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McDonald‘s gibt die neue Mehrwertsteuersenkung zum Teil an Kunden weiter. Die Preissenkung beliebter Gerichte „schmeckt“ jedoch längst nicht allen.

Düsseldorf – Für die Gastrobranche gab es zum Jahreswechsel eine verspätete Bescherung. Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen zum Vor-Ort-Verzehr dauerhaft nur noch der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent statt 19 Prozent. McDonald‘s Deutschland kündigte daraufhin an, die unverbindlichen Preisempfehlungen für fünf beliebte Menüs – darunter das Happy Meal und das Big Mac McMenü – spürbar zu senken, teilweise um mehr als 15 Prozent.

McDonalds, Schnellimbiss, Schnellrestaurant Preissenkung nach MehrwertsteuersenkungDie Franchise-Kette McDonald‘s senkt bei manchen seiner Produkte die Preise. Das schmeckt nicht allen. © Felix Schlikis/Imago

„Damit möchte McDonald’s insbesondere Familien und Gäste mit kleinerem Budget entlasten“, schreibt das Franchise-Unternehmen in einer Mitteilung. Die Branche selbst stehe immer noch vor „vielfältigen Herausforderungen“. Nun wolle man „als Branchenführer Verantwortung übernehmen und für seine Gäste ein positives Signal setzen.“ Doch die Reaktionen auf diese Preissenkung fallen in der Branche und im Internet überaus gespalten aus. Indes ist auch eine beliebte Sängerin nach dem Besuch bei McDonald‘s stinksauer.

Kunden reagieren auf Preissenkung bei McDonald‘s: „Dem ist nicht mehr zu helfen“

Auf der Facebook-Seite „Gastroportal Düsseldorf“ entbrannte eine kontroverse Diskussion über die Strategie des Fast-Food-Riesen. „McDonald‘s macht den Anfang – und setzt die Branche unter Druck“, kommentierte das Portal und fragte: „Ziehen andere Systemgastronomen nach?“ Was dem Informationsportal zufolge zunächst einmal fair klinge, sei jedoch „knallharte Strategie“. Der Vorwurf: McDonald‘s nutzt die Mehrwertsteuersenkung als Vorwand für aggressive Preispolitik und setzt damit Einzelbetriebe unter Druck, die sich solche Rabatte nicht leisten können.

Während einige die Preissenkung begrüßen, äußern andere grundsätzliche Kritik an der Fast-Food-Kette. „Also wer 2026 McDonald‘s immer noch im Zusammenhang mit Nahrung oder Lebensmittel nennt, dem ist nicht mehr zu helfen“, schreibt ein Nutzer deutlich und fügt an: „Gilt für Burger King etc.“ Ein anderer User fügt hinzu: „Angesichts dessen, dass der Big Mac um knapp 40 Prozent kleiner, aber der Preis sich fast verzehnfacht hat, können die sich das leisten.“

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Laut McDonalds selbst sei der beliebte Burger in den letzten Jahren nicht kleiner geworden, lediglich dessen Form habe sich verändert, hieß es von Unternehmensseite 2025 gegenüber Der Westen. Die Preise sind über die Jahre jedoch deutlich angestiegen, wie auch die regelmäßige Änderung des Big-Mac-Index zeigt. In den USA sorgt die Rezeptur eines anderen McDonalds-Burgers für scharfe Kritik.

„Schon fängt das Jammern an“: Manche Verbraucher begrüßen Preisnachlass bei McDonald‘s

Besonders kontrovers diskutiert wird die Frage, ob Systemgastronomie überhaupt mit traditionellen Restaurants vergleichbar ist. „Das ist irgendwie Äpfel mit Birnen vergleichen. Ich kann doch McDonald‘s nicht mit einem Griechen, Italiener, Spanier usw., die ein gemütliches Restaurant betreiben, vergleichen“, argumentiert eine Nutzerin ausführlich. Sie führt zudem die aktuellen Preise für Döner ins Feld: „Bis zu zehn Euro für das Teil und fast nur noch Salat drin. Das zahle ich persönlich nicht mehr.“

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„Bei Systemgastro macht es die Masse, die Gewinne erwirtschaftet“, erklärt eine Userin die Unterschiede. Sie plädiert dafür, dass normale Restaurants ihre Preise nicht senken sollten: „Wenn ein leckeres Essen mit einem Getränk circa 25 Euro pro Person kostet, finde ich das völlig okay.“ Ein weiterer Nutzer ergänzt: „Der Effekt wird kurzfristig den einen oder anderen dazu bringen einen Burger zu essen zwischendurch… Aber wer gern ins Restaurant geht, möchte andere Küche, Service, ein anderes Erlebnis…“.

So wie ein User, der unabhängig von den Preisen eine klare Präferenz hat: „Muss ich das Zeugs jetzt essen? War auch bei 19 Prozent Mehrwertsteuer nicht bei solchen ‚Restaurants‘, sondern bin immer bei richtiger Gastronomie gewesen“.

Eine Person kritisiert jedoch die schnelle Schelte des Fast-Food-Riesen: „Das Jahr ist noch keine drei Tage alt und schon fängt das Jammern an. Da bekommt eine ganze Branche ein Steuergeschenk, einer gibt es jetzt sogar an die Kunden weiter und schon wird sich beschwert.“ Ein weiterer Nutzer, der nach eigenen Angaben häufig auswärts isst, begrüßt die Weitergabe der Steuersenkung ausdrücklich: „Wann kommen denn überhaupt mal die seltenen Steuerentlastungen – statt der ständigen Abgabenerhöhungen – beim Endkunden an?“ Fachleuten zufolge dürften die Preise für Gastro-Besucher kaum sinken. (Quelle: Facebook-Beitrag, Pressemitteilung McDonald‘s, Der Westen) (jm)