Solche Szenen sieht man im Bobsport ganz selten. Beim Weltcup-Rennen in St. Moritz (Schweiz) stürzt der US-Bob in der ersten Kurve. Drei der vier Athleten fallen aus dem Rennschlitten – schwere Verletzungen bleiben zum Glück aus.

US-Pilot Kristopher Horn schaute sich nach den ersten Metern einmal verdutzt um. Seine Anschieber Carsten Vissering, Hunter Powell, Caleb Furnell saßen nicht mehr mit im Bob (210 Kilogramm schwer).

Was war passiert? In der ersten Kurve rutschte Anschieber Vissering aus, der Schlitten kam ins Taumeln. Powell schlitterte sogar über die rechte Bande der Bahn, schließlich flog auch Bremser Furnell aus dem Schlitten. So fuhr Horn im als Viererbob getarnten Einerbob den Eiskanal runter.

Carsten Vissering und Hunter Powell fliegen rechts aus dem Bob heraus

Carsten Vissering und Hunter Powell fliegen rechts aus dem Bob heraus

Foto: Denis Balibouse/REUTERS

Eine durchaus brenzlige Situation. Denn auf seinem Pilotenplatz ganz vorn kann Horn nicht bremsen. Dafür ist im Bob der ganz hinten sitzende Athlet zuständig. Nach der Zieldurchfahrt rutschte Horn geistesgegenwärtig ans Ende des Schlittens, zog die Rechenbremse – und erhielt für dieses Manöver sogar Szenenapplaus.

Das beste US-Team wurde trotzdem disqualifiziert. Laut Reglement müssen bei der Zieldurchfahrt alle vier Insassen im Bob sitzen. Die gefährliche Situation ging trotzdem gut aus, die drei aus dem Bob geschleuderten Anschieber verletzten sich nicht schwer. Bitter: Schon am Samstag war Horn mit dem Zweierbob gestürzt.

Schrecksekunde auch für Francesco Friedrich

Auch der viermalige Olympiasieger Francesco Friedrich erlebte mit seiner Crew einige Schrecksekunden: Trotz Startbestzeit von 4,98 Sekunden krachte beim Einsteigen seiner Crew der rechte Anschubbügel an die Eisbande, ließ sich dadurch nicht mehr einklappen. Da nutzte auch das Draufhauen während der Fahrt von Anschieber Felix Straub nichts.

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So ging es mit voller Geschwindigkeit und enormer Sturzgefahr in die Steilkurve „Horse-Shoe“. Erst im unteren Bereich klappte der Bügel ein. Doch wertvolle Zeit aufgrund der Aerodynamik blieb im Eiskanal liegen. Friedrich wird am Ende Sechster beim Sieg von Adam Ammour (24). Der Gesamtweltcup-Führende Johannes Lochner (32) wird Zweiter.