Es gehört zu Sachsen dazu und deswegen ist es eine besondere Herausforderung, mehr als nur eine Generationenaufgabe, dass dieses Schloss wieder aufgebaut wurde.
Christan Piwarz
Finanzminister in Sachsen
Piwarz sei froh, dass bereits zu DDR-Zeiten, 1986, mutige Entscheidungen getroffen wurden, um das zerstörte Kulturgut wieder aufzubauen. Das sei mehr als nur eine Generationenaufgabe: „Wenn wir nächstes Jahr alles fertig haben, auch den großen Schlosshof, dann ist wirklich ein Jahrhundertwerk gelungen.“
Auch der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) Bernd Ebert hob die Bedeutung des Gesamtensembles hervor. „Diese Pracht finden Sie ehrlich gesagt nicht in Berlin, nicht in München“, sagte er MDR KULTUR. Jetzt könne man auch diese historischen Räume noch einmal neu und vor allem zusammenhängend erleben, „beginnend mit der englischen Treppe – und dann den Riesensaal, die Paraderäume bis zu den Festsälen und der ‚Türckischen Cammer‘. Das ist ein Rausch auf dieser zweiten Etage, den die Besucherinnen und Besucher ab April erleben werden.“
Historische Neuinszenierung zweier Repräsentationsräume
Die Rekonstruktion bzw. Neuinszenierung der einstmals politisch bedeutsamen Räume im Stile des Historismus begann 2023: Zahlreiche Experten aus den Bereichen Denkmalpflege, Architektur, Wissenschaft und Handwerk wirkten mit. Im Propositionssaal wurde 1831 die Erste Sächsische Verfassung überreicht. Später diente der Raum als Thronsaal und Versammlungsort des Vorläufers des heutigen Sächsischen Landtages. Vom Großen Ballsaal waren nach der Zerstörung 1945 nur Außenwände und einige stark verwitterte Originalteile der inneren Wandverkleidungen und der Stuckdekoration erhalten geblieben.
„Wir haben natürlich große Mühe gehabt, die Sachen wieder zu vervollständigen, die ganzen Motive, die Ornamente, die hier sind, waren ja verloren“, sagte Schlossbaumeister Holger Krause MDR KULTUR. Möglich wurde die denkmalgerechte Rekonstruktion auf der Grundlage von Archivunterlagen: Zeichnungen und Fotos dokumentierten den historischen Umbau der Räume ab 1838 detailreich.
Neue Dauerausstellung zur sächischen Festkultur geplant
In den beiden Festsälen im Nordflügel wollen die SKD ab Frühjahr 2026 ihre neue Dauerausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“ zeigen. Marius Winzeler, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, bereitet sie vor. Zu sehen sind herausragende Objekte wie der einzige noch erhaltene barocke Kurfürstenhut, die Krönungsfigurine Augusts des Starken oder seine berühmte Sonnenmaske.
Das ist ein Rausch auf dieser zweiten Etage, den die Besucherinnen und Besucher ab April erleben werden.
Bernd Ebert
Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Die 1945 zerstörte Dresdner Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhundert wird seit 1986 wiederhergestellt. Seitdem sind dort unter anderem das Grüne Gewölbe, Kupferstich- und Münzkabinett, die ‚Türckische Cammer‘ und die königlichen Paraderäume Augusts des Starken eingerichtet worden. Erst im November 2025 wurde die Schlosskapelle nach der Restaurierung übergeben.
Mit den Festsälen ist die Gesamtrekonstruktion des Schlosse beinah abgeschlossen. Als letzte Etappen fehlen nun noch der Große Schlosshof und die Räume im Erdgeschoss des Ostflügels – die sogenannte Gotische Halle. Diese sollen 2027 eingeweiht werden.
Quellen: MDR KULTUR (Grit Krause), Sächsisches Staatsministerium der Finanzen,
Redaktionelle Bearbeitung: lm, gw