- Chefarzt Frank Wösten vom Klinikum Bremen-Nord empfiehlt bei Schnee und Glätte, möglichst zu Hause zu bleiben, besonders für ältere Menschen.
- In der Notaufnahme gibt es derzeit mehr Patienten mit Verletzungen durch Stürze, vor allem Knochenbrüche; Überlastung besteht laut Chefarzt nicht.
- Der ADFC rät Radfahrern bei Schnee zu niedrigem Sattel, weniger Luft in den Reifen und sichtbarer Kleidung; gegenseitige Rücksichtnahme wird betont.
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Endlich weißer Winter. Endlich liegt auch Norddeutschland mal unter einer Schneedecke. Was viele erfreut, kann für den einen oder die andere aber auch zum Verhängnis werden. Nicht jeder kann befolgen, was Frank Wösten, Chefarzt der zentralen Notaufnahme im Klinikum Bremen-Nord und Ärztlicher Direktor des Klinikums, den Menschen in diesen winterlichen Tagen rät: „Zu Hause bleiben.“
Kinder und Jugendliche müssen zur Schule, Erwachsene zur Arbeit oder Einkäufe erledigen. Dafür geht es hinaus in die wunderbare Winterwelt und schon bald auf glattes Pflaster. So manche Nebenstraße ist die reinste Eispiste. Da ist der Fußgänger froh, wenn er Tippelschritt für Tippelschritt zwischendurch ein bisschen harschen Schnee oder eine eisfreie Stelle unter die Sohlen bekommt. Im ungünstigsten Fall endet der Gang nicht am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Obst- und Gemüseladen, sondern in der Notaufnahme des Klinikums Bremen-Nord.

Frank Wösten ist Chefarzt der zentralen Notaufnahme im Klinikum Bremen-Nord.
Foto:
Christian Kosak
Derzeit seien es etwas mehr Patienten mit Verletzungen als sonst, die in die Notaufnahme kommen, berichtet der Chefarzt. „Aber nicht viel, viel mehr. Wir sind nicht überlastet“, fügt er hinzu. „Wir haben generell viel zu tun und behandeln nicht nur Patienten mit Verletzungen“, schildert Frank Wösten die Situation in der Notaufnahme. Im Moment seien auch viele Infektionskrankheiten unterwegs. Zum Beispiel Corona.
Schwierige Brüche
Wer auf eisglattem Weg gestürzt ist, trägt oft einen Bruch davon. Am Handgelenk, an Ober- oder Unterarm, am Oberschenkel, zählt der Klinikdirektor die typischen Verletzungen dieser Tage auf. „Bei Älteren sind es oft Oberschenkelhalsfrakturen.“ Gerade ältere Menschen seien von den schwierigeren Brüchen betroffen, weiß der Mediziner. Gleichwohl landen auch Jüngere mit Verletzungen in der Notaufnahme, aber sie seien in der Regel noch besser beweglich und könnten sich leichter abfangen.
Unter diesen Patienten sind auch Radfahrer. Manche Menschen seien auf ihr Fahrrad angewiesen und müssen auch bei Eis und Schnee in die Pedale treten, sagt Jürgen Möller, Sprecher der Stadtteilgruppe Bremen-Nord des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs – kurz ADFC. Er steige allerdings bei einer Temperatur von drei Grad abwärts nicht mehr aufs Rad, erzählt der Lesumer. Diejenigen, die es trotzdem tun, haben das Glück, dass „die Radwege meistens eher geräumt sind als die Gehwege“. Weswegen in diesen Tagen auch Fußgänger die Radwege nutzen. Da sei gegenseitige Rücksichtnahme geboten, rät Jürgen Möller.
Tipps für Radler
Für alle, die aufs Fahrrad nicht verzichten können, hat er Tipps parat. „Man sollte im Winter etwas Luft aus den Reifen lassen“, rät der passionierte Radfahrer. „Das sorgt für eine bessere Haftung auf dem Boden.“ Und bei Autos nicht erlaubt, bei Fahrrädern aber schon: Reifen mit Spikes. Ein weiterer Tipp für winterliche Radler lautet: den Sattel tiefer stellen. „Dann haben die Füße schneller den Kontakt zum Boden.“ Außerdem sollten Radfahrer „gleichzeitig, aber vorsichtig“ beide Bremsen benutzen, wenn sie anhalten wollen. Allerdings nicht in Kurven. Dort lautet die Devise: besser das Bremsen vermeiden. Und wenn es keine Möglichkeit zum Bremsen gibt, zum Beispiel weil der Boden zu glatt ist, sollte man Ruhe bewahren und versuchen, das Rad ausrollen zu lassen.
Keine Frage sei es auch, betont der ADFC-Stadtteilsprecher, für alle Verkehrsteilnehmer gut sichtbar zu sein. Helle oder reflektierende Kleidung sei sinnvoll und natürlich die Beleuchtung am Rad. Die wiederum sollte aber andere nicht blenden. Lampen, die mit ihrem Lichtstrahl Verkehrsschilder anleuchten, seien eindeutig zu hoch eingestellt. Und schließlich noch dieser Ratschlag: „Alle Verkehrsteilnehmer sollten bei Schnee und Glätte die Geschwindigkeit reduzieren.“
Gesunder Menschenverstand
Tipps für möglichst unfallfreie Wege bei Schnee und Glätte gibt auch der Leiter der Notaufnahme. Es könne helfen, sagt Frank Wösten, „den gesunden Menschenverstand“ zu nutzen. Wer etwa bei dem derzeitigen Wetter mit glatten Schuhen unterwegs sei, müsse wissen, dass das Risiko, zu verunfallen, größer ist. Außerdem rät der Arzt, langsam zu gehen. Ob das der oft empfohlene Pinguin-Gang sein muss, sei fraglich. Die ungewohnte Bewegung könne dazu führen, dass man sich unsicherer auf den Beinen fühlt.
Für alle Fälle sei die Notaufnahme im Klinikum Bremen-Nord in Habachtstellung. Zumal die Schneezeit noch nicht beendet ist. „Im Bedarfsfall können wir immer das Personal hochziehen“, sagt der Chefarzt. „Wir haben eine gut funktionierende Unfallchirurgie.“ Notfallpatienten würden im Notfallzentrum schnell begutachtet, bevor sie nach Dringlichkeit weiterbehandelt werden. Wer nicht schwer erkrankt sei, müsse dann aber auch mit Wartezeit rechnen. Frank Wösten weist zudem auf den hausärztlichen Notdienst hin, der zwischen 19 und 23 Uhr unter der Rufnummer 116 117 zu erreichen ist. Er richtet sich an Menschen, die nicht schwer erkrankt sind und nicht in die Notaufnahme müssen.
Welche typischen Verletzungen werden laut Chefarzt Frank Wösten in der Notaufnahme des Klinikums Bremen-Nord bei Schnee und Glätte behandelt?
Laut Chefarzt Frank Wösten werden in der Notaufnahme des Klinikums Bremen-Nord bei Schnee und Glätte typischerweise Knochenbrüche, insbesondere Arm- und Beinfrakturen, behandelt. Diese Verletzungen entstehen häufig durch Stürze, zum Beispiel von Rutschen, Trampolinen oder auf glatten Straßen bei winterlichen Verhältnissen. Zusätzlich können auch andere Verletzungen wie Schädel-Hirn-Trauma oder Gesichtsfrakturen nach Unfällen auftreten, wobei die ärztliche Erstversorgung im Vordergrund steht und nicht immer sofort geröntgt wird.
Quellen
Welche präventiven Maßnahmen und Verhaltenstipps geben Chefarzt Frank Wösten und der ADFC während der Schneezeit, um Unfälle zu vermeiden?
Chefarzt Frank Wösten und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfehlen während der Schneezeit, besonders auf eine angepasste Geschwindigkeit, einen deutlich größeren Sicherheitsabstand und eine vorausschauende Fahrweise zu achten, um Unfälle zu vermeiden. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass das Fahrzeug richtig ausgerüstet ist – insbesondere sind Winterreifen mit ausreichender Profiltiefe sowie funktionierende Beleuchtung und Batterie wichtig. Bei Schnee und Eis sollte auf freie Sicht durch gründlich gereinigte Scheiben geachtet werden; im Zweifelsfall raten die Experten dazu, das Auto stehen zu lassen und den Wetterbericht regelmäßig zu prüfen.
Quellen

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