Moskau: Russland schoss mit Mittelstreckenrakete „Oreschnik“ Russland hat nach eigenen ​Angaben als Reaktion auf einen angeblichen Drohnenangriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin erneut seine Hyperschallrakete Oreschnik auf ein Ziel in der Ukraine abgefeuert. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Freitag mit, ‍der Angriff habe kritischer Infrastruktur in der Ukraine gegolten. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte den Einsatz der ‌Rakete, die vom Testgelände Kapustin Jar nahe dem Kaspischen Meer gestartet worden sei. Der Gouverneur der westukrainischen Region Lwiw hatte zuvor erklärt, ​ein russischer Angriff ⁠habe ein Infrastrukturziel getroffen. Unbestätigten Berichten in sozialen ‌Medien zufolge handelte es sich dabei um einen großen unterirdischen Gasspeicher. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat Russland bei dem jüngsten Angriff insgesamt 36 Raketen und 242 Drohnen eingesetzt.

Die Regierung in Kiew hatte die Darstellung Russlands als Lüge zurückgewiesen, es habe einen Angriff auf eine Residenz Putins gegeben. ​Auch die US-Geheimdienste ‍hatten dazu keine Erkenntnisse. Die Regierung in ‌Kiew warf Russland vor, die Behauptung ziele darauf ab, die ohnehin schwierigen und von den USA vermittelten Friedensgespräche zu sabotieren. US-Präsident Donald Trump sagte, er glaube nicht, dass es den Angriff auf Putins Residenz gegeben habe.

Es ist das zweite Mal, dass Russland ⁠die Oreschnik eingesetzt hat. Die ​Mittelstreckenrakete kann nach Angaben Putins wegen ihrer Geschwindigkeit von mehr als der zehnfachen Schallgeschwindigkeit, also etwa 12 000 Kilometer pro Stunde, nicht abgefangen werden. Sie kann sowohl mit konventionellen als auch mit ‍nuklearen Sprengköpfen bestückt werden und soll eine Reichweite von bis zu 5000 Kilometern haben. Moskau hatte die Oreschnik – russisch für ‌Haselnussbaum – erstmals im November 2024 gegen eine Rüstungsfabrik in der Ukraine eingesetzt.

Damals hieß es aus ukrainischen Kreisen, die Rakete habe nur Gefechtskopf-Attrappen getragen und begrenzten Schaden angerichtet. Einige westliche Vertreter äußerten sich skeptisch über die Fähigkeiten der Waffe. Im Dezember ‍hatte Russland mitgeteilt, das Raketensystem im verbündeten Belarus stationiert zu haben, ⁠um seine Fähigkeit zu verbessern, im Kriegsfall Ziele in ganz Europa anzugreifen. Moskau werde auch künftig auf Terrorangriffe antworten, drohte das Militär weitere mögliche Schläge mit Oreschnik an.