• Jens Hollwedel hat am Freitag, 9. Januar, sein KI-gestütztes Album „Sir Tanzelot“ mit 21 genreübergreifenden Liedern veröffentlicht.
  • Die meisten Songtexte stammen von Hollwedel selbst, die musikalische Umsetzung erfolgte überwiegend mithilfe künstlicher Intelligenz.
  • Das Album ist als unterhaltsames Hobbyprojekt gedacht; Hollwedel verfolgt keine kommerziellen Absichten und betrachtet KI als musikalisches Instrument.

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Kopfhörer und ein Ritterhelm sind sein Erkennungszeichen. In Anlehnung an die Ritter der Tafelrunde hat der Delmenhorster Jens Hollwedel ein neues Musikprojekt mit dem Namen „Sir Tanzelot“ gestartet. Am Freitag, 9. Januar, ist das dazugehörige Album auf allen gängigen Musik-Plattformen erschienen.

Ein bunter Genre-Mix

Die 21 Lieder auf dem Album sind keinem einzelnen Genre zuzuordnen. Vielmehr ist es ein bunter Mix – von Ballermann über Techno und Electro bis hin zu Country und Reggae. Unter anderem gibt es den Song „Die da drüben“. Der Titel erinnert an den ersten Hit der Fantastischen Vier und ist laut Hollwedel auch tatsächlich von „Die da“ inspiriert. „Es geht um eine Frau, die begehrt wird“, sagt der Delmenhorster, der an der renommierten Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg Schauspiel studiert hat. Musikalisch fällt das Lied jedoch eher in die Kategorie Party-Schlager. Auch ein Rap-Song ist auf dem Album zu finden. Inhaltlich geht es in „Vorsicht“ um einen Mann, der nichts kann und die Frauen in seinem Leben alles klären lässt.

Andere Lieder auf dem Album tragen Titel wie „Bier und Chips“, „Meine Tante ist voll Ehrenmann“, „Torsten kommt auch“ oder „Uso zum Frühstück“. Man ahnt: So richtig ernst gemeint, mit tiefsinniger Botschaft, sind die Songs nicht, die „Sir Tanzelot“ macht. Und tatsächlich. „Es ist alles Quatsch“, sagt Hollwedel. Seine Intention, die er mit dem Album verfolgt, ist es, Spaß zu verbreiten. Manchmal sei dieser auch recht derb, sodass einige der Lieder für Kinderohren nicht geeignet sind.

Ausstieg aus der Theaterwelt

Für Hollwedel ist sein Musikprojekt ein Hobby. Geld damit zu verdienen, hat er nicht im Sinn. Allenfalls die Kosten, die er hineingesteckt hat, würde er gern wieder herausbekommen. Die Zeiten, in denen der Delmenhorster sein Brot mit Kunst verdient, sind längst vorbei. Als Diplom-Schauspieler war er viele Jahre an diversen Theaterbühnen deutschlandweit aktiv. 2017 stieg er aus – das hatte mehrere Gründe. Einer davon war, dass das „Theater ein Mikrokosmos ist, der einen fast versklavt“, wie Hollwedel in Anspielung auf die Zusammenarbeit mit Regisseuren sagt. Hinzu komme, dass man als Theaterschauspieler arbeitet, wenn andere frei haben. Der Delmenhorster erinnert sich noch gut, wie er eines Sonntags zu Aldi fuhr, um einzukaufen: „Ich wusste nicht, welcher Wochentag war.“ Das sei ein Leben für junge Menschen. Ihm habe es gereicht. Er kehrte zurück nach Delmenhorst.

Nach seinem Ausstieg aus der Theaterwelt war Hollwedel im Vertrieb eines Unternehmens tätig. „Ich habe unglaublich gut verdient, war aber unglücklich“, erzählt der Delmenhorster. Er sei einfach kein Vertriebler. Zwischenzeitlich habe er als Alltagsgestalter in einem Wohnpark gearbeitet. Durch einen Zufall sei er dann an einer freien Schule in Bassum gelandet. „Die Arbeit dort macht viel Spaß“, merkt Hollwedel an. Er hätte sich gewünscht, selbst auch auf eine solche Schule zu gehen. Er selbst hat sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium gemacht.

Rückkehr aus der kreativen Schaffenspause

Mit seinem Ausstieg aus der Theaterwelt stellte Hollwedel jegliches künstlerisches Schaffen ein – zumindest vorübergehend. „Nach langer kreativer Pause hat mich das Schicksal Ende des vergangenen Sommers wieder zur Kunst geführt“, erzählt Hollwedel. Ein FÖJler an seiner Schule hatte ihm gezeigt, wie man mit künstlicher Intelligenz (KI) Musik machen kann. „Das hat mich angefixt. Es kommen echt coole Sachen heraus, wenn man den richtigen Prompt einspeist“, sagt der Delmenhorster. Nur die Texte der KI seien alles andere als gut. „Die mache ich lieber selbst“, so Hollwedel. Texte schreiben habe er schließlich schon immer gern gemacht: „Verslehre war mein Lieblingsfach im Studium.“

Und so ist das Delmenhorster Musikprojekt „Sir Tanzelot“ also eine Mischung aus KI und Hollwedel. Die Texte stammen fast ausnahmslos aus seiner Feder. Lediglich bei zwei Liedern sei in den Strophen KI eingeflossen, diese wurden von ihm allerdings komplett überarbeitet, wie er betont. Die musikalische Umsetzung der Songtexte hat Hollwedel – unter Vorgabe der Stilrichtung – größtenteils der künstlichen Intelligenz überlassen. Nur in manchen Fällen habe er eine Melodie im Kopf gehabt, die er in das KI-Programm eingespeist habe. Zum Mikrofon oder einem Instrument hat er ebenfalls nicht gegriffen. „KI ist mein Orchester“, so Hollwedel. Und so kommt es, dass bei einigen Liedern von „Sir Tanzelot“ eine weibliche Stimme singt. Sein Album sieht Hollwedel entsprechend auch als eine Art Sampler.

KI-Musik: Kunst oder nicht?

Zu der Frage, ob ein mit KI entstandenes Produkt wie sein Album Kunst ist oder nicht, hat Jens Hollwedel eine klare Meinung. Zwar verstehe er gut, dass Musiker ihre Existenz gefährdet sehen. Für ihn ist KI jedoch einfach ein neues Instrument. „Man kann es so oder so spielen – gut oder schlecht“, sagt der Delmenhorster. Grundsätzlich würde er sich aber auch darüber freuen, wenn ein Musiker zu ihm kommen und sagen würde: „Lass uns deinen Song zusammen machen.“ Jetzt lässt sich Hollwedel aber erst einmal überraschen, wie das Album von „Sir Tanzelot“ bei den Menschen ankommt.

Wie beurteilt Jens Hollwedel die Auswirkungen von KI auf die Existenzsicherung von Musikern und Künstlern im Allgemeinen?

Jens Hollwedel betont, dass der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Musikbranche erhebliche Risiken für die Existenzsicherung von Musikern und Künstlern birgt. KI-Modelle könnten durch die automatisierte Generierung von Musik und die Nutzung bereits bestehender Werke ohne Vergütung zu erheblichen Einnahmeverlusten führen und damit das bisherige Urheberrechtssystem untergraben. Zugleich fordert er, dass gesetzliche Rahmenbedingungen und mehr Transparenz dringend notwendig sind, um die Rechte und Einkommen der Kreativen im digitalen Zeitalter zu schützen.

Quellen

Wie reagieren die Hörer und die lokale Kulturszene in Delmenhorst auf das KI-geprägte Musikprojekt „Sir Tanzelot“?

In den vorliegenden Artikeln findet sich keine direkte Aussage über Reaktionen der Hörer oder der lokalen Kulturszene in Delmenhorst auf das KI-geprägte Musikprojekt „Sir Tanzelot“. Die Artikel berichten allgemein über diverse Musikveranstaltungen, Wettbewerbe und die lebendige Kulturlandschaft der Stadt sowie über Herausforderungen wie Lärmschutzauflagen, aber das Projekt „Sir Tanzelot“ wird nicht erwähnt. Entsprechend liegen auf Basis dieser Quellen keine Informationen zu Wahrnehmung oder Resonanz in Delmenhorst bezüglich dieses spezifischen Projekts vor.

Quellen

Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.

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