Freiburgs Igor Matanovic bejubelt seinen Treffer

Stand: 10.01.2026 18:59 Uhr

Der SC Freiburg hat am Samstagnachmittag das Mittelfeldduell in der Fußball-Bundesliga gegen den Hamburger SV gedreht und verdient mit 2:1 (0:0) gewonnen. Das späte Siegtor von Joker Igor Matanovic sorgte allerdings für viel Diskussionsstoff: HSV-Trainer Merlin Polzin konnte einen ausgebliebenen Foulpfiff überhaupt nicht nachvollziehen.


Markus Kramer

„Ich kann es nicht akzeptieren und verstehen, dass das Tor gewertet wird“, sagte der wütende Polzin im Sportschau-Interview. Johan Manzambi hatte bei der Enstehung des Freiburger Siegtors im Kopfballduell Jordan Torunarigha mit dem Ellenbogen getroffen, ein Foulpfiff war aber ausgeblieben. „Es erschließt sich mir nicht, wie das klare Foul nicht dazu führt, dass wir einen Freistoß bekommen und das Tor nicht zählt. Jeder, der das Tor noch mal sieht, wird sich mir anschließen: Es ist ein klares Foul“, so Polzin.

Schiedsrichter Timo Gerach sah das anders. Er sagte der Sportschau: „Der Stürmer geht zum Ball, es gibt einen Kontakt, aber das ist für mich fußballtypisch. Eine Schlagbewegung habe ich nicht wahrgenommen, deswegen ging es für mich weiter.“

Luka Vuskovic hatte die Hamburger zuvor per Kopf in Führung (48. Spielminute) gebracht. Nur fünf Minuten später glich Vincenzo Grifo per Elfmeter aus, nachdem der bereits verwarnte Daniel Elfadli im Strafraum Freiburgs Lucas Höler zu Fall gebracht hatte – Strafstoß und Gelb-Rot gegen den Verteidiger waren die Folge. Joker Matanovic schob in der Schlussphase zum heiß diskutierten Siegtreffer für die spielbestimmenden Freiburger ein (83.).

Freiburg distanziert Hamburg in der Tabelle

Tabellarisch vergrößerte das Team von Julian Schuster mit dem Sieg die Distanz auf den HSV auf sieben Punkte. „Es war nicht einfach heute“, sagte Freiburgs Trainer nach der Partie gegenüber der Sportschau. „Wenn eine Mannschaft so tief steht, ist Geduld gefragt. Das hat die Mannschaft geschafft.“ Mit nun 23 Zählern kletterte der SCF auf Rang acht.

Die Hamburger hingegen warten weiter auf den ersten Auswärtssieg der Saison und bleiben bei 16 Punkten stehen. Je nach den Ergebnissen der Konkurrenz aus Wolfsburg und Augsburg (beide am Sonntag im Einsatz) könnte der HSV auf Rang 15 abrutschen.

Downs beginnt beim HSV, aber Freiburg dominiert

Beim Hamburger SV war Trainer Polzin angesichts einiger verletzungsbedingter Ausfälle im Offensivbereich beinahe dazu gezwungen, Winter-Neuzugang Damion Downs direkt von Beginn an aufzubieten. Downs, aus Southampton ausgeliehen, konnte sich zunächst aber nicht in Szene setzen – was allerdings weniger an ihm als am äußerst passiven Auftreten seiner Mannschaft lag.

Freiburg begann dominant, sammelte Ballbesitz und spielte sich früh gute Torchancen heraus. Lukas Kübler (9.), und Lucas Höler (19. und 23.) vergaben nach sehenswerten Angriffen der Gastgeber aber jeweils aus guten Positionen. Der Schwung aus der Anfangsphase hielt aber nicht an. Freiburg blieb spielbestimmend, doch der HSV stabilisierte sich, ließ tief stehend kaum mehr etwas zu.

Bei neun zu null Torschüssen zugunsten der Freiburger nach einer halben Stunde durfte man sich aber schon fragen, wieso sich die temporeiche Gäste-Offensive um Downs, Bakery Jatta und Jean-Luc Dompé so selten in Szene setzte. Immerhin: Am Ende der ersten Hälfte steigerten sich die Gäste etwas. Erste Chancen wie Nicolás Capaldos Abschluss im Strafraum (41.) sowie Fabio Vieiras Freistoß-Schlenzer (45.) waren die Folge.

Spektakel zu Beginn der zweiten Hälfte

Wirklich Fahrt nahm die Partie aber erst in den zweiten 45 Minuten auf – und das direkt mit Wiederanpfiff. Nach einem Eckstoß von Miro Muheim stieg Vuskovic am höchsten und köpfte in Richtung lange Ecke. Höler klärte noch, der Ball hatte aber schon die Torlinie überquert, der HSV führte. Vuskovic, 18-jähriger Innenverteidiger und Senkrechtstarter dieser Saison, traf bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit.

Führung für die Gäste: Luka Vuskovic trifft zum 0:1

Lange durften sich die Gäste aber nicht über ihre Führung freuen. Nur drei Minuten nach dem Hamburger 1:0 brachte Elfadli Höler im Strafraum zu Fall, ein Freiburger Elfmeter sowie die Ampelkarte gegen den bereits verwarnten Hamburger waren die Folge. Grifo blieb cool, glich mit einem wuchtigen Schuss nach links aus und signalisierte mit seinem zeitsparenden Jubel die Marschrichtung für seinen SCF: Jetzt sollte die Partie komplett gedreht werden.

Wieder ein Jokertor: Freiburgs Matanovic sorgt für Jubel

Seine Freiburger schnürten die Hamburger fortan ein, die aber in Unterzahl gut verteidigten und kaum Großchancen zuließen. Der eingewechselte Matanovic durfte es mal per Kopf versuchen (72.), sonst waren lange kaum zwingende Freiburger Aktionen zu sehen. Das änderte sich, als Jan-Niklas Beste nach Manzambis Kopfballzweikampf gedankenschnell vors Tor querlegte und Matanovic in echter Mittelstürmer-Manier den Ball über die Linie drückte.

Matanovics Tor war bereits das achte Jokertor der Freiburger, ein Wert, den nur der FC Bayern übertrifft. „Das ist eine Qualität von uns, das möchte ich auch, dass uns das auszeichnet“, kommentierte Schuster Freiburgs Stärken von der Bank. So spät das Siegtor aber fiel – es war verdient: Die Freiburger verzeichneten über die gesamte Spielzeit ein klares Chancenplus (20:9 Torschüsse), während die Hamburger insgesamt zu ungefährlich blieben.

Freiburg in Leipzig, HSV gegen Leverkusen

Freiburg ist in der englischen Woche am Mittwochabend bei RB Leipzig zu Gast (20.30 Uhr). Der HSV empfängt bereits tags zuvor, am Dienstagabend, Bayer Leverkusen (20.30 Uhr).