Bundeswehr fragt Wehrdienstbereitschaft ab: Junge Männer und Frauen in Hessen bekommen schon bald Post mit der Frage, ob sie dienen wollen. Das Interesse ist zuletzt gewachsen.

Grundausbildung bei der Bundeswehr

Grundausbildung bei der Bundeswehr
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01:03 Min.|11.01.26|hessenschau.de (Conny Bächstädt)

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Mitte Januar bekommen die ersten 18-Jährigen in Hessen Post von der Bundeswehr: Sie werden darin aufgefordert, online einen Fragebogen zu beantworten, in dem die generelle Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt wird.

Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, für Frauen ist das freiwillig – so sieht es das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz vor.

Bundeswehr: Zahl der Interessenten gestiegen

Nach Angaben der Bundeswehr gab es in Hessen bis Ende November vergangenen Jahres 6.170 Erstberatungsgespräche, im Jahr 2024 waren es 5.290 gewesen. Bis zu diesem Datum wurden 1.580 Menschen in Hessen neu eingestellt, 2024 waren es 1.420 gewesen.

„Für viele ist dieser Weg eine Möglichkeit, Verantwortung für die Sicherheit des Landes zu übernehmen“, sagte eine Sprecherin der Bundeswehr in Köln.

Zwei Bilder stehen nebeneinander. Auf der linken Seite ein junger Mann, der gerne Soldat werden möchte. Rechts daneben ist eine Broschüre der Bundeswehr zu sehen, auf der zu lesen ist: Mach was wirklich zählt.

Deutsche Friedensgesellschaft erwartet mehr Beratungsbedarf

Auf der anderen Seite entscheiden sich auch immer mehr Jugendliche, vorsorglich den Wehrdienst zu verweigern. Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) bietet dafür Beratung an – und berichtet von stark steigender Nachfrage.

„Wir gehen davon aus, dass es ab Januar noch deutlich mehr werden, wenn die Briefe ankommen“, sagt Jörg Rode vom Frankfurter Beratungskollektiv.

Weitere Informationen Wehrdienst-Modernisierungsgesetz

Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) ist zu Beginn des Jahres in Kraft getreten. Es sieht die Wiedereinführung der Wehrerfassung sowie eine verpflichtende Musterung junger Männer vor. Grundsätzlich bleibt der Wehrdienst jedoch freiwillig. Ziel des Gesetzes ist es, die Truppenstärke der Bundeswehr bis zum Jahr 2035 von derzeit rund 184.000 Soldatinnen und Soldaten auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.

Seit diesem Jahr erhalten alle jungen Männer und Frauen ab dem Geburtsjahrgang 2008 einen Fragebogen, in dem auch die Motivation zum Wehrdienst abgefragt wird. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig, da das Grundgesetz für sie keine Wehrpflicht vorsieht. Die verpflichtende Musterung für Männer ab Jahrgang 2008 soll eingeführt werden, wird in der Praxis aber erst später greifen.

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Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in Uniform

Sendung:
hessenschau.de, Wehrdienst-Fragebogen bald im Briefkasten,

11.01.26, 11:00 Uhr

Quelle: dpa/lhe