Ukrainischen Reserven ist es in den vergangenen Wochen gelungen, die russischen Kräfte fast aus allen Bereichen der Stadt zu vertreiben. Zwar sind vereinzelt noch russische Truppen in einem Bereich der Stadt, aber diese sind von Versorgung und Nachschub abgeschnitten. Die Ukrainer haben indes keine Eile, die Truppen zu bekämpfen. Damit würden sie eigene Verluste riskieren, zumal die russischen Soldaten wahrscheinlich ohnehin aufgeben müssen, sollte die russische Armee vom Norden nicht mit einer neuen Offensive zu ihnen durchdringen können.
All das sind für die Ukraine wichtige symbolische Erfolge. Russland verfügt zwar noch immer über mehr Personal und hat seine Drohnenproduktion im vergangenen Jahr noch einmal deutlich ausgeweitet; aber die ukrainische Armee konnte der eigenen Bevölkerung und internationalen Unterstützern zeigen, dass sie militärisch noch lange nicht besiegt ist. Gleichzeitig demonstrierte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die russischen Darstellungen der eigenen Stärke und Überlegenheit oft übertrieben sind.
Diese ukrainischen Signale richten sich vor allem an Donald Trump. Putin und Selenskyj ringen seit Monaten um die Gunst des US-Präsidenten. Als Selenskyj Ende des vergangenen Jahres zu Friedensgesprächen in Florida war, versuchte Putin diese zu torpedieren. Russlands Vorwurf: Die Ukraine habe eine Residenz des russischen Präsidenten mit Drohnen angegriffen. Erst glaubte Trump Putins Anschuldigungen, doch nach einem Bericht der CIA erklärte er: Der Angriff habe nicht stattgefunden.
Ob der US-Präsident nun die Geduld mit seinem russischen Gegenüber verloren hat, ist offen. Fest steht nur, dass Trump seit Jahresbeginn den Druck auf Russland erhöht.
So gerät die russische Ölwirtschaft immer mehr ins Fadenkreuz der Ukraine und ihrer Unterstützer. Immer wieder gelingen der ukrainischen Armee erfolgreiche Drohnenangriffe gegen Öldepots und Raffinerien.
Zeitgleich jagen die Amerikaner auf hoher See die Tanker von Putins Schattenflotte, mit der Russland weiterhin an westlichen Sanktionen vorbei seine Rohstoffe verkauft. Sollten die USA das Vorgehen gegen Tanker weiter fortsetzen, wäre der Schaden für Russlands Wirtschaft und damit auch für Putins Kriegskasse immens. Mehr dazu lesen Sie hier.