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Der erste Auftritt der Ismaninger Schäffler musste abgesagt werden. Doch dann tanzten die Burschen bis zur Bürgerversammlung perfekt.

Einst haben die Fassmacher in München den Schäfflertanz erfunden, um den Menschen während der Pest-Epidemie Freude zu machen. Seit 1928 leben auch die jungen Burschen in der Gemeinde Ismaning diese Tradition mit dem alle sieben Jahre veranstalteten Tanz. Dieses Jahr ist wieder Schäfflerjahr und traditionell startete die Gruppe am Dreikönigstag.

Wochenlang übten die Ismaninger, damit der Auftakt reibungslos abläuft. Es hat sich gelohnt: Die Tänze und Figuren klappten perfekt.Wochenlang übten die Ismaninger, damit der Auftakt reibungslos abläuft. Es hat sich gelohnt: Die Tänze und Figuren klappten perfekt. © Gerald Förtsch

Der erste Auftritt am Dienstagvormittag im Innenhof der katholischen Kirche musste jedoch abgesagt werden. Nach dem Gottesdienst gab es einen medizinischen Notfall, weshalb man Hunderte Besucher um Verständnis bat, in dieser Situation auf den ersten Tanz zu verzichten. Das hatte zur Folge, dass die Schäffler bei ihrem Gastspiel vor dem Traditionsgasthaus Neuwirt erstmals tanzten. Der inoffizielle Starttermin war dann der Schäfflertanz am Bürgersaal vor der Bürgerversammlung.

Zehn Auftritte an jedem Tournee-Tag

Die Tänze und die mit Kränzen dargestellten Figuren klappten perfekt. In den vergangenen Wochen hatten sich die Ismaninger Burschen richtig ins Zeug gelegt für die knackige Saison. Schließlich tanzen die Schäffler bis zum Faschingsdienstag viermal pro Woche mit rund zehn Auftritten an jedem Tournee-Tag.

Die Feldkirchner Blaskapelle begleitete die Schäffler musikalisch.Die Feldkirchner Blaskapelle begleitete die Schäffler musikalisch. © Gerald Förtsch

Bei dem Tanz vor der Bürgerversammlung würdigte einer der drei Reifenschwinger, Franz Deimel, die drei Bürgermeister sowie den Gemeinderat. Er ließ die Personen hochleben, die sich für das Wohl der Gemeinde einsetzen. Nummer zwei, Robert Bormet, wurde laut Ankündigung der Kasperl extra aus Tokio eingeflogen, um direkt nach New York weiterzureisen. Mit seinen Reifenschwüngen ehrte er Landrat Christoph Göbel und den FW-Landtagsabgeordneten Nikolaus Kraus und gab ihnen mit auf den Weg, dass sie sich für den schönsten Landkreis der Welt einsetzen würden.

Wochenlang standen Proben auf dem Programm

Der dritte Reifenschwinger Andi Bachinger wurde angekündigt als „einst ein guter Fußballer. Heute hat er die zweitbesten Kartoffeln von Ismaning“. Dieser vollführte seine Kunststücke zur Ehre der Bürger aus Ismaning, Fischerhäuser und dem Moos. „Alle unsere Nachbarkommunen blicken neidisch auf uns“, sagte Bachinger und appellierte an den lokalen Zusammenhalt, „damit das noch lange so bleibt.“

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Die Schäffler haben es am ersten Tag vielfach geschafft, den Menschen Freude zu bereiten. Das werden sie jetzt fast täglich tun und die Gemeinde stolz repräsentieren. Oder wie es einer der Kasperl dichtete: „München ist eine schöne Stadt, die viele schöne Menschen hat. Bist du schöner und Gewinner, dann bist du Ismaninger…“