Leipzig. Während die Konkurrenz wahlweise einschneit oder erfriert, grüßt Lok Leipzig seit Sonnabend aus dem 16 Grad warmen Belek. Eingedenk der eisigen Winde im Heimathafen Probstheida fühlt sich der Regen an der türkischen Küste an wie eine wohlige Dusche. Es gibt definitiv unangenehmere Orte für ein Trainingslager.
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Der Wettbewerbsvorteil gegenüber manchem Regionalliga-Kontrahenten ergab sich für die Herren von Coach Jochen Seitz umgehend. Chemie Leipzig etwa konnte zum Start des neuen Trainers Alexander Schmidt am Freitag nur in der Halle neben dem Kunze-Sportpark trainieren, der für Samstag geplante Test gegen den VfB Merseburg fiel gleich ganz flach. Der FC Eilenburg muss aus Mangel an Alternativen regelmäßig gar die Soccerworld Leipzig zur fußballerischen Leibesertüchtigung aufsuchen, um nicht ausschließlich im Kraftraum beschäftigt zu sein. Dagegen sind die Bedingungen am Mittelmeer in vielerlei Hinsicht nahezu perfekt.
Fast alle Spieler können „voll durchziehen“
Am Samstag reiste der Lok-Tross unbeschadet sowie pünktlich an, gekrönt von einem an ein Dinner grenzendes Abendessen im mit fünf Sternen versehenen Spice Hotel & Spa. Dort residieren die Probstheidaer eine Woche lang. Am Sonntag folgten die ersten beiden Einheiten unter türkischem Himmel. Der Trainingsplatz liegt 100 Meter von der Luxus-Herberge entfernt. Einzige Herausforderung: heftige Böen. „Es war sehr, sehr windig. Trotzdem konnten wir voll durchziehen und werden auch in den kommenden Tagen sehr viele Inhalte in die Einheiten packen“, sagte Lok-Geschäftsführer Toni Wachsmuth.
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Bis Dienstag wird jeweils zweimal täglich trainiert. Am Mittwoch testen die Leipziger im etwa 45 Minuten entfernten Side gegen Rot-Weiß Oberhausen (Regionalliga West). Bis auf den Langzeitverletzten Jan Stein und Malik McLemore, der nach Kreuzbandriss noch eingeschränkt trainiert, sind alle Mann einsatzfähig. Am Donnerstag geht es ausnahmsweise etwas entspannter zu. Nach der Trainingseinheit am Vormittag werden einige Kicker zusammen mit Sponsoren den Golfschläger schwingen. Für den Rest der Truppe ist ein Ausflug in die Umgebung geplant.
Carl Zeiss Jena muss für Lok umziehen
Da einige Fans und ab Dienstag etwa 50 Sponsoren mit dabei sind, ist Kontakt zwischen Spielern und Unterstützern ausdrücklich erwünscht. „Wir wollen uns Zeit für Fans und Sponsoren nehmen, die wir sonst im normalen Wochenrhythmus nicht haben“, erzählt Wachsmuth. Ob an den Abenden der beliebte einheimische Apfeltee oder doch womöglich ein paar kühles Efes (Teambuilding!) fließen, blieb zunächst ungeklärt. Das Hotel jedenfalls wirbt mit drei verschiedenen Theken („Casablanca Bar“, „Caramel Beach Bar“, „Sherbet Beach Bar“) und sogar einer Disco.
Anekdote am Rande: Verfolger Carl Zeiss Jena residierte ebenfalls im Spice Hotel, verlängerte seinen Aufenthalt in der Türkei spontan. Allerdings mussten die Thüringer für Lok Platz machen und für die Trainingslager-Zugabe in ein anderes Hotel umziehen. Immer noch besser als durch den deutschen Frost zu stapfen. Egal wie sich die Wetterlage entwickelt: Lok Leipzig wird an den geplanten sieben Tagen in der Türkei festhalten.
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Am Freitag steht für die Herren von Jochen Seitz ein Trainingslager-Test gegen West-Regionalligist Fortuna Köln auf dem Programm. Es soll sozusagen der abschließende sportliche Höhepunkt des Trainingslagers werden, das mit einem Mannschaftsabend endet. Tags darauf endet die Zeit in südlichen Gestaden, dann hebt die Maschine gen Norden ab. An der Intensität der Vorbereitung dürfte sich auch in Leipzig nichts ändern. Schließlich startet Lok am 31. Januar in Meuselwitz ins neue Pflichtspieljahr.
LVZ