Lüneburg (Niedersachsen) – Seit Tagen fällt Schnee und verwandelt weite Teile Deutschlands in eine Winterlandschaft. Doch nach dem Schnee kommt der Frost. In der Nacht zum Sonntag droht klirrende Kälte!
„Die kommende Nacht dürfte die bisher kälteste Nacht des Winters werden“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net zu BILD. „Meine Prognosen gehen flächendeckend von mindestens minus zehn Grad in der kommenden Nacht aus. Örtlich sogar bis -20 Grad. Direkt dort, wo Schnee liegt, fünf Zentimeter über der Schneedecke gemessen, können das auch minus 25 Grad werden.“
Meteorologen warnen vor extremer Kälte
Die Wetterkarte zeigt die Temperaturen am Sonntagmorgen. Örtliche Ausreißer werden auf der Karte nicht gezeigt
Foto: wetter.net
Auch der Deutsche Wetterdienst rechnet mit eisigen Temperaturen. Erwartet werden Tiefstwerte zwischen minus fünf und minus zwölf Grad. Örtlich seien sogar minus 17 Grad möglich, teilte der DWD mit. Am wahrscheinlichsten sei das in der Lüneburger Heide in Niedersachsen. Zuvor fällt aber noch einmal Schnee. „Vor allem in Baden-Württemberg kommt noch richtig Schnee runter“, sagt Jung. Verantwortlich sei der Rest von „Schneetief Elli“.
Der Frost fordert vor allem am Abend, in der Nacht und am frühen Morgen volle Aufmerksamkeit. Fußgänger und Radfahrer müssen mit glatten Wegen rechnen. Besonders gefährlich sind gefrierende Nässe, Brücken und schattige Bereiche. Festes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen kann helfen, Stürze zu vermeiden. Radfahrer sollten ihr Tempo reduzieren und besonders vorsichtig fahren.
Stress für Autos und Technik
Für Autobesitzer bedeutet die Kälte vor allem Stress für Batterie und Technik. Bei starken Minusgraden verlieren Batterien schnell an Leistung, Startprobleme sind häufig. Vereiste Scheiben, zugefrorene Türschlösser und festgefrorene Autotüren kommen hinzu. Am Sonntagmorgen sollte deshalb Extra-Zeit eingeplant werden. Gewalt beim Öffnen kann Dichtungen beschädigen. Wer kann, stellt sein Auto geschützt ab und prüft Scheibenwaschanlage und Frostschutz.
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Fahrräder leiden ebenfalls unter der Kälte. Bremsen und Schaltungen können schwergängig werden, vor der Fahrt empfiehlt sich ein kurzer Sicherheitscheck. Hausbesitzer sollten an Wasserleitungen denken. Ungeschützte oder schlecht isolierte Rohre können einfrieren und im schlimmsten Fall platzen. Besonders gefährdet sind Keller, Garagen und Gartenleitungen. Auch Technik wie Wärmepumpen, Außenwasserhähne, Solaranlagen oder E-Bike-Akkus kann Schaden nehmen oder an Leistung verlieren.
Dominik Jung (48) ist Diplom-Meteorologe und Klima-Experte beim Online-Portal und der App wetter.net. Er betreibt einen YouTube-Kanal, auf dem er täglich das aktuelle Wetter vorstellt. Zudem ist er Geschäftsführer von „Q-Met“.
Gefahr für Tiere und Menschen
Haustiere, die normalerweise draußen leben, sollten die Nacht nicht im Freien verbringen. Auch Futterstellen für Vögel helfen Wildtieren, die Frostnächte zu überstehen. Besonders gefährlich sind Eisnächte für obdachlose Menschen. Schon wenige Stunden bei starkem Frost können lebensbedrohlich sein. Wer helfen will, sollte aufmerksam bleiben und bei akuter Gefahr den Notruf oder den Kältebus verständigen.

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Foto: Benjamin Westhoff/dpa
Das Wetter am Sonntag macht Hoffnung. „Morgen steht uns ein traumhafter Wintertag bevor. Meist ist es trocken und bewölkt. Hier und da scheint auch mal die Sonne“, kündigt Dominik Jung an. Die Temperaturen bleiben allerdings im frostigen Bereich.