Was für ein Wahnsinn zum Bundesliga-Start! Nach dem Abpfiff kochten bei den BVB-Stars die Emotionen hoch. Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt lieferten sich zum Liga-Restart am Freitagabend ein echtes Spektakel – am Ende stand ein 3:3, das es in sich hatte. Vor allem die irrsinnige Nachspielzeit sorgte für Gesprächsstoff: Erst traf Mo Dahoud in der 90.+4 vermeintlich zum Frankfurter Sieg, dann schlug Carney Chukwuemeka in der 90.+6 eiskalt zurück – Ausgleich in letzter Sekunde!
Was nach dem Spiel in der BVB-Kabine passierte
Trotz des späten Punktgewinns herrschte in der Auswärtskabine große Unzufriedenheit. Tenor der Spieler-Diskussionen: Für ein Top-Team ist das 3:3 deutlich zu wenig. Es zeigt die neue Anspruchshaltung innerhalb der Mannschaft.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken (49) konstatierte anschließend: „Auch wenn wir das 3:3 noch geschossen haben, haben wir in der Kabine eher darüber diskutiert, warum wir das Spiel nicht gewonnen haben. Es zeichnet die Mannschaft auch aus, dass mit dem 3:3 keiner zufrieden ist.“
So drückte es auch Verteidiger Waldemar Anton (29) aus: „Am Ende sind wir eher unzufrieden als zufrieden, weil wir uns viel vorgenommen haben. Wir hatten die Möglichkeit, das Spiel wirklich zu gewinnen. Das einzige Positive, was wir mitnehmen, ist der Lucky-Punch-Treffer. Dass wir bis zum Schluss daran geglaubt haben, ist aktuell auch eine Qualität bei uns.“ Was den Nationalspieler (zwölf Länderspieleinsätze für Deutschland) besonders aufregte: „Nach unseren Treffern haben wir ein paar Prozent weniger gemacht, das funktioniert nicht.“
Mit einem Sieg hätte Dortmund in der Tabelle zehn Punkte zwischen sich und die Frankfurter bringen können, so bleiben es sieben. Immerhin: Durch den gewonnenen Zähler kann der BVB (33 Punkte) zumindest an diesem Spieltag nicht mehr von Platz zwei verdrängt werden.
Ricken vor der englischen Woche mit den Ligaspielen gegen Bremen (Dienstag, 20.30 Uhr) und St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr) weiter: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, angriffslustig in die nächsten beiden Heimspiele zu gehen. Denn aus dem Spiel, nicht unbedingt aus dem Ergebnis, und insbesondere aus der zweiten Halbzeit können wir viel mitnehmen.“