Zwischen Regalen voller Sojasaucen, Mehlmischungen und liebevoll gepackter Kartons entsteht in Dresden ein Stück Japan – zumindest kulinarisch. Hier, bei der „1mal1 Japan GmbH“, arbeitet Elisa Röhr daran, japanische Küche alltagstauglich zu machen. Ohne Schnickschnack, ohne Hürden, aber mit viel Respekt vor der Esskultur des Landes, wie sie sagt.
Vom Reiseerlebnis zur Geschäftsidee
Die Wirtschaftsingenieurin entdeckte ihre Leidenschaft auf der Hochzeitsreise nach Japan. Tokio, das Essen, die Atmosphäre, all das wirkte nach, erzählt sie. Zum ersten Jahrestag habe ihr Mann ihr eine Website geschenkt. Röhr füllte sie zunächst neben dem Beruf mit Inhalten rund um japanische Küche. Aus dem Hobby wurde mehr. Erste Produkte kamen hinzu, später ein eigener Online-Shop.
Kochboxen mit Event-Charakter
Heute verkauft sie japanische – und inzwischen auch koreanische – Kochboxen. Das Paket ist eine in sich geschlossene Einheit: ein Rezept, verständlich Schritt für Schritt erklärt, dazu alle Zutaten, die es braucht, um Gerichte wie Ramen, Okonomiyaki, Gyoza oder Mochi zu Hause nachzukochen.
„Es soll gelingen, auch ohne Vorkenntnisse“, sagt Röhr. Die Boxen seien bewusst nicht auf eine einzelne Portion ausgelegt. Stattdessen sollen sie Menschen zusammenbringen. Gemeinsam kochen, probieren, Zeit verbringen und die japanische Küche erleben.
Warum japanische Küche so besonders ist
Für Röhr liegt der Reiz der japanischen Küche in ihrer Reduktion. Wenige Zutaten, klare Aromen, immer wieder ähnliche Grundlagen, die neu kombiniert werden. Miso, Dashi, Sojasauce oder Algen sorgen für Tiefe, ohne Schärfe. „Man schmeckt einfach, dass es japanisch ist“, sagt sie. Gleichzeitig sei die Küche überraschend leicht und alltagstauglich.
Regional produziert, bewusst entwickelt
Immer mehr Teile des Sortiments entsteht laut Röhr nicht mehr in Japan, sondern in Sachsen. Im Umland von Dresden lässt Röhr eigene Mehlmischungen herstellen, etwa für Okonomiyaki (eine Art Pizza) oder Gyoza (Teigtaschen). Komplett ohne Zusatzstoffe, ohne Konservierungsmittel, rein pflanzlich.
Röhr testet die Gerichte selbst, mit normalem Ofen und normalem Kochfeld. Dass sie keine Kochausbildung hat, sieht sie als Vorteil. Sie koche selbst strikt nach Rezept, genau wie viele ihrer Kundinnen und Kunden. Deshalb seien die Anleitungen bewusst klar gehalten.
Zwischen Lagerstress und ruhigen Sommermonaten
Die Nachfrage ist groß. Besonders im Weihnachtsgeschäft stoße das Team regelmäßig an Grenzen, sagt Röhr: Lagerfläche, Verpackungsmaterial, Versand. Der Sommer sei ruhiger, biete Zeit zum Nachdenken, Planen und Entwickeln neuer Ideen.
Aufmerksamkeit durch den Gründerinnenpreis
Ein besonderer Moment war für das Team der Gewinn des Gründerinnenpreises. Zum ersten Mal kam Aufmerksamkeit von außen, ohne eigenes Zutun. Neue Kundinnen, Glückwünsche, Anerkennung. „Plötzlich mussten wir niemanden mehr überzeugen“, sagt Röhr. Der Preis habe Vertrauen geschaffen und dem Unternehmen Sichtbarkeit gegeben, auch über den bestehenden Kundenkreis hinaus.
Erfolg ohne große Vorsätze
Große Ziele für das neue Jahr formuliert Elisa Röhr bewusst nicht. Ein erfolgreiches Jahr ist für sie eines, in dem Menschen weiterhin gemeinsam japanisch kochen. Wenn ihre Kochboxen dabei helfen, ist ihr das genug. Vielleicht ist es genau diese Haltung, die den Erfolg erklärt: Reduktion aufs Wesentliche, wie in der japanischen Küche selbst.