Eine Demonstrantin hält Foto von Rosa Luxemburg auf der linken Demonstration zum Gedenken von Rosa Luxemburg zur Gedenkstaette der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. (Quelle: dpa)

Stand: 11.01.2026 14:36 Uhr

Tausende Menschen haben am Sonntag an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin erinnert. Anders als in den Vorjahren verlief das Gedenken weitgehend friedlich.

Mehr als ein Jahrhundert nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht haben Tausende Menschen in Berlin an die beiden Kommunistenführer erinnert. Rund 8.500 Menschen hätten sich an der zentralen Demonstration am Sonntag beteiligt, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei dem rbb.

Anders als in den Vorjahren habe es bisher keine Ausschreitungen gegeben. Vereinzelt sei Pyrotechnik abgebrannt, aber niemand verletzt worden, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Demonstration sei zunächst „ohne große Vorkommnisse“ verlaufen. Die Polizei setzte rund 500 Einsatzkräfte ein.

Parteichefs der Linken legten rote Nelken nieder

Die Parteichefs der Linken Ines Schwerdtner und Jan van Aken legten an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde rote Nelken nieder. Auch die Linken-Spitzenkandidatin für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Elif Eralp, war vor Ort.

Die Kommunisten Liebknecht und Luxemburg waren 1919 erschossen worden. Ein Revolutionsausschuss, dem auch Karl Liebknecht angehörte, ruf zum Sturz der Regierung von Friedrich Ebert auf. Es kam zu Massendemonstrationen und bewaffneten Kämpfen in Berlin. Diese Erhebung, die später als „Spartakusaufstand“ bezeichnet wurde, wurde von der Regierung unter Ebert mithilfe von Militär und Freikorps niedergeschlagen.

Luxemburg und Liebknecht tauchten unter, wurden jedoch entdeckt, verschleppt und verhört. Rechtsgerichtete Freikorps-Soldaten erschossen Liebknecht im Tiergarten. Luxemburg wurde ebenfalls nach dem Verhör in einem Auto erschossen. Ihre Leiche wurde in den Berliner Landwehrkanal geworfen und erst Ende Mai 1919 gefunden.

Sendung: rbb 88.8, 11.01.2026, 9:00 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg