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Kunden lassen reihenweise Fleisch im Supermarkt liegen. Das verursacht hohe Kosten – und Ärger. Ein Edeka-Chef aus NRW greift nun zu drastischen Maßnahmen.

Solingen/Wuppertal – Hinter jedem Schild steht eine Geschichte. Und die aus dem Edeka in Solingen und Wuppertal sorgt für ziemlich Verdruss bei Supermarkt-Chef Heico Wodarz. „Das Problem ist seit etlichen Jahren bekannt. Nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Händlern. Aber jetzt nimmt es Überhand“, sagt er im Gespräch mit wa.de. Was ihn so aufregt: Häufig würden Kunden das Fleisch von der Frischetheke auf dem Weg zur Kasse einfach zwischen den Regalen liegen lassen, weil sie aus verschiedenen Gründen plötzlich doch kein Interesse mehr an der Ware hätten.

Eine Person hält eine blaue Barilla Tagliatelle-Packung in der Hand, während im Vordergrund ein kreisförmiger deutscher Text zu sehen ist, der Kunden darum bittet, keine Frischware aus den Kühlregalen zu entnehmen, falls sie diese nicht kaufen möchten.Dieser Aushang im Edeka soll den Kunden bewusst machen, welches Problem ihr Verhalten verursacht. © Edeka Wodarz

Das achtlose Liegenlassen von Waren zwischen den Regalen verursacht jedoch erhebliche Mehrkosten für Einzelhändler in NRW. Mitarbeiter müssen täglich Stunden damit verbringen, herumliegende Artikel aufzusammeln und an ihren ursprünglichen Platz zurückzubringen – Zeit, die für Kundenberatung oder andere wichtige Aufgaben fehlt. Besonders problematisch wird es bei Kühlwaren: Wenn Fleisch, Milchprodukte oder Tiefkühlkost außerhalb der Kühlung liegen bleiben, müssen diese Artikel komplett entsorgt werden, was zu direkten Verlusten führt. Branchenexperten schätzen, dass diese „Shrinkage“ durch unsachgemäße Warenbehandlung den deutschen Einzelhandel jährlich Millionen kostet.

Verdruss im Supermarkt: Kundenverhalten sorgt für Verluste

Im konkreten Fall aus Solingen und Wuppertal schätzt Edeka-Chef Wodarz den Schaden auf „300 Euro bis 400 Euro im Monat bei zehn bis zwölf Packungen“, die einfach so zwischen den Regalen landen und nicht mehr den Weg zur Kasse und schließlich auch nicht bis zu den Kunden nach Hause schaffen. Er hat sich daher zu einem drastischen Schritt entschieden – und will „uneinsichtigen Kunden“ sogar Hausverbot erteilen.

In einem entsprechenden Aushang, der wa.de vorliegt, heißt es: „Sehr geehrte Kunden, sollten Sie sich im Nachhinein gegen den Kauf von Ware von unserer Frischetheke entscheiden, seien Sie bitte so fair und bringen Sie die Ware an unsere Theke zurück. Das Entsorgen von Frischware in unseren Regalen im Markt ist keine Option. Kunden, die wir dabei erwischen, dass sie Ware dort entsorgen, erhalten von uns Hausverbot. Bitte denken Sie daran, dass für die Ware, die Sie an der Frischetheke bekommen, Tiere ihr Leben gelassen haben. Ihr Team von Edeka Wodarz“

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Herumliegende Waren stellen ein erhebliches Hygiene- und Sicherheitsproblem dar. Verderbliche Lebensmittel, die ungekühlt zwischen den Regalen vergessen werden, können zu Bakterienbildung führen und andere Produkte kontaminieren. Zudem entstehen Stolperfallen für andere Kunden und Mitarbeiter, was das Unfallrisiko im Geschäft deutlich erhöht. Besonders in Zeiten erhöhter Hygieneanforderungen belastet das zusätzliche Reinigen und Desinfizieren der betroffenen Bereiche die ohnehin angespannten Personalressourcen der Märkte.

Ein unordentlicher Laden mit herumliegenden Waren vermittelt einen unprofessionellen Eindruck und verschlechtert das Einkaufserlebnis für alle Kunden. Andere Käufer finden gewünschte Artikel nicht am erwarteten Platz, was zu Frustration führt und die Kundenzufriedenheit mindert. Studien zeigen, dass Verbraucher saubere, gut organisierte Geschäfte bevorzugen und diese als vertrauenswürdiger wahrnehmen. Ein chaotisches Erscheinungsbild kann langfristig zu Kundenverlusten führen und schadet dem Image des Einzelhändlers in der hart umkämpften Handelslandschaft Nordrhein-Westfalens – wie auch dieser konkrete Fall aus Solingen und Wuppertal zeigt.