Nach Deutschland und damit auch nach Sachsen-Anhalt sind zuletzt wieder weniger Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine gekommen. Nach einem deutlichen Anstieg im Spätsommer und Herbst sank die Zahl am Jahresende. Das zeigt das bundesweite Verteilsystem, über das die Flüchtlinge auf die Länder verteilt werden.

Demnach stiegen nach Angaben des Innenministeriums in Magdeburg die Zugänge im August von gut 11.000 auf rund 18.600 im September und fast 21.000 im Oktober. Im November ging die Zahl wieder zurück auf etwa 16.600, im Dezember weiter auf rund 13.400. Sachsen-Anhalt nimmt Flüchtlinge nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf, der sich nach Bevölkerungszahl und Steueraufkommen richtet.

Junge Ukrainer dürfen vorübergehend ausreisen

Ein Grund für den vorherigen Anstieg war laut Landesinnenministerium, dass die Ukraine seit Ende August 2025 Männern zwischen 18 und 22 Jahren vorübergehend die Ausreise erlaubt. Ihr Anteil an den Neuankömmlingen lag im September zeitweise bei 34 Prozent, ist inzwischen aber auf etwa 24 Prozent gesunken. In der Ukraine gilt die Wehrpflicht weiterhin für Männer ab 25 Jahren.

Das Innenministerium weist darauf hin, dass die Zahlen stark schwanken. Viele Flüchtlinge reisen demnach auch wieder in die Ukraine zurück oder ziehen in andere Länder weiter.

Aktuell sind in Sachsen-Anhalt rund 35.750 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine untergebracht. Vor einem Jahr waren es etwa 32.850.