Die Beschneidung wurde in Entwürfen für Staatsanwälte in England und Wales als mögliche Form von Kindesmissbrauch aufgeführt, was bei religiösen Gruppen Besorgnis auslöste und eine erneute Debatte über Regulierung und Kindersicherheit auslöste.

Der Entwurf des Crown Prosecution Service (CPS) (über The Guardian) stellt die männliche Beschneidung neben andere „schädliche Praktiken“ wie Jungfräulichkeitstests und Missbrauch im Zusammenhang mit Zwangsheiraten und stellt fest, dass sie zwar an sich nicht illegal ist, aber eine Straftat darstellen kann, wenn sie unter schädlichen oder unangemessenen Umständen durchgeführt wird.

Beschneidung könnte gemäß dem neuen Entwurf der CPS als Kindesmissbrauch eingestuft werdenStaatsanwaltschaft // Shutterstock

Die Leitlinie folgt auf Warnungen von Gerichtsmedizinern und Gerichten nach mehreren Todesfällen und schweren Verletzungen im Zusammenhang mit Beschneidungen, die außerhalb regulierter medizinischer Einrichtungen durchgeführt wurden. Seit 2001 wurden mindestens sieben Todesfälle von Jungen unter 18 Jahren in Fällen verzeichnet, in denen die Beschneidung ein beitragender Faktor war.

Jüdische und muslimische Organisationen kritisierten die Formulierung und sagten, sie gefährde die Stigmatisierung rechtmäßiger religiöser Praktiken. Sie betonten, dass Beschneidung zentral für die religiöse Identität ist, und forderten stattdessen stärkere Schutzmaßnahmen, Akkreditierung und Aufsicht, um unsichere Verfahren zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Dokument sei noch in Entwurfsform und unterliegt einer Konsultation, bevor eine endgültige Richtlinie herausgegeben wird.