Düsseldorf – Eine junge Frau sitzt in ihrem Auto, pinkfarbene Mütze auf dem Kopf, Tränen laufen übers Gesicht. Länger als eine Minute lang filmt sie sich selbst, völlig verzweifelt. „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich stehe seit 20 Minuten in meiner Tiefgaragenausfahrt, weil es einfach so am Schneien ist und ich hier nicht weiter wegkomme.“

Celinas Blick aus dem Audi-Cockpit: Die Auffahrt war am Mittwochnachmittag gegen 14 Uhr nicht beräumt

Celinas Blick aus dem Audi-Cockpit: Sie hat die Auffahrt fast geschafft, als sie sich festfährt …

Foto: TikTok.com/einfachcelinat

Millionen Aufrufe

Ein paar Flocken werden für sie zum Endgegner. Das Video geht im Internet viral, der Clip erreicht auf TikTok inzwischen 1,9 Millionen Aufrufe. Und das sind längst nicht alle. Das Video wird auf Facebook geteilt, landet in unzähligen WhatsApp- und Telegram-Gruppen. Die Reaktionen dort sind gnadenlos. „Führerschein im Lotto gewonnen?“, fragt ein Nutzer. Ein anderer schreibt: „Einfach immer weiter warten, irgendwann ist Sommer.“

Schnell stellt sich die Frage: Ist das echt? Oder nur Satire? BILD hat die Frau aus dem Video gefunden. Sie erzählt, wie es zu dem Tränen-Video kam – und wie die Sache ausging.

Das Video einer jungen Frau, geht gerade im Internet viral: „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich stehe seit 20 Minuten in meiner Tiefgaragenausfahrt, weil es einfach so am Schneien ist.“ BILD fand sie.

Das Video einer jungen Frau, geht gerade im Internet viral: „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich stehe seit 20 Minuten in meiner Tiefgaragenausfahrt, weil es einfach so am Schneien ist.“ BILD fand sie.

Foto: TikTok.com/einfachcelinat

... aber ein kleines Stück fehlt noch

… aber ein kleines Stück fehlt noch

Foto: TikTok.com/einfachcelinat

Celina T. schildert die Situation

Celina T. (22) lebt seit einem Jahr in Düsseldorf. Sie arbeitet als Pflegefachkraft für einen ambulanten Pflegedienst. Ein verantwortungsvoller Job. Am Mittwoch, gegen 13.40 Uhr, macht sie sich auf den Weg zur Arbeit. Menschen, die ihre Hilfe brauchen, warteten sehnsüchtig auf sie. „Wegen des Schnees fuhr ich extra etwas früher los“, erzählt Celina.

Im Internet kassiert Celina viel Spott und Häme. Es wird sogar vermutet, es handele sich um Satire

Im Internet kassiert Celina viel Spott und Häme. Es wird sogar vermutet, das Ganze sei Satire

Foto: TikTok.com/einfachcelinat

Als sie die Tiefgaragenausfahrt hinauffährt, bemerkt sie plötzlich, wie die Reifen auf dem festgefahrenen Schnee durchdrehen. Aus Angst, wieder zurückzurutschen, zieht sie die Handbremse. „Ich war komplett überfordert mit der Situation“, sagt sie.

Die junge Wahl-Düsseldorferin ohne Tränen im Gesicht. Sie wuchs in Bielefeld auf

Die junge Pflegerin aus Düsseldorf ohne Tränen im Gesicht. Sie wuchs in Bielefeld auf

Foto: privat

Angst um den Firmenwagen

Ihre größte Sorge: der Firmenwagen, ein Audi A1. Celina hat seit fünf Jahren den Führerschein, fährt arbeitshalber viel Auto. Trotzdem gesteht sie: „Den letzten Schnee hatten wir 2021. Ich habe nicht viel Erfahrung damit.“ Und: „Die Ausfahrt war nicht geräumt oder gestreut.“

In ihrer Not bittet sie einen Passanten um Hilfe: „Ich wollte rückwärts zurück in die Tiefgarage, aber das Tor war schon zu. Ich fragte, ob er es für mich öffnen kann, da es ziemlich schnell automatisch schließt.“ Stattdessen verunsichert der Fremde sie noch mehr: „Er meinte, ich solle den Wagen gegen das Tor knallen lassen. So eine dumme Aussage.“

Mehr zum ThemaMann mit Laubgebläse wird zum Retter

Celina lädt den Clip auf ihrem TikTok-Kanal „einfachcelinat“ hoch. Dass das Video so durch die Decke gehen würde, hat sie natürlich nicht erwartet.

7. Januar, 14.19 Uhr: Der unbekannte Retter mit dem Laubgebläse hilft Celina aus ihrer misslichen Lage

7. Januar, 14.19 Uhr: Der unbekannte Retter mit dem Laubgebläse hilft Celina aus ihrer misslichen Lage

Foto: TikTok.com/einfachcelinat

Was der Clip nicht zeigt: „Nach 40 Minuten kam ein Mann mit einem Laubbläser. Er pustete den Schnee vor meinen Reifen weg und leitete mich durchs Fenster an. Er hat mich gerettet!“ Mit 20 km/h ging es dann – verspätet, aber erleichtert – doch noch zur Arbeit.