In einem spannenden Duell gegen die TecArt Black Dragons Erfurt bewiesen die Gastgeber in der Overtime die besseren Nerven und holen sich am Ende verdient den Zusatzpunkt. Positiv zu werten ist das disziplinierte Spiel der Bulls, die in diesem Game ohne Strafminuten glänzten.
Die Partie im Detail:
Die Saale Bulls und die TecArt Black Dragons Erfurt lieferten sich im Eisdom ein erstes Drittel mit wechselnden Phasen, wenig Körperspiel und einem leistungsgerechten 1:1-Zwischenstand.
Die Gäste aus Erfurt starteten aktiver, gewannen das Eröffnungsbully und setzten sich in den ersten Minuten mehrfach im Drittel der Bulls fest. Daniel Allavena war früh gefordert, Patrick Schmid blockte einen gefährlichen Schuss von R. Kramer. Halle brauchte etwas, um ins Spiel zu kommen, fand dann aber besser in die Partie und verzeichnete durch Marvin Neher den ersten eigenen Abschluss. Auffällig war in dieser Phase das große Abstandsspiel beider Teams – viel Raum, wenig Konsequenz im Zweikampf. Nach einem Konter von Elvijs Biezais musste R. Kramer wegen Hakens auf die Strafbank. Das Powerplay der Bulls war kontrolliert, aber zu statisch, auch wenn P. Glatzel mehrfach eingreifen musste. Erfurt überstand die Unterzahl schadlos. Kurz darauf nutzten die Black Dragons einen Wechsel der Bulls eiskalt aus. M. Markulla stand nach einem Zuspiel frei vor Allavena und schob zum 0:1 ein. Halle wirkte kurz unsortiert, fing sich aber wieder. Trotz weiterhin körperarmen Spiels erarbeiteten sich die Bulls gute Möglichkeiten, unter anderem durch Erik Gollenbeck direkt vor dem Tor und eine Doppelchance von Wilenius und Domogalla. In der Schlussminute wurde der Einsatz und die Geduld der Gastgeber dann doch noch belohnt: Nach einem Zuspiel von Patrick Schmid von hinter dem gegnerischen Tor schob Tomi Wilenius den Puck im Gewühl über die Linie – exakt mit der Pausensirene. Der Ausgleich stellte den Spielverlauf korrekt dar: Nach 20 Minuten stand es 1:1 – beide Teams hatten ihre Phasen, vieles blieb jedoch Stückwerk. Luft nach oben war da – vor allem im Körperspiel und in der Konsequenz vor dem Tor.
Im zweiten Drittel des Heimspiels gegen die Black Dragons steigerten sich die Saale Bulls deutlich und drehten die Partie mit viel Offensivdruck zu einer 3:2-Führung.
Der Mittelabschnitt begann ruhig und etwas zerfahren. Ein frühes Icing der Bulls setzte den Takt für einen verhaltenen Start. Halle kam jedoch schnell besser ins Spiel, nutzte einen Scheibenverlust der Gäste und setzte sich im Angriffsdrittel fest. Kurz darauf wurde eine Strafe gegen M. Keil angezeigt, die zunächst für Verwirrung sorgte – selbst Erfurts Torhüter P. Glatzel war kurzzeitig auf dem Weg zur Bank. Das Powerplay der Bulls war druckvoll, brachte aber keinen Treffer. Kaum war Erfurt wieder komplett, kippte das Momentum: Die Gäste setzten sich im Drittel der Bulls fest und arbeiteten konsequent vor dem Tor. L. Postel nutzte diese Phase und brachte Erfurt erneut in Führung. Halle reagierte mit viel Zug zum Tor. Chancen durch Kai Zernikel, Sebastian Christmann und mehrere Abschlussversuche aus kurzer Distanz folgten. Glatzel hielt seine Mannschaft mehrfach im Spiel, ließ jedoch zunehmend Abpraller zu. Nach einer weiteren Strafzeit gegen Erfurt – S. Haarala musste wegen Hakens raus – erhöhte Halle erneut den Druck, konnte das Überzahlspiel aber zunächst nicht nutzen. Der Ausgleich fiel schließlich bei Fünf-gegen-Fünf: Nach einer starken Kombination über Domogalla und Schmid lief Tomi Wilenius clever an Glatzel vorbei und schob zum 2:2 ein. Jetzt war Halle klar am Drücker. Nur zwei Minuten später ließ Glatzel einen Schuss nach vorne abprallen, Sebastian Christmann reagierte am schnellsten und staubte zur 3:2-Führung ab. In der Schlussphase des Drittels dominierten die Bulls das Geschehen. Erfurt wirkte müde, kam kaum noch zu Entlastungen, während Halle nahezu jede zweite Scheibe zurückeroberte und den Gegner im eigenen Drittel einschnürte. Nach 40 Minuten hatten sich die Saale Bulls die Führung verdient. Das Spiel war gekippt – spielerisch, mental und physisch.
Im Schlussdrittel des Heimspiels gegen Erfurt kippte das Spiel erneut, ohne dass eine Entscheidung in der regulären Spielzeit fiel. Nach 60 Minuten stand es 3:3, die Overtime musste die Entscheidung bringen.
Beide Teams starteten ohne großes Risiko in den letzten Abschnitt. Das Spiel plätscherte zunächst hin und her, ehe Erfurt die erste Unachtsamkeit der Bulls konsequent bestrafte: Halle bekam die Scheibe in der Rundung nicht kontrolliert, ein Pass prallte vom Schlittschuh von Daniel Allavena nach vorne und Enzo Herrschaft schob aus kurzer Distanz zum 3:3 ein. Die Bulls versuchten, sofort zu antworten. Robin Palka hatte kurz darauf eine große Chance, scheiterte jedoch an Glatzel, der schnell reagierte. Insgesamt wirkte Halle nach dem Gegentreffer phasenweise zu passiv, während Erfurt mehr Scheibenbesitz hatte und Allavena mehrfach gefordert wurde. Mit zunehmender Spielzeit fanden die Bulls wieder besser in ihre Struktur. Ein Konter über Adam Domogalla und Patrick Schmid brachte beinahe die erneute Führung, doch ein Erfurter Verteidiger rettete für den bereits geschlagenen Glatzel auf der Linie. Auch in der Folge erspielte sich Halle gute Möglichkeiten: Christmann und Palka kamen zu Nachschüssen, Robert Hechtl wurde beim Abschluss vor dem Tor entscheidend gestört und Aaron Reinig prüfte den Gäste-Keeper mit einem Schuss von der Blauen. Trotz zunehmendem Druck der Bulls blieb das Spiel offen. Beide Mannschaften suchten in den letzten Minuten den Weg nach vorn, ohne das letzte Risiko zu gehen. Die ganz großen Chancen blieben aus und lange war nicht klar, wer den entscheidenden Treffer erzielen würde. Nach 60 intensiven, aber ausgeglichenen Minuten endete die reguläre Spielzeit mit einem 3:3-Unentschieden. Die Entscheidung musste in der Overtime fallen.
Nach 60 ausgeglichenen Minuten ging das Heimspiel der Saale Bulls gegen die Black Dragons aus Erfurt beim Stand von 3:3 in die Verlängerung. Dort sorgten die Bulls dann aber schnell für die Entscheidung.
Erfurt hatte in der Overtime zunächst den ersten Scheibenbesitz, doch Halle setzte früh nach und eroberte den Puck zurück. Mit Tempo wurde der Gegenangriff eingeleitet. Elvijs Biezais bekam die Scheibe mustergültig aufgelegt, zog entschlossen ab und ließ P. Glatzel keine Chance. Der Puck schlug sauber im Tor ein – der viel umjubelte Siegtreffer war gefallen. Nach nur kurzer Spielzeit war die Partie damit entschieden. Die Saale Bulls belohnten sich für ihre Beharrlichkeit und den Druck aus dem zweiten Drittel mit dem Extrapunkt und setzten sich am Ende verdient mit 4:3 nach Overtime durch.
Torschützen:
0:1 Miro Markulla – 8.
1:1 Tomi Wilenius – 20.
1:2 Louis Postel – 25.
2:2 Tomi Wilenius – 34.
3:2 Sebastian Christmann – 36.
3:3 Enzo Herrschaft – 43.
4:3 Elvijs Biezais – 61.
Tore: 4:3 (1:1/2:1/0:1/1:0)
Quelle:
Saale Bulls Halle