„Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein“, stellen die Vorsitzenden der fünf im Regionalparlament der Insel vertretenen Parteien in einer gemeinsamen Erklärung klar. Die Zukunft Grönlands müsse „von den Grönländern bestimmt werden“.

Kein anderes Land habe dabei etwas zu sagen, betonen die Parteichefs. „Wir müssen selbst über die Zukunft unseres Landes entscheiden, ohne Druck zugunsten einer voreiligen Entscheidung, ohne Aufschub und ohne Einmischung anderer Länder.“

Trump will China und Russland zuvorkommen

US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen erneut damit, dass die Vereinigten Staaten Grönland mit Gewalt übernehmen könnten. Er würde gerne einen Deal machen – aber wenn es nicht einfach gehe, werde man es „auf die harte Art und Weise tun“.

Grönland Pituffik 2025 | US-Vizepräsident JD Vance besucht die Pituffik Space BaseIm März 2025 hatte US-Vizepräsident JD einen Besuch Grönlands genutzt, um für die Übernahme durch die USA zu werbenBild: Jim Watson/AFP

Zur Begründung sagte Trump, wenn die USA in Sachen Grönland nichts unternähmen, würden Russland oder China dies tun – und beide Länder wolle man „nicht als Nachbarn haben“. Bei einem Treffen mit Führungskräften von US-Ölkonzernen im Weißen Haus rechtfertigte Trump auch das amerikanische Vorgehen in Venezuela mit Verweis auf Peking und Moskau. Ohne die USA „wären China und Russland dort gewesen“, sagte er.

Der US-Präsident hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass er die zum NATO-Partner Dänemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Als Gründe führte er deren strategische Bedeutung und eine zuletzt starke Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region an.

NATO könnte Arktis stärker überwachen

Russland und China haben ihre militärischen Aktivitäten vor Ort in den vergangenen Jahren tatsächlich verstärkt. Keines der beiden Länder erhob bislang jedoch Anspruch auf Grönland. 

Mehrere NATO-Staaten werben angesichts der jüngsten Äußerungen der US-Regierung für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis. Nach Angaben von Diplomaten sieht ein Vorschlag vor, einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) zu starten. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden könne.

gri/wa (afp, dpa)