Seit dem 1. Januar ist Gündüz Selcan neuer Chefarzt der Klinik für Kinder- & Jugendmedizin am Bethanien. Der erfahrene Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Arbeitsschwerpunkten in der Neonatologie, der Pädiatrischen Pneumologie und Allergologie ist in dem Moerser Krankenhaus kein Unbekannter: Bereits seit 2003 ist er am Bethanien tätig, seit 2007 als Leitender Oberarzt. Er folgt auf den langjährigen Chefarzt Michael Wallot, der sich zum Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet hat.
„Ich freue mich sehr, dass es nun endlich losgehen kann. Nach einer mehrmonatigen Übergangsphase, in der ich mich Schritt für Schritt zurechtfinden und mir dankenswerterweise noch einige Tipps und Tricks von meinem Vorgänger an die Hand geben lassen konnte, können wir nun die Handbremse lösen und durchstarten“, wird Selcan in einer Mitteilung des Krankenhauses zitiert.
Angesprochen auf seine Ziele und Pläne betont er: „Ich liebe meine medizinische Arbeit. Die bestehenden Strukturen und Abläufe möchte ich gerne so fortsetzen, dass am Ende alle zufrieden sind: Man selbst, aber in erster Linie natürlich die Eltern und ihre Kinder. Sie sollen sich gut bei uns aufgehoben fühlen – wir wollen gute Medizin anbieten und zeigen, dass hier viele Expertinnen und Experten am Werk sind.“
Konkret heißt das: Der Komfort für Familien während ihres Aufenthalts in der Kinderklinik soll erhalten bleiben und perspektivisch ausgebaut werden. Dazu, heißt es, gehöre auch das gesamt Drumherum wie etwa die Unterbringung, die Räumlichkeiten für Therapie, Behandlungen und Untersuchungen, aber auch der Ausbau der Mutter-Kind-Einheiten, um eine Trennung der Kinder von der Mutter so weit wie möglich zu vermeiden.
„Zukünftige Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen sollen das Ganze zusätzlich verstärken und verbessern“, so der neue Chefarzt. Ein großer Wunsch sei darüber hinaus die Sichtbarkeit der Klinik für Kinder- & Jugendmedizin zu stärken – nach außen und auch nach innen.
Und dann gebe es da noch die Institution Klinikclowns, die in den kommenden Jahren natürlich erhalten bleiben solle, sagt Selcan. Außerdem werde man das Thema Digitalisierung weiter mit großen Schritten angehen. „Wir sind schon dabei, aber da geht noch viel mehr. Relikte, wie etwa teilweise noch zu nutzende Papierakten sollen so schnell es geht digitalisiert werden.“
Darüber hinaus, heißt es, wolle der neue Chefarzt die Versorgung kranker Neugeborener und Extrem-Frühgeborener im Perinatalzentrum in enger Zusammenarbeit mit der Frauenklinik fortführen und in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Genauso stehe der Ausbau für die ambulante und stationäre Versorgung von Kindern mit Lungenkrankheiten und Allergien wie auch die Fortsetzung der hohen Behandlungsqualität bei Kindern mit Krankheiten der Nieren und Harnwege auf Selcans Agenda.
„Um den wachsenden Bedarf zu stemmen, wünsche ich mir darüber hinaus eine Optimierung in den Abläufen und bezüglich der Räumlichkeiten unserer Notfallambulanz“, sagt der Chefarzt. „Da eine wichtige Schnittstelle in der Versorgung immer auch bei den vielen niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen liegt, ist es mir ebenso wichtig, die Kommunikation und den Austausch mit diesen zu intensivieren und auszuweiten.“
Patienten, heißt es, könnten mit dem neuen Chefarzt einen zugewandten Mediziner erwarten. Außerdem hebt Selcan hervor, dass die Kinderklinik in Zeiten eines Mangels an niedergelassenen Kinderärzten ihren Beitrag dazu leisten wolle, diesem entgegenzuwirken, zum Beispiel durch die Facharztausbildung von künftigen Kinderärzten: „Wir wollen aktiv dazu beisteuern, dass die kinderärztliche Versorgung in der Region erhalten bleibt.“