Im März ist es 150 Jahre her, dass ein paar honorige Düsseldorfer den Entschluss fassten, die katholische Kirche zu verlassen und hier eine alt-katholische Kirche zu gründen. Hintergrund für den Schritt in die Eigenständigkeit waren die Beschlüsse des Ersten Vatikanischen Konzils 1870 mit der Unfehlbarkeit des Papstes und seiner obersten Gewalt. Aus Sicht der Gründerväter waren dies Entscheidungen, die nicht mit der Bibel und der katholischen Tradition in Einklang stehen. Dabei führt der Name der Kirche Unwissende in die Irre. Denn die Alt-Katholiken sind das genaue Gegenteil von erzkonservativ: In dieser Kirche können sowohl verheiratete Männer als auch Frauen zum Priester geweiht werden, und homosexuelle Paare werden schon seit zehn Jahren getraut.