In den sozialen Netzwerken sorgt dieser Tage eine eindrucksvolle Karte zur Schneebedeckung Europas für Aufmerksamkeit. Veröffentlicht wurde sie unter anderem vom Südtiroler Meteorologen Sigi Fink, bekannt als Wetterexperte bei Hitradio Ö3. Sein Hinweis: Rund 80 Prozent der europäischen Landfläche seien aktuell von Schnee bedeckt – ein Ausmaß, das es seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben habe.
Sigi Fink hat eine spannende Wetterkarte geteilt.
So viel Schnee wie lange nicht mehr
Bestätigt wird die Einschätzung von Sigi Fink auch vom internationalen Wetterportal Ventusky, das Satelliten- und Modelldaten auswertet. Dort heißt es wörtlich: „Almost 80% of Europe’s surface is currently covered by snow. This is the largest extent in recent years.“
In einem Vergleich der Schneebedeckung seit 2018 zeigt Ventusky, dass eine noch größere Ausdehnung zuletzt nur in den Wintern 2009 und 2010 beobachtet wurde, während ein ähnlich hohes Niveau 2017 erreicht wurde. Im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre liegt der aktuelle Winter damit etwa auf Rang vier der schneereichsten Winter in Europa. Grundlage dieser Aussage ist die Schneedecken-Analyse von Ventusky auf Basis satellitengestützter Daten und numerischer Wettermodelle.
Was dies für das Wetter bedeutet
In den sozialen Medien wird unter anderem auf die großräumige Wetterlage verwiesen, die seit Wochen von stabilen Kaltluftströmungen aus dem Norden und Osten geprägt ist.
Diese sorgen dafür, dass sich Schnee nicht nur in Hochlagen, sondern auch in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas sowie im Alpenraum bis in tiefere Lagen halten kann. Aus meteorologischer Sicht handelt es sich um eine klassische Winterwetterlage, wie sie in dieser räumlichen Ausdehnung in den vergangenen Jahren seltener zu beobachten war.
Auch für Südtirol bedeutet diese Situation einen ausgeprägten Winter mit durchgehend geschlossener Schneedecke in vielen Tälern und Mittelgebirgslagen. Die aktuellen Karten zeigen, dass große Teile des Kontinents gleichzeitig winterlich geprägt sind – ein Umstand, den sowohl die Auswertungen von Ventusky als auch die Einschätzung erfahrener Meteorologen wie Sigi Fink bestätigen.