Fulda (gü/pm) – Milseburg, Fuldaer Dom und viele weitere Motive aus der Rhön sind aktuell in der Galerie Bilder Fuchs in Fulda zu sehen. Dort wurde am Samstag die Ausstellung „Heimat – Künstler der Region“ eröffnet. Die 190 Werke zeigen die Vielfalt der Landschaft und spannen den Bogen von der klassischen Moderne über die Nachkriegszeit bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten.

„Heimat ist kein feststehender Begriff“, sagte Johannes Stock, Geschäftsführer der Galerie Bilder Fuchs: „Heimat ist der Ort, an dem Erinnerungen Wurzeln schlagen und jeder Blick vertraut bleibt – selbst, wenn vieles sich ändert.“ In seiner kurzen Ansprache ging er unter anderem auf das Künstlerdorf Kleinsassen ein, das überregionale Künstler hervorgebracht habe: „Kunst prägte das Dorf und das Dorf prägte die Kunst.“ Zudem ging er auf drei Namen näher ein: Klaus Fußmann, Pedro Schmiegelow und Erich Heckel. „In dieser Ausstellung begegnen wir ganz unterschiedlichen Handschriften“, führte Stock den Gästen mit Blick auf die dicht behängten Wände vor Augen. Er freute sich, dass trotz des winterlichen Wetters wieder so viele Menschen über den Tag verteilt und insbesondere zu den beiden Einführungen kamen. Dass diese Ausstellungsreihe immer wieder auf so große Resonanz stoße, habe sicher etwas mit Kunst, Region und Identität zu tun.

Eine Kulturhistorische Einführung gab Dr. Thomas Heiler, Kulturamtsleiter der Stadt Fulda und Vorsitzender des Fuldaer Geschichtsvereins. Er blickte darauf, wie sich der Heimat-Begriff über die Jahre geändert hat, wie die Rhön in Reiseberichten im 18. und 19. Jahrhundert vor allem als Inbegriff des Lands der armen Leute und als lebensfeindlicher Raum beschrieben wurde, und wie sich das Bild ab etwa 1860 wandelte. In der Rhönmalerei hingegen dominierten die lieblichen, freundlichen Motive. Ein Dank von Stock ging nicht nur an Heiler, sondern auch an Simone Döring von Loft 5 für die Dekoration und Genuss3 für das Catering.

In der Ausstellung gezeigt werden Werke, die sich mit Landschaft, Architektur, Menschen und Stimmungen der Region auseinandersetzen – von klassischen Rhönlandschaften mit Schafen, Dörfern und bekannten Landmarken, wie der Milseburg und Schloss Bieberstein, über Stadtansichten Fuldas mit Dom, Hexenturm und Tor zum Schlossgarten bis hin zu zeitgenössischen, individuellen Blickwinkeln, wie zum Beispiel einer Darstellung des Bonifatiusdenkmals eingebettet in Worte. Gezeigt werden unter anderem Werke von Fritz Wolf, Pedro Schmiegelow, Franz Erhard Walther, Erich Heckel, Klaus Fußmann und Ferdinand Lammeyer. Dabei tritt regionale Kunst in einen spannenden Dialog mit überregional anerkannten Positionen. Zur Eröffnung der Ausstellung waren auch Menschen mit direktem Bezug gekommen, so zum Beispiel Silvia Völker aus Rasdorf, die den künstlerischen Nachlass ihres 2019 verstorbenen Bruders Paul Völker verwaltet. Er gehörte zu den Menschen im Umfeld von Jürgen Blum, die die Kunststation Kleinsassen mit aufbauten und er war einer der ersten, die dort im „Kuhstall“ ausstellten.

Die Ausstellung „Heimat – Künstler der Region“ in der Galerie Bilder Fuchs, Abtstor 41 in Fulda, ist bis einschließlich 7. Februar zu sehen.