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Trauer in Crans-Montana in der Schweiz nach dem verheerenden Silvester-Brand. Alle Todesopfer sind identifiziert. Die Ermittlungen laufen weiter.
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Update, 9. Januar, 16 Uhr: Das Betreiber-Paar der Bar „La Constellation“ wurde am Freitag in der Schweiz verhört. Der Betreiber der Bar, in der in der Silvesternacht das verheerende Feuer von Crans Montana ausbrach, offenbar in Untersuchungshaft genommen.
Update vom 7. Januar, 13.49 Uhr: Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana liegt der Barchef des Lokals „Le Constellation“ im künstlichen Koma. Wie sein Vater dem französischen TV-Sender BFMTV mitteilte, habe Gaëtan T. (28) schwere Verbrennungen an einem großen Teil seines Körpers erlitten und kämpfe mit Lungenproblemen.
Die Fahnen in der Schweiz wehen auf Halbmast. Mindestens 40 Menschen starben bei der Brandkatastrophe am 1. Januar in Crans-Montana, viele weitere wurden verletzt. Um sein Leben kämpft auch der Barchef noch. © FABRICE COFFRINI/afp
Besonders bedrückend: Der 28-Jährige hatte seinen Job Wochen zuvor eigentlich aufgeben wollen. Vor Weihnachten wandte er sich wohl noch hilfesuchend an seinen Vater. „Papa, ich gehe nach Hause, nichts stimmt. Das habe ich nicht erwartet, es gibt viele Mängel“, habe er damals gesagt. Besonders beunruhigt zeigte er sich laut Aussage seines Vaters über die „sehr jungen Teenager“, die regelmäßig die Bar besuchten.
Nach Brandkatastrophe: Betreiber-Paar in der Schweiz meldet sich erstmals öffentlich
Update vom 6. Januar, 20.10 Uhr: Nach dem katastrophalen Brand am Silvesterabend haben die Inhaber der Bar „Le Constellation“ zum ersten Mal eine öffentliche Erklärung abgegeben, berichtet blick.ch. Das Ehepaar Jessica und Jacques Moretti veröffentlichte durch seine Rechtsanwälte eine Stellungnahme: „Wir sind am Boden zerstört und von Trauer überwältigt“, heißt es in der Erklärung der Barbetreiber. Sie unterstreichen, dass „keine Worte die Tragödie, die sich in jener Nacht im Constellation ereignete, angemessen beschreiben“ können. Die einstige „Stätte der Feier“ sei „plötzlich zu einem Ort des Grauens und der Angst“ geworden.
Die Morettis würdigen in ihrer Stellungnahme explizit die Arbeit der Rettungskräfte: „Keine Worte können wirklich ausdrücken, was Polizei, Rettungskräfte und medizinisches Personal mit Mut, der an Heldentum grenzt, durchgemacht haben und weiterhin durchmachen.“ Gleichzeitig bekunden sie ihren Angestellten ihre „uneingeschränkte Solidarität“, da die anhängigen Ermittlungsverfahren derzeit direkten persönlichen Kontakt verhindern.
Das Betreiberpaar sichert den Ermittlungsbehörden ihre umfassende Zusammenarbeit zu: „Seien Sie versichert, dass wir uneingeschränkt kooperieren und keinerlei dieser Angelegenheit ausweichen werden“. Mit Verweis auf den laufenden Ermittlungsstand und „aus Respekt vor der Zeit der Trauer und des Gedenkens“ möchten sie sich zunächst ausschließlich in diesem Rahmen äußern. Jessica Moretti befand sich während des Unglücks in der Bar und zog sich dabei eine Brandverletzung am Arm zu, konnte das Krankenhaus jedoch bereits wieder verlassen.
Update vom 6. Januar, 14.43 Uhr: Bereits vor der brisanten Pressekonferenz hatte ein Jurist Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gegen unbekannte Amtsträger der Gemeinde Crans-Montana eingereicht. Er hatte die Bar laut eigener Aussage im August 2025 selbst besucht und festgestellt: „Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass zentrale Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten oder durchgesetzt wurden“, wie CH Media aus der Anzeige zitiert.
Könnte diese Anzeige nach der Silvester-Tragödie zum Tragen kommen? „Strafrechtlich relevant wird es erst, wenn jemand trotz Handlungspflicht bewusst nichts tut und dadurch ein strafrechtlich relevanter Schaden entsteht – etwa Verletzungen oder Todesfälle“, erklärt der Schweizer Rechtsanwalt André Kuhn bei 20 Minuten. Bei Unterlassungsdelikten wäre die Person strafbar, die zur Handlung verpflichtet gewesen wäre. Heißt auch: Wurde eine Aufgabe, die üblicherweise delegiert wird, nicht delegiert, ist die dafür zuständige Person selbst verantwortlich.
In besonders schlimmen Fällen kann eine „fahrlässige Tötung durch Unterlassung“ mit Freiheitsstrafen bis zu viereinhalb Jahren geahndet werden, erklärt der Jurist. Die Höchststrafe werde aber selten ausgesprochen. Ob und in welchem Maße Amtsträger von Crans-Montana für die Brandkatastrophe im „Le Constellation“ mitverantwortlich sein könnten, müssen jetzt die Ermittlungen zeigen.
Opfer-Familien reagieren wütend auf Aussagen bei Pressekonferenz
Update vom 6. Januar, 13.19 Uhr: Die Angehörigen der Opfer von Crans-Montana hätten die nun bekannt gewordenen Informationen mit Bestürzung aufgenommen, sagt ein Anwalt der Familien bei RTS. Er betont: „Die erschreckende Zahl der Mängel und Defizite in den Kontrollmechanismen macht eine Untersuchung der Gemeinde umso dringlicher.“
Bei einer Pressekonferenz räumte Crans-Montanas Gemeindepräsident Féraud schwere Verfehlungen ein. © Antonio Calanni/Jean-Christophe Bott/picture alliance/dpa/AP/KEYSTONE
Zudem verurteilt er die Aussagen von Gemeindepräsident Féraud, der den Ort als „Opfer“ der Tragödie bezeichnet hatte. „Wenn die Gemeinde versucht, sich als Opfer darzustellen, bedeutet das, den wahren Opfern dieser Tragödie ihren Status abzusprechen, was unter diesen dramatischen Umständen inakzeptabel ist.“
Update vom 6. Januar, 11.12 Uhr: Das Wichtigste der Pressekonferenz in Kürze: Gemeindepräsident Féraud räumte schwere Versäumnisse im Fall der Tragödie in der Bar „Le Constellation“ ein. Nach Sichtung von 60 Dokumenten korrigierte er seine frühere Aussage, es habe keine laschen Kontrollen gegeben: „Ich stehe nicht mehr zu dieser Aussage“, gestand er. Die Bar wurde seit 2019 nicht mehr kontrolliert, obwohl nach der letzten Inspektion die Installation einer Panikklinke angeordnet worden war. Die brandgefährlichen Schaumstoffmatten an der Decke wurden damals nicht beanstandet, da die Sicherheitsbeamten „der Meinung waren, dass keine Sicherheitsmängel bestünden“.
In der Unglücksnacht befanden sich 400 statt der erlaubten 100 Personen in dem Lokal. Féraud bezeichnete den Betreiber als „extrem fahrlässig“ und warf ihm vor, „Risiken auf sich genommen zu haben, die man nicht verantworten kann“. Bestechungsvorwürfe wies er zurück, ebenso wie persönliche Beziehungen zwischen Inspektoren und Barbesitzern. Als Sofortmaßnahmen kündigte die Gemeinde eine externe Überprüfung aller Gastronomiebetriebe und ein Verbot von Feuerwerkskörpern in Innenräumen an.
Trotz der eingeräumten Versäumnisse will Féraud als Nebenkläger auftreten, da sich die Gemeinde als „Opfer dieses Dramas“ betrachte. Einen Rücktritt schloss er kategorisch aus: „Man verlässt ein sinkendes Schiff nicht.“ Die Pressekonferenz endete mit seinen erschütternden Worten: „Ich werde diese Last für immer mit mir tragen, die Trauer dieser Familien – mein ganzes Leben.“
PK zum Brand in Crans-Montana: Gemeinde gerät in Widersprüche
Update vom 6. Januar. 10.56 Uhr: „Ich werde diese Last für immer mit mir tragen, die Trauer dieser Familien – mein ganzes Leben“, beantwortet Féraud die letzte Frage mit einem Blick ins Leere. Damit ist die Pressekonferenz beendet.
Update vom 6. Januar, 10.55 Uhr: „Soweit ich weiß, kannten die Inspektoren die Barbesitzer nicht“, sagt Féraud, es habe keine persönlichen Beziehungen gegeben.
Update vom 6. Januar, 10.52 Uhr: „Wir werden die Verantwortung übernehmen, so wie die Justiz sie uns zuweist“, betont Féraud, erneut gefragt, wie es sein konnte, dass „Le Constellation“ sechs Jahre lang nicht kontrolliert wurde.
Update vom 6. Januar, 10.50 Uhr: Kontrollen in Gastronomiebetrieben werden zwei Wochen vorher angekündigt, antwortet der Gemeindepräsident auf die Frage eines Journalisten, der auf eine verschlossene Notausgangstür in der Unglücksnacht angesprochen hatte.
Update vom 6. Januar, 10.49 Uhr: Was sagt man jetzt den Familien, die Angehörige in der Silvesternacht verloren haben? „Wir sind zutiefst bestürzt, wir sind extrem traurig. Es ist schwer, unsere Trauer auszudrücken, angesichts dieser Tragödie, angesichts der Dinge, die hätten vermieden werden können“, sagt Féraud.
Update vom 6. Januar, 10.45 Uhr: „Es ist die Justiz, die entscheidet, ob wir als Gemeinde Nebenklägerin sein können“, betont Féraud. Er sieht keinen Widerspruch darin, gleichzeitig mitverantwortlich zu sein und sich als Opfer zu betrachten. Erneut wird er gefragt, ob er einen Rücktritt in Betracht gezogen habe. Nein, bekräftigt Féraud.
Update vom 6. Januar, 10.40 Uhr: Vor wenigen Tagen hatte Féraud betont: „Es gab keine laschen Kontrollen.“ Jetzt räumt er ein: „Ich stehe nicht mehr zu dieser Aussage“, zu dem Zeitpunkt habe er noch nicht alle Informationen gehabt.
Update vom 6. Januar, 10.37 Uhr: Ist es nicht ein Widerspruch, gleichzeitig Versäumnisse einzuräumen und als Nebenkläger aufzutreten, fragt ein Journalist. „Wir werden sehen“, meint Féraud. Einen Rücktritt schließt er außerdem aus. „Man verlässt ein sinkendes Schiff nicht.“
Dass in Crans-Montana Bestechungen stattgefunden haben könnten, damit bei Kontrollen ein Auge zugedrückt wird, zieht der Gemeindepräsident nicht in Betracht.
Update vom 6. Januar, 10.34 Uhr: „Wir betrachten uns als Opfer dieses Dramas“, sagt Féraud. Deshalb trete die Gemeinde als Nebenklägerin auf.
Update vom 6. Januar, 10.24 Uhr: Für die zugelassene Anzahl von Gästen seien ausreichend Notausgänge in der Bar vorhanden gewesen, sagt Féraud. Allerdings seien 400 statt der erlaubten 100 Menschen anwesend gewesen. Wie der Zustand der zwei Notausgänge in der Nacht des Unglücks war, wisse man außerdem noch nicht.
Update vom 6. Januar, 10.22 Uhr: In Crans-Montana gibt es derzeit keine Informationen über weitere Lokale, die Schaummatten zum Lärmschutz verwenden. Gegen die Verwendung war in der Unglücksbar nichts unternommen worden. Warum? „Die Sicherheitsbeamten waren der Meinung, dass bei den schallisolierenden Schaumstoffmatten in der Bar keine Sicherheitsmängel bestünden“, gesteht Féraud.
Die zweite Bar des Beistzers von „Le Constellation“ sei aufgrund dessen persönlicher Umstände geschlossen worden.
Update vom 6. Januar, 10.20 Uhr: Ermittlungen hätten gezeigt, der Besitzer sei „extrem fahrlässig“ beim Betrieb der Bar gewesen, sagt Féraud. „Er hat Risiken auf sich genommen, die man nicht verantworten kann.“
Update vom 6. Januar, 10.18 Uhr: Hat der Sicherheitsbeauftragte im Jahr 2015 grünes Licht für die Eröffnung der Bar gegeben? Féraud berichtet: Die neue Terrasse wurde abgenommen, im Innenbereich wurden mehrere Änderungen verlangt und „Le Constellation“ anschließend eröffnet.
Wieso wurden so lange keine Kontrollen vorgenommen? „Wir können das momentan nicht beantworten, es tut uns schrecklich leid“, sagt Féraud.
Update vom 6. Januar, 10.16 Uhr: Als erste Sofortmaßnahme wird die Gemeinde Crans-Montana ein externes Spezialteam beauftragen, sämtliche Gastronomiebetriebe gründlich zu prüfen. Außerdem will die Gemeinde ein Verbot für Feuerwerkskörper im Innenbereich erlassen.
Update vom 6. Januar, 10.15 Uhr: Seit dieser Kontrolle 2019 fand kein weiterer Ortsbesuch statt. „Wir bedauern das zutiefst“, sagt Féraud. Jetzt müsse geklärt werden, welche Rolle das bei der Tragödie spielte.
Update vom 6. Januar, 10.14 Uhr: Nach der letzten Kontrolle im Jahr 2019 wurde der Besitzer angewiesen, eine zweite Türklinke, eine sogenannte Panikklinke, zu installieren. Die lärmdämmenden Schaumplatten an der Decke wurden aber nicht beanstandet.
Update vom 6. Januar, 10.09 Uhr: 2015 hat der Besitzer der Bar „Le Constellation“ einen Umbau beantragt, um eine Terrasse zu errichten. Dieser Antrag wurde bewilligt. Der Umbau wurde nach Abschluss kontrolliert und abgenommen. Für die Umbauten im Innenbereich wurden, so Féraud, keine Anträge gestellt. Dazu sei der Betreiber auch nicht verpflichtet gewesen, solange sich an der Nutzung nichts ändert.
Update vom 6. Januar, 10.05 Uhr: 60 Dokumente wurden in den vergangenen Tagen gesichtet, erklärt Féraud. Jetzt könne die Gemeinde neue Informationen und gesicherte Fakten präsentieren – „voll transparent“.
Update vom 6. Januar, 10.03 Uhr: Jetzt beginnt die Pressekonferenz. Es sprechen Gemeindepräsident Nicolas Féraud, Baurat Francois Berclaz, Vize-Gemeindepräsidentin Nicole Bonvin-Clivaz und Patrik Clivaz, der Gemeinderat für öffentliche Sicherheit.
Bar „Le Constellation“ wurde seit 2019 nicht kontrolliert – PK in Crans-Montana
Update vom 6. Januar, 9.51 Uhr: Paukenschlag schon kurz vor der Pressekonferenz der Gemeinde um 10 Uhr. Wie Schweizer Medien berichten, wurde die Bar „Le Constellation“ zuletzt im Jahr 2019 kontrolliert. Wann die letzte Kontrolle stattgefunden hatte, konnten die Verantwortlichen lange nicht beantworten, eigentlich sollten diese jährlich stattfinden.
Update vom 6. Januar, 6:44 Uhr: Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana entwickeln sich neue Erkenntnisse zur lange bekannten Gefahr. Ein Video aus der Silvesternacht zeigt, dass die Schaumstoff-Problematik bereits Jahre zuvor erkannt wurde. Ein Mitarbeiter warnte damals die Gäste mit den Worten „Vorsicht vor dem Schaum“, als diese Flaschen mit Wunderkerzen hochhielten. Das Video liegt RTS vor.
Indes werden zusätzliche Baufehler bekannt: Jacques Moretti wollte kurz vor dem Unglück weitere Ausbauarbeiten vornehmen, um mehr Gäste unterzubringen. Alte Baupläne zeigen, dass die Innentür nur eineinhalb Meter breit war und sich nicht vorschriftsmäßig in Fluchtrichtung öffnete. Die Behörden verschärfen ihre Maßnahmen: Wie RTS berichtet, hat die Gemeinde Crans-Montana die Betriebserlaubnis für das zweite Lokal „Le Petit Maison“ des Betreiber-Ehepaars Moretti entzogen und sofort geschlossen.
Update vom 5. Januar, 10:37 Uhr: Nach der Tragödie an Silvester in Crans-Montana wappnet sich die Schweiz für die nächsten Groß-Events. In Adelboden und Lauterbrunnen stehen Ski-Weltcuprennen an. Mit Blick auf die Katastrophe im Club „Le Constellation“ überprüfen beide Gemeinden laut SRF jetzt ihre Gastrobetriebe.
Schweizer Schulen starten wieder nach Brandunglück
Update vom 5. Januar, 7:10 Uhr: Nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana wagt die Urlaubsregion einen Schritt Richtung Alltag. Wie der Schweizer Rundfunk berichtet, beginnt am heutigen Montag (5. Januar) im Kanton Wallis der Unterricht wieder. Zugleich habe Bildungsdirektor Christophe Darbellay dem SRF zufolge die Bedeutung eines einfühlsamen Schulstarts betont.
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana ist die Trauer weiter groß. Im Kanton Wallis kehren die Schüler jedoch wieder in den Unterricht zurück. (Collage) © MAXIME SCHMID/Afp Baz Ratner/AP/dpa
Man arbeite „zusammen mit Spezialisten für solche Situationen“, so Darbellay. Lehrer und Lehrerinnen erhalten demnach klare Anweisungen, um den Schülern „eine sachliche und mitfühlende Botschaft“ mitzugeben. Zudem stünde stärker betroffenen Schulen spezialisierte psychologische Unterstützung zur Verfügung.
Brandkatastrophe in Crans-Montana: Alle 40 Todesopfer identifiziert
Update vom 4. Januar, 21.10 Uhr: Wie die Kantonspolizei Wallis mitteilt, wurden mittlerweile alle 40 Todesopfer identifiziert. In einer Mitteilung heißt es zu den 16, deren Identifikation bis zum Abend noch ausstand: „Es handelt sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 15 Jahren, eine Schweizerin im Alter von 22 Jahren, eine schweiz-französische Doppelstaatsbürgerin im Alter von 24 Jahren, eine Italienerin im Alter von 16 Jahren, eine Italienerin im Alter von 15 Jahren, einen Italiener im Alter von 16 Jahren, eine Portugiesin im Alter von 22 Jahren, eine Belgierin im Alter von 17 Jahren, eine Französin im Alter von 33 Jahren, eine Französin im Alter von 26 Jahren, einen Franzosen im Alter von 23 Jahren, einen Franzosen im Alter von 20 Jahren, einen Franzosen im Alter von 17 Jahren sowie einen Franzosen im Alter von 14 Jahren und eine 15-jährige Dreifachstaatsbürgerin (Frankreich/Israel/Großbritannien).“
Update vom 4. Januar, 20.40 Uhr: Verdacht auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst – diese Vorwürfe stehen gegen die Betreiber der „Le Constellation“ im Raum. Die Ermittlungen laufen. In Untersuchungshaft befindet sich das aus Frankreich stammende Paar nicht, wie die Schweizer Zeitung Blick berichtet. Es bestünden keine Anhaltspunkte auf eine mögliche Flucht oder etwa die Gefahr einer Wiederholung, zitiert das Blatt aus einer Mitteilung.
Umbau machte Bar „Le Constellation“ wohl zur Todesfalle
Erstmeldung vom 4. Januar: Crans-Montana – 40 Tote forderte die Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana. Wie die Polizei am Sonntag (4. Januar) mitteilte, haben die Behörden inzwischen 24 Todesopfer identifiziert. Darunter befinden sich 18 Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 14 bis 31 Jahren. Zudem seien sechs weitere, ebenfalls teilweise minderjährige Opfer aus dem Ausland identifiziert worden. Gegen die französischen Barbesitzer wird ermittelt.
Die Trauer ist groß: Menschen zünden Kerzen an und legen Blumen vor der abgeriegelten Bar Le Constellation in Crans-Montana in den Schweizer Alpen ab. © Baz Ratner/AP/dpa
Gian Lorenzo Cornado, italienischer Botschafter in der Schweiz, sprach von einer „absurden und vermeidbaren Tragödie“. Das Feuer habe sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ausgebreitet, sagte er zu Rainews24. Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar ins neue Jahr feierten.
Verdacht auf fahrlässige Tötung – Ermittlungen gegen Barbetreiber in Crans-Montana laufen
Die Schweizer Justiz nahm Ermittlungen gegen die beiden Betreiber der Bar auf. Es bestehe der Verdacht auf „fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst“, teilte die Staatsanwaltschaft in Wallis am Samstag (3. Janaur) mit. Das aus Frankreich stammende Paar erklärte gegenüber Schweizer Medien, alle Vorschriften seien stets eingehalten worden.
Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Unter anderem soll untersucht werden, ob etwa das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprach.
Silvesternacht: Brand in Schweizer Bar fordert Dutzende Tote – Bilder vom Unglücksort
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Wie aus einem Bericht von La Repubblica hervorgeht, sollen die französischen Barbetreiber offenbar häufig Schwierigkeiten gehabt haben, die Miete für die Räumlichkeiten zu zahlen. Eine Gegenmaßnahme sei gewesen, die Anzahl der Tische im Erdgeschoss zu erhöhen. „Um das zu erreichen, haben sie die Treppe, die in den Keller führt, um mehr als die Hälfte verengt. Die alte zentrale Treppe wurde zu einem etwas mehr als einen Meter breiten Abstieg: Es ist unmöglich zu fliehen, wenn sich dort unten Hunderte von Menschen drängen“, so die Worte eines Stammgastes der Bar zu der italienischen Zeitung.
Als die Barbesucher vor den Flammen flüchteten, war es auf einer engen Treppe zu erheblichem Gedränge gekommen. Einige Überlebende konnten nur noch an den hochgestreckten Händen aus der Menge gezogen werden, wie Helfer berichteten. Brandschutzexperten haben unter anderem infrage gestellt, ob die Bar genügend Notausgänge hatte. Dazu äußerte sich in den vergangenen Tagen bereits ein weiterer Stammgast. (Quellen: dpa, AFP, Rainews24, La Repubblica) (mbr)