Die Weihnachtspause ist vorbei und die eventuell dazu gekommenen Pfunde bestenfalls wieder abtrainiert. Gleich zu Beginn wartet auf den TV Korschenbroich eine anspruchsvolle Aufgabe, wenn es am Samstagabend zum Tabellenfünften TSV Bonn geht.
Für TVK-Trainer Frank Berblinger ist es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, war er doch vor seinem Antritt beim TVK vier Jahre für die ehemaligen Bundeshauptstädter tätig. „Das Spiel an sich ist für mich völlig normal“, sagt Berblinger und fügt an: „Wir fahren nach Bonn, um zu gewinnen. Aber das Drumherum ist für mich dann doch etwas Besonderes.“ Das liegt insbesondere daran, dass sein Kontakt nach Bonn nie abgebrochen ist. Hin und wieder spricht er mit ehemaligen Spielern. Einen regelmäßigen Kontakt pflegt Berblinger zudem zum Bonner Trainer Florian Benninghoff-Luehl. „Flo war mein spielender Co-Trainer. Wir sprechen eigentlich regelmäßig miteinander, wobei wir uns nicht über die Gegner oder andere Aspekte im Handball unterhalten.“
Berblinger kennt wohl keinen Gegner so gut wie den TSV. Aus seiner Zeit spielen nach wie vor etliche Spieler in Bonn, vor allem viele der Akteure, die damals A-Jugend-Bundesliga spielten und teilweise in der ersten Mannschaft mittrainierten. Ein Vorteil?
Bonn stellt eine relativ junge Truppe, die von einigen erfahrenden Spielern geführt wird. In der Deckung agieren sie zumeist sehr offensiv. Zwar startet Bonn häufig in einer 6:0-Grundformation, die aber schnell auf eine offensivere 3:3- oder 3:2:1-Variante wechselt. Aus ihrer Abwehr heraus versuchen sie über die erste und zweite Welle Tempo zu machen. Gelingt das nicht, versuchen sie häufig den Durchbruch über Eins-gegen-eins-Aktionen. „Sie haben einen Pool von über 20 Spielern für die erste und zweite Mannschaft. Daher müssen wir darauf gefasst sein, dass wir auf verschiedensten Qualitäten stoßen. Das gilt es in der Abwehr aufzufangen“, sagt Berblinger.
Bis auf Felix Krüger, der sich in Reha befindet und bei dem alles ohne Komplikationen nach Zeitplan läuft, steht in Bonn der komplette Korschenbroicher Kader zur Verfügung. So auch Henrik Schiffmann, der in den vergangenen Spielen noch auf der Bank saß und nur für den äußersten Notfall vorgesehen war.
Im Duell der Aufsteiger gastiert Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag bei der HSG am Hallo Essen. Die Gastgeber verfügen über eine Reihe von Spielern, die bereits höherklassig Erfahrungen sammeln konnten. „Das ist ein brutal gutes Team, das für mich zu den Mitfavoriten um den Aufstieg zählt“, sagt der Mönchengladbacher Trainer Ronny Rogawska. „Allerdings sind sie bisher hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Wir haben uns in vier Trainingseinheiten gut vorbereitet und wollen unsere Chance nutzen, wenn sie sich auftut. Dafür müssen wir aber den starken Rückraum in den Griff bekommen.“ Bis auf Aaron Jenns (Handverletzung) und Tim Dicks (erkrankt) stehen Rogawska alle Spieler zur Verfügung. Auch Linksaußen Oliver Nix ist nach seiner langwierigen Schulterverletzung wieder einsatzfähig.