Wehrdienst-Debatte
Wolfgang Niedecken für ein Comeback des Zivildienstes
10.01.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 1 Min.
Für Wolfgang Niedecken ist 2026 ein besonderes Jahr: Er selbst wird 75 und seine Band BAP 50 (Archivbild). (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)
Der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken hat sich für eine mögliche Wiedereinführung des Zivildienstes ausgesprochen. Seine eigenen Erfahrungen spielten dabei eine zentrale Rolle.
Der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken hat sich für eine mögliche Wiedereinführung des Zivildienstes ausgesprochen. Der 74-jährige BAP-Sänger äußerte sich am Samstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Köln zu diesem Thema.
Niedecken sagte: „Mir hat das gut getan“. Er erinnerte sich an seine eigene Zeit im Zivildienst nach seinem Kunststudium. Anfangs sei er skeptisch gewesen. „Als ich nach dem Kunststudium Zivildienst machen musste, habe ich erst gedacht: ‚Oh nein, jetzt habe ich doch gerade einen Fuß in der Türe mit ersten Ausstellungen und so weiter – und nun das.‘ Das hat mir gar nicht in den Kram gepasst. Aber als ich einmal dabei war, habe ich schnell gemerkt, dass das gut für mich war.“
Niedecke über Zivildienst: „Hat mir noch einmal einen komplett anderen Blickwinkel ermöglicht“
Der Musiker habe damals Essen auf Rädern zu alten Menschen gebracht. Er erinnerte sich: „Die waren teilweise geradezu in ihrer Wohnung gefangen, weil sie ohne Aufzug im vierten oder fünften Stock wohnten.“ Diese Erfahrung habe ihn geprägt.
Die soziale Arbeit mit den alten Menschen habe seinen Horizont erweitert, so Niedecken. „So bin ich eben nicht im Elfenbeinturm gelandet. Das hat mir noch einmal einen komplett anderen Blickwinkel ermöglicht“, erklärte er.
Trotz seiner positiven Erinnerungen an den Zivildienst sehe Niedecken auch die Herausforderungen für die jüngere Generation. Er betonte: „Eine Rentenreform muss in jedem Fall her“. Der Sänger fügte hinzu: „An diese Probleme muss man rangehen, das sind wir den Jüngeren schuldig.“
