Kiel. „Ich war morgens um halb sechs meistens der Erste“, erzählt Sebastian Wache. Schon neben seinem Studium der Meteorologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel arbeitete er bei der Wetterwelt GmbH, seinem jetzigen Arbeitgeber. „Ich habe vor meiner Vorlesung die Wetterkarten für die Meteorologen aufgehängt und vorbereitet.“

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Der gebürtige Cottbuser entdeckte bereits in seiner Jugend sein Interesse am Wetter. Besonders das Erklären für andere Menschen fand Wache gut. „Ich habe während meines Studiums mal einen Segelwetterkurs vom Deutschen Wetterdienst gemacht, der so trocken war, dass ich direkt wusste: Ich will es anders machen.“

Kieler Meteorologe startete mit großem Engagement

Durch viel Eigeninitiative und großen Wissensdurst übernahm Wache in seinem Job schnell mehr Verantwortung. „Es fing mit telefonischen Wettervorhersagen für Landwirte an“, erzählt der heute 41-Jährige. Schon als Student durfte er die tägliche Wetterbesprechung unter den Meteorologen leiten – immer mit der Expertise der Kollegen an seiner Seite. „So habe ich enorm viel gelernt“, sagt Wache.

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Es gab schon Tage, an denen ich besser über das Wetter auf der anderen Seite der Welt Bescheid wusste als in Kiel.

Sebastian Wache

Meteorologe

Auch wenn Sebastian Wache fast rund um die Uhr erreichbar ist, nutzt er seine freie Zeit gerne für Sport. „Zum Segeln bin ich damals durch eine Kommilitonin gekommen“, sagt der Meteorologe. Das war 2008. Seitdem segelt Wache regelmäßig, wobei ihm sein Beruf in die Karten spielt. „Einmal wusste ich genau, dass auf uns zwei Wetterfronten zukommen und dazwischen ein Zeitfenster von zwei Stunden ist. Das habe ich dann zum Segeln genutzt.“

Wettervorhersage im Fernsehen: „Das war nicht wirklich ein Ziel“

Durch sein privates Interesse kam er zur Segelroutenberatung. Wache fing an, erste Segelregatten wettertechnisch zu begleiten – und das nicht nur auf der Ostsee. „Es gab schon Tage, an denen ich besser über das Wetter auf der anderen Seite der Welt Bescheid wusste als in Kiel“, sagt Wache.

Postkarten aus der ganzen Welt an seiner Büro-Pinnwand zeigen, wie verbunden ihm seine Segelkundschaft ist. „Das ist natürlich beeindruckend, was für eine Wirkung meine Arbeit hat.“ Jüngstes Beispiel dafür ist diese Woche: Für seine Empfehlung, sich vor dem Schneesturm „Elli“ Vorrat anzulegen und am Freitag lieber Homeoffice zu machen, erhielt er nicht nur Dank. Manch einer warf ihm Panikmache vor. Dabei steht er immer fest hinter seinen Prognosen. „Ich finde, man kann auch mutige Aussagen treffen. Denn alles, was ich sage, basiert natürlich auf Modellen und auch auf Erfahrung.“

Schon während seines Studiums fing Sebastian Wache bei der Wetterwelt GmbH an zu arbeiten. Früher bereitete er vor seiner Vorlesung die Wetterkarten für die Meteorologen vor.

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Mittlerweile ist Wache fester Bestandteil des Schleswig-Holstein-Magazins im NDR. Doch ins Fernsehen zu kommen, war für ihn kein Lebensziel. Allerdings: „Ich hatte im vergangenen Jahr ein Abitreffen, wo mir mein Eintrag aus der Abizeitung noch einmal gezeigt wurde. Da stand dann, dass ich später Wettervorhersagen im Fernsehen machen will.“ Erinnern könne er sich daran nicht mehr, sagt aber: „Witzig, dass es jetzt wirklich so gekommen ist“, und lacht.

Er sieht seine Position vor der Kamera als eher unspektakulär an, obwohl Wetter-Koryphäen wie Meeno Schrader aus dem Fernsehen jeder kennt. „Meeno Schrader ist natürlich ein großer Name und für mich ist es ein Privileg, das Wetter im Fernsehen zu erklären“, sagt Wache. „Doch ich sehe es auch einfach als meine tägliche Arbeit an.“

Dozent an der CAU Kiel: In Vorlesungen gibt er sein Wissen weiter

Das Weitergeben seines Wissens ist Wache ein großes Anliegen. So gibt er zum Beispiel einen Kurs im Modul Wetterbeobachtung an der CAU Kiel. Auch bei Vorträgen in Schulen, auf Messen oder bei Feuerwehren sowie auf seinen sozialen Netzwerken, klärt er über das Wetter auf. „Da verschwimmt dann manchmal die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben“, sagt er.

Apropos Privatleben: Wache selbst ist absoluter Winterfan. „Ich freue mich über jeden Krümel Schnee. Ich habe letztes Wochenende direkt mein Fahrrad herausgeholt und hatte Spaß.“ Und wie wird das Wetter nächste Woche? „Wer was vom Winter haben will, sollte dieses Wochenende noch einmal nutzen. Ab Mitte nächster Woche wird es wieder milder, mit bis zu fünf Grad plus.“

KN