Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) gibt es in Augsburg erst seit wenigen Monaten. Trotzdem tritt die Partei mit einem eigenen Oberbürgermeisterkandidaten bei der kommenden Kommunalwahl an. 37 Mitglieder hat BSW in Augsburg. Beim Neujahrsempfang im Hotel am alten Park wurde deutlich, dass Interesse an der Gruppierung besteht. Das Thema „Frieden“, das sich die BSW auf die Fahnen geschrieben hat, spricht an. Rund 120 Menschen nahmen an dem Empfang teil.
BSW Spitzenkandidat Jens Wunderwald war von dem Interesse an der Veranstaltung selbst etwas überrascht. „Wir hatten schon die Befürchtung, vor leeren Stuhlreihen zu reden“, sagte er am Rande der Veranstaltung. „Unser Redner Michael Lüders zieht offenbar – er ist ja auch sehr bekannt“, so der Kandidat. BSW-Mitglied Lüders hielt einen Vortrag unter dem Titel „Friedensangst – warum deutsche Außenpolitik scheitert“. Das Thema scheint viele Menschen gerade anzusprechen, wie im Publikum zu erfahren war.
Das Thema Frieden ist für viele Besucher wichtig
„Ich bin Alt-68er, Pazifist und links eingestellt – da spricht mich die BSW sehr an“, sagte etwa Rudolf Hofbauer. Mit der Kriegspolitik der deutschen Bundesregierung sei er nicht einverstanden, weshalb er BSW wähle. „Sahra Wagenknecht vertritt in dieser Frage noch am ehesten meine Position“, so der Besucher.
Bettina Zoczek fühlt sich von den etablierten Parteien in Augsburg nicht mehr vertreten. „Jens Wunderwald hat mich heute eingeladen und ich schaue mir die BSW mal an“, berichtet sie. „Ich bin ja gespannt, ob sich BSW durchsetzen kann und jetzt erst mal die notwendigen Unterschriften zusammenbekommt, um überhaupt antreten zu können“, so Zoczek.
Die Unterschriften waren dann auch ein wichtiges Thema im Grußwort des OB-Kandidaten Wunderwald. Von den notwendigen 470 Unterschriften fehlen noch rund 300 berichtete er auf Nachfrage aus dem Publikum. Er begrüßte das Publikum auf Russisch und fragte: „Sind wir Freunde von Russland oder Freunde von Putin? Nein, sind wir nicht.“ Aber man müsse mit beiden Seiten sprechen, wenn man Frieden will. BSW ist für Diplomatie statt militärischer Eskalation und lehnt Waffenlieferungen in Kriegsgebiete ab.
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