Donald Trump hat eine Wahlmöglichkeit, die er als unumstößlich darstellt, wieder in den Vordergrund gerückt: die Kontrolle über Grönland oder das fortgesetzte amerikanische Engagement in der NATO. In einem ausführlichen Interview und wiederholten öffentlichen Äußerungen rechtfertigte er dieses Vorhaben mit einer Besitzlogik, die er für den Erfolg als entscheidend ansah, während er die Bedeutung der internationalen Normen, die dem entgegenstehen, herunterspielte. Diese offene Spannung zwischen einem territorialen Ziel und einem jahrzehntealten Verteidigungsbündnis hat in Europa, wo die Stärke der transatlantischen Verbindung nach wie vor ein Eckpfeiler der kollektiven Sicherheit ist, für Aufsehen gesorgt.
Diese Äußerungen lösten in Kopenhagen umgehend Warnungen und in anderen Hauptstädten alarmierende Meldungen aus, während die europäischen politischen Gremien den wahren Umfang dieses impliziten Ultimatums infrage stellten. Das traditionelle Vertrauen in den amerikanischen Nuklearschutzschild und die Ausrüstung der Vereinigten Staaten geriet ins Wanken, obwohl die Europäische Union (EU) zahlreiche logistische, industrielle und kapazitätsbezogene Abhängigkeiten aufweist. Dies führte zu einer Neuauflage eines alten Dilemmas, das an die Suez-Krise erinnert, und rückte die Frage der kostspieligen strategischen Autonomie mit ihren hohen operativen und politischen Risiken angesichts eines anhaltend feindseligen Russlands wieder in den Vordergrund.
Grönland oder NATO – Washington präsentiert Europa als die öffentliche Wahl zwischen Grönland und der NATO.
Ausgangspunkt war die vom amerikanischen Präsidenten formulierte Wahlmöglichkeit zwischen der Übernahme der Kontrolle über Grönland und dem Erhalt des Atlantischen Bündnisses. In seinen Reden hat er öffentlich wurden Grönland und die NATO als konkurrierende Ziele gegenübergestellt.Indem er einen transaktionsorientierten Ansatz verfolgte, lehnte er jegliche völkerrechtliche Beschränkungen ab und entschied stattdessen allein nach seinem Gewissen. Dadurch verlagerte er den Konflikt von der juristischen Ebene in einen politischen Machtkampf. Diese Verlagerung machte in den Augen der Europäer die Idee einer Auseinandersetzung glaubwürdig, in der die NATO explizit gegen ein territoriales Ziel eingesetzt würde.
Kopenhagen warnte umgehend vor einer klaren roten Linie und argumentierte, dass ein militärisches Vorgehen der USA gegen ein NATO-Mitglied den Zusammenbruch des Bündnisses in seiner seit der Nachkriegszeit bestehenden Form zur Folge hätte. In diesem Zusammenhang trug die von Washington angeführte psychologische Dimension zusätzlich zur Unsicherheit bei, da sie keine stabile Verhandlungsgrundlage bot. Die europäischen Hauptstädte hielten eine Argumentationslinie für möglich, nach der sich die US-Exekutive nicht an gemeinsame Normen gebunden fühlen würde. Die unmittelbare Folge war, Zweifel zu säen, unter anderem hinsichtlich der Vorhersehbarkeit eines US-Eingreifens im Falle einer Krise auf dem europäischen Kontinent.
Das Weiße Haus deutete unterdessen an, dass mehrere Optionen weiterhin offen seien, von einer finanziellen Entschädigung bis hin zu einem härteren Vorgehen. Offizielle Stellen erwähnten laufende Gespräche über die Bedingungen für den Erwerb der Insel. mit einer Reihe von Optionen, von der Verhandlung über den Kauf bis hin zur Androhung von Gewalt.Dieser Diskurs fiel zeitlich mit einem weiteren Signal aus Washington zusammen, der Abfolge der Ereignisse in Venezuela, die die Vorstellung eines von den Vereinigten Staaten diktierten politischen Tempos bestärkten. Zusammentreffen von externen Operationen und territorialen Bedrohungen In Europa hat dies die Wahrnehmung verstärkt, dass die amerikanische Agenda von den europäischen Prioritäten abgekoppelt ist.
In den Vereinigten Staaten ist die Frage der parlamentarischen Kontrolle in die Debatte eingegangen, da einige gewählte Amtsträger den Handlungsspielraum der Exekutive im Ausland einschränken wollen. Der Senat hat eine Initiative vorgelegt, die Maßnahmen ohne vorherige Genehmigung im Falle von Operationen im Namen der nationalen Sicherheit untersagen soll. Ziel ist die Einschränkung der präsidialen Befugnisse hinsichtlich des Einsatzes von GewaltAndere Stimmen argumentierten, der Präsident könne als Oberbefehlshaber Operationen einleiten. In Europa lösten diese Signale zusammengenommen Krisensitzungen und Bekundungen der Unterstützung für die dänische Souveränität aus. eine öffentliche Bestätigung der Unverletzlichkeit des Königreichs Dänemark und des Status Grönlands.
Die Suez-Krise verdeutlicht ein Dilemma zwischen der Anlehnung an Washington und der strategischen Autonomie.
Dieser Schock erinnerte unmittelbar an einen Präzedenzfall: die Suez-Krise von 1956, als Paris und London feststellen mussten, dass die Unterstützung der USA nicht selbstverständlich war. Die darauffolgende Ereigniskette etablierte ein Muster transatlantischer Reaktionen, gekennzeichnet durch Demütigung und anschließend gegensätzliche Entscheidungen. Großbritannien verbündete sich mit Washington, um eine Wiederholung seiner strategischen Isolation zu vermeiden, während Frankreich die Initiative zur Verteidigungsautonomie ergriff, die sich später in Form einer nationalen Abschreckung und einer spezialisierten Industriebasis manifestierte. Diese gemeinsame Entwicklung dient nun als Maßstab für die Beurteilung des Umfangs der Debatte, die durch die amerikanische Rhetorik zu Grönland neu entfacht wurde.