Mo Dahoud herzt Gregor Kobel

Stand: 10.01.2026 00:16 Uhr

Zwei Mal lag Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund zurück, in der Nachspielzeit erzielte die SGE dann sogar den vermeintlichen Siegtreffer, doch der BVB hatte noch einen im Köcher. Zum Auftakt des 16. Bundesliga-Spieltags trennten sich die beiden Europa-Anwärter am Ende verdient mit 3:3 (1:1).

Maximilian Beier (10. Minute) und Felix Nmecha (68.) erzielten jeweils die Dortmunder Führungen, Can Uzun (22., Foulelfmeter) und Younes Ebnoutalib (72.) – nach Vorlage von Arnaud Kalimuendo – glichen für die Eintracht aus. In der Nachspielzeit sorgte Mo Dahoud für großen Frankfurter Jubel (90.+2), doch Carney Chukwuemeka gelang doch noch der Schlusspunkt (90.+6).

„Da war einiges los in den letzten paar Minuten“, meinte BVB-Keeper Gregor Kobel am Sportschau-Mikrofon: „Wir können am Ende mit einem guten Gefühl vom Platz gehen, aber natürlich wollen wir das Spiel eigentlich gewinnen. Ich glaube, drei Tore zu kriegen – daran müssen wir arbeiten. Das ist nichts, was uns bisher ausgezeichnet hat und da müssen wir schnell wieder zu unserer Stabilität zurückkommen.“

Uzuns Elfmeter kontert Beiers frühen Treffer

Die Frankfurter, bei denen neben Torschütze Uzun und Torwart-Rückkehrer Kaua Santos auch Elversberg-Neuzugang Ebnoutalib in der Startelf stand, hatten sich viel vorgenommen und starteten auch durchaus forsch, gerieten aber kurz darauf schon in Rückstand: Nach einem tollen langen Ball von Nico Schlotterbeck aus dem Aufbau weit raus auf die rechte Seite, startete Julian Ryerson Richtung Grundlinie durch und brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Beier die Kugel direkt und aus vollem Lauf unhaltbar ins kurze Eck drosch (10.). Beier hatte den Vorzug vor Karim Adeyemi erhalten, der erst einmal auf der Bank saß.

Doch die Eintracht wirkte davon kaum geschockt und setzte den BVB direkt unter Druck. Der sehr umtriebige Uzun schoss nach einer guten Viertelstunde vom rechten Strafraumrand flach aufs lange Eck und zwang Gregor Kobel so zu dessen erster guter Parade im Spiel, kurz darauf scheiterte Ansgar Knauff links aus schwierigem Winkel am Schweizer Schlussmann. Kobels Aufgaben sollten aber nicht leichter werden: Serhou Guirassy verhielt sich im eigenen Strafraum bei einem verlängerten Einwurf in der Mitte ungeschickt und foulte Robin Koch, es gab Elfmeter. Diesmal war Kobel chancenlos und wurde von Uzun verladen – 1:1 (22.).

Intensive Partie – gerechtes Unentschieden zur Pause

Nach dem durchaus munteren Start sank die Schlagzahl der Partie merklich. Es dauerte bis in die 39. Minute, ehe es in einem der Strafräume mal wieder brenzlig wurde: Schlotterbeck kam nach einer Freistoßflanke von rechts ziemlich frei zum Kopfball, doch Kaua Santos war blitzschnell unten und verhinderte das 1:2. Eins blieb die Begegnung aber: hochintensiv. Bis zur Pause hatten bereits drei Akteure die Gelbe Karte gesehen und auch darüber hinaus knirschte es mehrfach in dem ein oder anderen Zweikampf. Leistungsgerecht ging es mit einem Remis in die Pause.

Furioser Start in Halbzeit zwei

Die SGE machte den Dortmundern nach Wiederanpfiff direkt richtig Dampf: Erst köpfte Ebnoutalib knapp am Tor vorbei (47.), dann sorgte eine gefährliche Knauff-Hereingabe, an die letztendlich niemand herankam, für Alarm im BVB-Strafraum (49.). Auf der anderen Seite kam die noch nicht wieder ganz präsente Elf von Niko Kovac über einen Abschluss von Daniel Svensson zur wichtigen Entlastung (52.). Kurz darauf aber wieder die Eintracht: Knauff bekam rechts im Strafraum die Kugel und zog flach und hart ab, doch Kobel war schnell unten und avancierte immer mehr zum besten Dortmunder auf dem Platz (54.).

Es ging nun hin und her, Sabitzer wurde bei einem Schussversuch aus dem Rückraum so gerade noch von Theate abgeblockt, dann hielt Kaua Santos einen Kopfball von Waldemar Anton (59.). Das dritte Tor lag in der Luft, die Frage schien eigentlich nur zu sein, wer es erzielen würde.

Nmecha trifft, aber zwei Debütanten antworten

Um die eigenen Chancen auf dieses dritte Tor zu erhöhen, wechselten beide Trainer aus: Kovac brachte Fabio Silva für den erneut glücklosen Guirassy, bei Frankfurt musste Uzun runter, dafür kam Neuzugang Arnaud Kalimuendo zu seinem Bundesliga-Debüt. Doch keiner von den beiden war die Antwort auf die durchs Stadion wabernde Frage. Die lautete stattdessen: Felix Nmecha. Arthur Theate klärte schwach zentral aus dem eigenen Strafraum genau in Nmechas Fuß, der nicht lang zögerte und flach aufs lange Eck zielte – Kaua Santos wäre womöglich zur Stelle gewesen, doch Hugo Larsson fälschte den Ball unhaltbar an den Innenpfosten ab von wo er über die Linie rollte (68.).

Aber wie schon beim 0:1 steckte Frankfurt den Rückstand herausragend weg. Kalimuendo bediente den durchstartenden Ebnoutalib, der den Ball in seinem ersten Bundesligaspiel mit der Sohle verarbeitete und vor Kobel so kühl blieb wie ein Stürmer mit 200 Erstligaspielen – der erneute Ausgleich (72.). Die Kombination der beiden Debütanten ließ das Stadion eskalieren, „ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Ebnoutalib nach dem Spiel. Kurz darauf hielt die Arena aber kollektiv den Atem an, als eine unglückliche Klärungsaktion von Kaua Santos und Theate beinahe zu einem Eigentor geführt hätte, doch Nathaniel Brown kratzte die Kugel von der Linie (77.).

Chukwuemeka und Dahoud treffen in der Nachspielzeit

Es schien so, als würde keine der beiden Mannschaften in der Schlussphase nochmal zwingend auf den Siegtreffer drücken, doch in der 90. Minute köpfte Schlotterbeck nach einem Eckball nochmal an die Latte. Dortmund im Pech – und dann gleich doppelt, denn als der eingewechselte Ex-Dortmunder Dahoud kurz darauf aus der Distanz einfach mal abzog, flog der wunderbare Schuss zwar auch an das Aluminium, doch er prallte vom Innenpfosten ins Tor zum tosend umjubelten 3:2.

Der Schlusspunkt? Nein. Dem eingewechselten Chukwuemeka fiel in der letzten Minute nach einer Flanke von Sabitzer doch noch einmal irgendwie der Ball im Dortmunder Strafraum vor die Füße und es stand leistungsgerecht am Ende eines irren Auftakts ins Bundesligajahr 2026 verdient 3:3. „Das war glaube ich für jeden Zuschauer zuhause und die Leute im Stadion ein Spektakel“, fasste Frankfurts Trainer Dino Toppmöller zusammen und meinte, „wenn man die Emotionen am Ende weglässt und das Spiel im Nachgang betrachtet, ist es ein gerechtes Ergebnis.“

Frankfurt in Stuttgart, Dortmund gegen Bremen

Frankfurt ist am Dienstagabend beim VfB Stuttgart zu Gast (18.30 Uhr). Dortmund empfängt Werder Bremen (20.30 Uhr).