Leipzig – Kaum ein Lied steht so sehr für große Gefühle und Ost-Erinnerungen wie „Jugendliebe“. Seit mehr als 45 Jahren ist der Song der Soundtrack ihres Lebens – und der ihrer Fans. Ute Freudenberg, die Powerfrau mit der großen Stimme, feiert jetzt ihren 70. Geburtstag. Ein Leben zwischen Ruhm, Bruch und bewegender Rückkehr.

Geboren am 12. Januar 1956 in Weimar, wird ihr Talent früh entdeckt. Mit 15 fällt sie in einem Ferienlager auf, 1972 steht sie erstmals in einer Talentshow im DDR-Fernsehen. Parallel studiert sie an der Musikhochschule in Weimar. 1976 gründet sie die Rockband Elefant, vier Jahre später folgt der große Durchbruch: Das Album „Jugendliebe“ erscheint, der Titel wird Kult. Freudenberg wird zur beliebtesten Sängerin der DDR, füllt Hallen und sammelt Preise.

Sängerin Ute Freudenberg (vorn) 1963 im Alter von sieben Jahren mit Mutter Elisabeth und Schwester Ursula

Sängerin Ute Freudenberg (vorn) 1963 im Alter von sieben Jahren mit Mutter Elisabeth und Schwester Ursula

Foto: WAHAPRESs

Freudenbergs schmerzhafter Schritt in den Westen

1984 kommt der Bruch: Nach einem Fernsehauftritt in Hamburg bleibt die Sängerin im Westen. In Düsseldorf muss sie sich ein neues Leben aufbauen, arbeitet als Studiosängerin und singt jahrelang auf Kreuzfahrtschiffen. 1988 leiht Ute Freudenberg unter dem Namen Heather Jones dem „Tatort“-Film „Pleitegeier“ ihre Stimme.

Die Anfänge: Freudenberg 1974 im Alter von 18 Jahren

Die Anfänge: Freudenberg 1974 im Alter von 18 Jahren

Foto: WAHAPRESs

Rückkehr, Ehrungen und Abschied

Mit der Wende kehrt Ute Freudenberg zu ihren Fans zurück. 1995 steht sie wieder in Weimar auf der Bühne. Tausende singen „Jugendliebe“, unter Tränen verkündet sie ihre Rückkehr in die Heimat. Es folgt ein zweiter Karrierehöhepunkt: große Schlagershows, Tourneen, 1998 die „Goldene Henne“. 2005 wird „Jugendliebe“ zum beliebtesten Ost-Hit aller Zeiten gewählt.

1988 sang Freudenberg (damals 32) unter dem Künstlernamen Heather Jones das Titellied zur „Tatort“-Folge „Pleitegeier“

1988 sang Freudenberg (damals 32) unter dem Künstlernamen Heather Jones das Titellied zur „Tatort“-Folge „Pleitegeier“

Foto: United Archives / kpa

Freudenberg ist dankbar

Neben der Musik engagiert sich Freudenberg sozial und erhält das Bundesverdienstkreuz. 2011 landet sie mit Christian Lais und „Auf den Dächern von Berlin“ noch einmal auf Platz eins. 2022 macht sie ihre Parkinson-Erkrankung öffentlich. 2023 erscheint das Album „Stark wie nie“, dazu geht sie auf eine emotionale Abschiedstournee. Heute sagt sie dankbar: „Die Jahre, die noch kommen, gehören nun mir.“