Der Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die USA gemahnt, die territoriale Souveränität Grönlands zu achten. Vor seiner Abreise nach Washington D.C. für Gespräche über kritische Rohstoffe, sagte Klingbeil: „Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über die Zukunft Grönlands zu entscheiden.“ Völkerrechtliche Prinzipien wie die Achtung der territorialen Souveränität und Integrität gälten für alle – „auch für die Vereinigten Staaten“, so Klingbeil weiter. „Die Sicherheit in der Arktis erhöhen wir miteinander als Nato-Verbündete, nicht in einem Gegeneinander.“

Nach dem US-Einsatz in Venezuela hatte Präsident Donald Trump seine Ambitionen für die Insel Grönland erneuert und mehrfach mit der gewaltsamen Einnahme gedroht. „Wir werden etwas auf Grönland tun, ob es ihnen gefällt oder nicht“, hatte Trump zuletzt im Weißen Haus gesagt. Er begründete diese mit chinesischen und russischen Interessen an der Insel.

Führende grönländische Politiker hatten zuletzt die Autonomie der Insel betont. „Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein“, teilten die Vorsitzenden der fünf im Parlament sitzenden Parteien mit. „Die Zukunft Grönlands muss von den Grönländern entschieden werden“, fügten sie hinzu.

Die USA haben Finanzminister mehrerer Länder nach Washington eingeladen, um über den Zugang zu kritischen Rohstoffen zu sprechen. Klingbeil hat bereits angekündigt, dass es am Rande der Gespräche auch um die US-Ambitionen in Grönland gehen werde.

Klingbeil hat zudem angekündigt, sich bei den Gesprächen in Washington für mehr internationale Kooperation bei kritischen Rohstoffen einzusetzen. Deutschland und die EU setzten auf einen fairen, regelbasierten und verlässlichen Handel, sagte er. Bei den Gesprächen geht es um Stoffe wie Lithium, Kobalt und Seltene Erden. „Der Zugang zu kritischen Rohstoffen und verlässliche Lieferketten sind für Wirtschaft und Arbeitsplätze von größter Bedeutung“, sagte Klingbeil.