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Die Lebenshaltungskosten in den USA bleiben nach wie vor hoch. Um frustrierte Wähler zu beruhigen und eine drohende Wahlschlappe zu verhindern, holt Präsident Trump nun den Geldhammer hervor.

Washington – US-Präsident Donald Trump ordnet einen massiven Ankauf von Hypothekenanleihen an, um damit Immobilienkredite günstiger zu machen. Er weise „seine Vertreter“ an, Immobilienanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu erwerben, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an. Dies werde zu niedrigeren Hypothekenzinsen und monatlichen Zahlungen führen und Immobilienbesitz erschwinglicher machen, schrieb er.

US-Präsident Donald Trump steht angesichts hoher Lebenshaltungskosten in den USA unter Druck. US-Präsident Donald Trump steht angesichts hoher Lebenshaltungskosten in den USA unter Druck. © IMAGO/Daniel Torok/White House

Trump verwies auf die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die vom US-Staat nach der Hypothekenkrise von 2008 gerettet wurden. Sie hätten Reserven von 200 Milliarden Dollar (aktuell 172 Milliarden Euro). Die genauen Modalitäten und der Zeitrahmen der von Trump gewünschten Ankäufe von Hypothekenanleihen blieben zunächst unklar.

Immobilienpreise: Trump will Großinvestoren Kauf von Einfamilienhäusern verbieten

Trump hatte den Amerikanern im Wahlkampf nach der Inflation infolge der Corona-Pandemie niedrigere Lebenshaltungskosten versprochen – doch Immobilienkredite bleiben trotz mehrerer Zinssenkungen durch die US-Notenbank teuer. Unterdessen macht die Demokratische Partei die hohen Kosten für Verbraucher in den USA zum Thema vor den Kongresswahlen im November, bei denen Trumps Republikaner Einbußen befürchten müssen. Trump selbst sorgte jüngst für Aufsehen, als er nach einem Treffen mit Abgeordneten davon sprach, die Kongresswahlen selbst sollten „abgesagt“ werden.

US-Präsident Donald Trump will Großinvestoren den Kauf von Einfamilienhäusern verbieten. „Menschen leben in Häusern, nicht Unternehmen“, schrieb Trump am Mittwoch (7. Januar) auf seiner Plattform Truth Social. Deshalb weise er den Kongress an, ein solches Kaufverbot für „große institutionelle Anleger“ gesetzlich umzusetzen. „Lange Zeit galt der Kauf und Besitz eines Eigenheims als Inbegriff des amerikanischen Traums“, führte Trump aus. Doch „für viel zu viele Menschen, insbesondere für jüngere Amerikaner, ist dies zunehmend unerreichbar“.

Wählerfrust wächst: Republikaner sorgen sich um drohendes Wahldebakel

Trump sieht sich mit wachsender Frustration der Wähler wegen der steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert. Bislang hatte er versucht, die Inflationsdebatte als „Schwindel“ abzutun. Bei den Republikanern wächst mittlerweile jedoch die Befürchtung, dass sie bei den Zwischenwahlen 2026 abgestraft werden könnten.

Eine von vielen Ökonomen erwartete deutliche Steigerung der Inflation wegen Trumps Zollpolitik ist zwar bislang ausgeblieben. Doch Analysten beobachten eine Divergenz: Haushalte mit höherem Einkommen stehen gut da, doch die mit niedrigeren Einkommen haben tendenziell mit den Kosten zu kämpfen. (dpa, lf)