Amt Achterwehr. Das Thema Ausbau schneller Internetzugangsmöglichkeiten macht derzeit eine Tournee durch alle acht Gemeinden im Amt Achterwehr. Dahinter steckt ein Vorhaben, das gewährleisten soll, dass auch die Dörfer beim Zukunftsthema Digitalisierung mithalten können. Mit fast 15 Millionen Euro wird die Aktion nicht gerade billig, es locken jedoch erhebliche Zuschüsse.
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Schon im August vergangenen Jahres hatten die Gemeindevertretungen in Achterwehr, Bredenbek, Felde, Krummwisch, Melsdorf, Ottendorf sowie Quarnbek und Westensee beschlossen, die flächendeckende Versorgung mit einem Glasfasernetz auf die Amtsverwaltung zu übertragen. Jetzt müssen sie ihre Beschlüsse nachbessern, weil bislang keine Aussagen zur Finanzierung des nicht ganz billigen Projekts getroffen wurden.
Glasfaser für alle im Amt Achterwehr würde 14,5 Millionen Euro kosten
Solche Aussagen fehlten allerdings aus gutem Grund, denn nach den Worten von Amtskämmerer Marco Carstensen liegen derzeit nur „latent realistische Kalkulationswerte zu den finanziellen Folgen für das Amt und damit die Gemeinden“ vor. Dennoch: Fördermittel fließen nur, wenn es ein Konzept zum Thema Geld gibt. Und so wird im Amt Achterwehr eben ein Stück weit im Trüben gefischt.
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Klar ist immerhin, dass es etwa 14,5 Millionen Euro kosten würde, in den acht Gemeinden alle Glasfaser-Versorgungslücken zu schließen. Dafür würden bereits Fördermittel in Höhe von 75 Prozent bewilligt, sodass etwa 3,6 Millionen Euro am Amt hängen bleiben würden.
Solidarbeitrag für Glasfaser im Amt Achterwehr
Gut möglich ist allerdings, dass dieser Betrag für Glasfaser noch einmal um bis zu 50 Prozent auf etwa 1,8 Millionen Euro schrumpft. Das jedenfalls glauben die Fachleute des mit dem Projekt beauftragten Planungsbüros Planeo. Erhebliche Einsparungen versprechen sie sich unter anderem davon, dass die Glasfaser-Erschließung für jede Gemeinde in einem separaten Los ausgeschrieben wird.
So oder so haben es das Amt und die Gemeinde mit etlichen unbekannten Größen zu tun. Das soll durch einen Solidarbeitrag etwas abgefedert werden. 20 Prozent der Erschließungskosten wollen die Gemeinden solidarisch über eine einmalige Erhöhung der Amtsumlage fördern. Unabhängig von der Zahl der noch zu versorgenden Haushalte und der Länge der noch zu verlegenden Leitungen würde diese 20-Prozent-Quote auf alle gleich verteilt.
Die Restausbau-Bedarfe in den Gemeinden differieren erheblich.
Marco Carstensen
Kämmerer des Amtes Achterwehr
Bezogen auf den erhofften Eigenanteil von 1,8 Millionen Euro entsprächen die 20 Prozent einer Summe von 362.000 Euro, die entsprechend der jeweiligen Einwohnerzahl umgelegt werden soll. Ottendorf und Achterwehr als die kleinsten Gemeinden wären mit jeweils etwa 30.000 Euro dabei, Melsdorf als größte Gemeinde mit fast 80.000.
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Die verbleibenden 80 Prozent der Kosten werden nach diesem Modell auf die einzelnen Gemeinden umgelegt, und das laut Kämmerer Carstensen aus gutem Grund. „Die Restausbau-Bedarfe in den Gemeinden differieren erheblich“, stellt er fest. Während etwa in Quarnbek noch 714 Adressen zu erschließen sind und dafür 23,5 Kilometer Leitungen nötig sind, sind es in Westensee zwar nur 139 Grundstücke, das jedoch bei einer exakt gleichen Leitungslänge.
Wie mit diesen Unterschieden umgegangen werden soll, ist indes noch unklar. Würden die 80 Prozent nach Haushaltszahl umgelegt, wäre Quarnbek mit 950.000 Euro dabei. Ginge es nach der Trassenlänge, käme die Gemeinde dagegen mit 333.000 Euro davon. Die tatsächliche Belastung dürfte sich am Ende zwischen diesen beiden Größenordnungen bewegen.
Wenn, wie zuletzt die Gemeindevertretung Quarnbek, alle Dorfparlamente zugestimmt haben, will sich das Büro Planeo an die Ausschreibung der Kabelverlegung machen. Sollten dann höhere Zahlen als erhofft herauskommen, müsste im Amt Achterwehr womöglich doch noch einmal neu über Glasfaser nachgedacht werden.
KN