Ukrainische Soldaten bereiten eine bewaffnete Drohne vor.

Ukrainische Soldaten bereiten eine bewaffnete Drohne vor.

picture alliance / Sipa USA | Justin Yau

Der Oberbefehlshaber der Ukraine sagte, Drohnen hätten zuletzt ebenso viele russische Soldaten außer Gefecht gesetzt, wie neu in den Kampf geschickt wurden.

Der Dezember sei der erste Monat gewesen, in dem dies zum ersten Mal der Fall gewesen sei.

Die Drohnenaktivität der Ukraine habe deutlich zugenommen und solle weiter ausgebaut werden.

Der oberste General der Ukraine sagte, dass erstmals seit Beginn des Krieges die Drohnen des Landes russische Soldaten ebenso schnell töten oder schwer verwunden, wie Russland neue Truppen ins Feld bringen kann.

Drohnen gelten als größte Bedrohung auf dem Schlachtfeld und sind für den Großteil der Verluste in diesem Krieg verantwortlich. Die Ukraine setzt stark auf unbemannte Systeme, insbesondere auf günstige First-Person-View-Drohnen, um Engpässe bei Personal und Ausrüstung auszugleichen.

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Der ukrainische Oberbefehlshaber General Oleksandr Syrskyj schrieb am Dienstag in einem Beitrag auf Telegram, dass der Dezember der erste Monat gewesen sei, in dem die ukrainischen Einheiten für unbemannte Systeme in etwa so viele russische Soldaten „neutralisiert“ hätten, wie Russland im gleichen Zeitraum einberufen habe.

Videomaterial belege demnach 33.000 russische Verluste im vergangenen Monat. „Die tatsächlichen Verluste der Besatzer sind höher“, schrieb der General.

Syrskyj nannte keine konkrete Zahl für die im Dezember neu einberufenen russischen Soldaten. Die Angaben lassen sich von BUSINESS INSIDER (BI) nicht unabhängig überprüfen.

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Russland hat keine offiziellen Opferzahlen bekannt gegeben. Was die Zahl der neuen russischen Soldaten betrifft, die jeden Monat in die Ukraine geschickt werden, so schätzte eine US-amerikanische Analyse im April letzten Jahres die Zahl auf etwa 30.000. Im Mai sagte der russische Präsident jedoch, dass die Zahl doppelt so hoch sei. Ein ukrainischer Geheimdienstbericht vom Dezember erklärte, Russland habe sein Mobilisierungsziel für 2025 von 403.000 Soldaten erreicht, was einem monatlichen Durchschnitt von mehr als 36.000 entspricht.

Zwei ukrainische Soldaten befestigen an eine Bomber-Drohne Sprengmunition.

Zwei ukrainische Soldaten befestigen an eine Bomber-Drohne Sprengmunition.

Die russischen Streitkräfte in der Ukraine setzen sich aus einer Mischung aus Vertragssoldaten, die sich freiwillig zum Kampf melden – Russland lockt Freiwillige mit verschiedenen Vergünstigungen wie Unterzeichnungsprämien – Wehrpflichtigen, die im Rahmen von Einberufungswellen rekrutiert werden, und anderen Quellen, zusammen. Russland hat in der Vergangenheit auch Häftlinge rekrutiert.

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Genaue Verlustzahlen sind unklar, doch Einschätzungen ukrainischer und westlicher Geheimdienste deuten auf hohe Abnutzung hin. Russland verfügt über eine deutlich größere Bevölkerung als die Ukraine, die ebenfalls erhebliche Verluste erlitten haben soll. Einige Schätzungen gehen von Verlusten von bis zu 1000 russischen Soldaten pro Tag aus.

Trotz der größeren Bevölkerung hat Russland versucht, wiederholte groß angelegte Zwangsmobilisierungen zu vermeiden.

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Präsident Wladimir Putin hatte öffentlich versprochen, Wehrpflichtige nicht an die Front zu schicken, aus Sorge vor politischen Konsequenzen. Das schränkt ihren Einsatz ein, auch wenn zahlreiche Berichte sowie Aussagen gefangener Wehrpflichtiger nahelegen, dass diese Zusicherungen irreführend waren.

Die wachsende Drohnenstärke der Ukraine

Syrskyj bezeichnete 2025 als einen entscheidenden Durchbruch im ukrainischen Drohnenkrieg und kündigte an, dass dieser Kurs fortgesetzt werde. Die Fähigkeiten sollen 2026 weiter ausgebaut werden.

Im Dezember sei die Zahl der durch Drohnen getroffenen oder zerstörten Ziele um 31 Prozent gestiegen, die Zahl der getroffenen russischen Soldaten um mehr als 25 Prozent, sagte er.

Bereits im November hatte Syrskyj erklärt, dass unbemannte Systeme für rund 60 Prozent aller getroffenen feindlichen Ziele verantwortlich gewesen seien. In Frontgebieten lag dieser Anteil zeitweise noch höher.

Drohnen greifen Truppen und Ausrüstung direkt an – entweder durch den Transport von Sprengstoff oder den Abwurf von Waffen wie Granaten. Gleichzeitig sammeln sie Aufklärungsdaten, die den Einsatz anderer Streitkräfte beeinflussen. Selbst kostengünstige Drohnen haben eine überproportionale Wirkung gezeigt und hochentwickelte, millionenschwere Systeme wie Panzer zerstört.

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Russland und die Ukraine befinden sich in einem Wettlauf um die Entwicklung größerer Stückzahlen und technisch fortschrittlicherer Drohnen sowie von Abwehrsystemen gegen unbemannte Fluggeräte.

Syrskyj warnte, dass auch Russland ehrgeizige Pläne im Drohnenbereich verfolge. Moskau habe nach ukrainischem Vorbild einen eigenen militärischen Bereich für unbemannte Systeme geschaffen, der derzeit über 80.000 Soldaten verfüge. Diese Zahl solle noch in diesem Jahr auf 165.500 steigen und bis 2030 auf fast 210.000.

Die Zahl der Drohnen am Himmel sei inzwischen so hoch, dass ukrainische Soldaten BI zuvor berichteten, sie könnten oft nicht erkennen, zu welcher Seite ein Gerät gehöre. In solchen Fällen versuchten sie, vorsichtshalber alle abzuschießen.

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