszahlt. Wenn die Weltmacht USA alte gemeinsame Werte schleift und sich offen zum alleinigen Recht des Stärkeren bekennt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Welt zu einer Räuberhöhle verkommt. Mit den entsprechenden Sitten und Umgangsformen.
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Ihr Stefan M. Kob, Kolumnist
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