Ein Baum ragt bei nebeligem, frostigen Wetter in das zugefrorene Steinhuder Meer in der Region Hannover.

Stand: 11.01.2026 15:21 Uhr

Auch wenn Sturmtief „Elli“ inzwischen abgezogen ist, machen sich die Auswirkungen in Niedersachsen auch heute noch bemerkbar. Der Bahnverkehr läuft noch nicht reibungslos. Und für morgen ist Glatteis angekündigt.

Auf „Elli“ folgt am Montag Tief „Gunda“ – und führt laut Meteorologe Stefan Laps zu weiteren Risiken auf den Straßen. Denn: Das Tief bringe eine Warmfront nach Niedersachsen, die voraussichtlich erst mit Schnee, dann mit gefrierendem Regen und einer daraus resultierenden Glatteisgefahr einhergehe. Vor Glatteisgefahr warnt auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) für morgen. Meteorologe Laps macht im Gespräch mit dem NDR Niedersachsen klar: Die Menschen sollten morgen erneut „sehr vorsichtig unterwegs sein“. Am Morgen sei insbesondere der Berufsverkehr zwischen Weser und Elbe „gefährdet“, warnt er weiter. Gegen Nachmittag und Abend ziehen dem Meteorologen zufolge „die Glatteisreste“ über das Wendland ab.

Wetter heute: Dauerfrost, Sonne, kalte Luft

Im Gegensatz zu den Aussichten auf morgen hat sich die Lage auf den Straßen in Niedersachsen heute vorerst entspannt. Das berichten die Polizeidirektionen im Land. Das liege sicherlich auch daran, dass weniger Menschen unterwegs seien, sagte ein Sprecher. Auch die Wetterlage hat sich vorübergehend beruhigt: Heute bringt ein Zwischenhoch kalte bis sehr kalte Luft nach Niedersachsen und Bremen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf seiner Homepage mitteilt. Im Tagesverlauf gebe es auf den Inseln und im Emsland leichten Dauerfrost bei minus 3 Grad, sonst mäßigen Dauerfrost um minus 6 Grad. Auch die Sonne soll sich teilweise zeigen.

Bleiben die Schulen auch morgen zu?

Mehrere Landkreise und Städte haben bereits angekündigt, dass morgen der Unterricht witterungsbedingt ausfallen soll. Grundsätzlich entscheidet das jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt für sich. Am Freitag hatten sich alle dazu entschieden, den Präsenzunterricht ausfallen zu lassen, weil sie die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg nicht gewährleistet sahen.

Schnee liegt auf einem Verkehrsschild und Hinweisschild mit der Aufschrift "Schule".

Vielerorts findet morgen kein Unterricht in Präsenz statt. Vielen Schulen ist selbst überlassen, ob sie Distanzunterricht anbieten.

Fernverkehr der Deutschen Bahn läuft wieder an

Nachdem der Fernverkehr der Deutschen Bahn am Freitag und Samstag im Norden fast vollständig zum Erliegen kam, ist er heute Vormittag wieder angelaufen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Allerdings könne es weiter zu Ausfällen kommen. Auch im Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen kommt es nach Angaben der Bahn aufgrund der aktuellen Witterung voraussichtlich noch bis morgen zu Verspätungen und Teilausfällen.

Reisende stehen vor einer Anzeigetafel der Bahn

Die Folgen von Sturmtief „Elli“ sind im Nahverkehr in Niedersachsen noch spürbar, da droht schon eine neue Wetterlage.

Ein Mann räumt am Hauptbahnhof Hamburg auf einem Bahnsteig Schnee.

Der Fernverkehr der Bahn normalisiert sich. Streckenweise gibt es noch Beeinträchtigungen. In Niedersachsen fällt der Unterricht am Montag in mehreren Regionen aus.

Fast alle Ostfriesischen Inseln wieder erreichbar – mit Einschränkungen

Wer auf die Ostfriesischen Inseln möchte oder von einer Insel zurück auf das Festland, hat mittlerweile wieder gute Chancen, dass Fähren fahren. Unter anderem die Reederei Norden-Frisia hat ihren Verkehr nach eigenen Angaben teilweise wieder aufgenommen. Zwischen Juist und dem Festland und auch nach Wangerooge fallen die Verbindungen heute allerdings wieder aus, weil die Wasserstände zu niedrig sind und es zu viel Eis gibt.

Ein Fährschiff für die Überfahrt zur Insel Wangerooge liegt bei frostigen Temperaturen im Hafen von Harlesiel.

Grund dafür ist ein zu geringer Wasserstand und zu viel Eis im Hafen. Auch Elbfähre „Tanja“ fährt vorübergehend nicht.

Beste Wintersportbedingungen in den Mittelgebirgen

Wintersportfans haben im Harz die freie Auswahl. Skifahren geht mittlerweile fast überall, die meisten Anlagen sind geöffnet. Auch Rodeln und Skilanglauf sind möglich. Vor allem im Oberharz sind viele Loipen geöffnet. Wintersport ist dieser Tage auch im Weserbergland möglich. So haben in Springe am Deister Lifte für den Skibetrieb geöffnet. Im Solling gibt es Rodelspaß in Neuhaus und in Silberborn.

Hahnenklee: Ein Mann fährt mit Skiern über eine Piste am Bocksberg im Harz.

Skifahren geht inzwischen fast überall im Harz. Nur wenige Lifte oder Bahnen sind geschlossen.

Zwei Kinder sitzen auf Schlitten auf einem verschneiten Waldweg.

Im Skigebiet am Deister startet damit der alpine Skibetrieb. Auch Skilanglauf und Rodeln abseits der Pisten ist möglich.

Schnee und Frost positiv für die Landwirtschaft

Die Landwirte machen sich wegen der Minusgrade keine Sorgen um Wintersaat oder Böden. Im Gegenteil: Der Frost löst im Erdreich einen Prozess aus, der dazu führt, dass die Böden aufgelockert werden und mehr Luft, Wasser und Nährstoffe speichern können. Diese Frostgare erleichtert dann die Aussaat im Frühjahr.

Ein verschneites Feld bei Harbarnsen

Die diesjährige Ernte könnte laut dem Landvolk Niedersachsen profitieren. Ein Grund dafür ist die sogenannte Frostgare.

Ein Auto ist auf Norderney komplett eingeschneit.

Der Fern- und Regionalverkehr bleibt eingeschränkt. Am Montag droht Glatteis, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

Eine Stadtbahn ist in Hannover im Schnee stecken geblieben.

In Hannover sind zwei Stadtbahnen entgleist. Die Lage auf den Straßen in Niedersachsen ist wegen des Sturms angespannt.

Eine Frau fährt am Abend mit einem Fahrrad durch das verschneite Hannover.

Die Schulen in Niedersachsen bleiben am Freitag geschlossen. Im Regional- und Fernverkehr sind Zugausfälle angekündigt.