Berlin – Die Gewalt-Exzesse blieben diesmal aus, dafür bestimmten linke Fantasten die traditionelle Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Die Parteispitze der Linken traf sich bereits Sonntagfrüh direkt in der Gedenkstätte der Sozialisten (Friedrichsfelde), legte dort rote Nelken nieder.

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Etwas später machten sich laut Polizei 8500 Teilnehmer zu Fuß auf den Weg von Friedrichshain nach Lichtenberg. In den Vorjahren kam es dabei stets zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, teilweise wurden Beamte gezielt angegriffen.

Diesmal wurde vereinzelt Pyrotechnik abgebrannt, aber niemand verletzt, so Polizeisprecher Florian Nath. Die Demonstration sei „ohne große Vorkommnisse“ verlaufen. Die Polizisten mussten sich allerdings beleidigen lassen. Am Bahnhof Lichtenberg skandierten die Demonstranten „Mörder, Lügner, Bullenschweine“. Es gab auffallend viele junge Demonstranten, einige waren vermummt. Die Polizei begleitete die Demonstration mit rund 500 Einsatzkräften, es gab acht Festnahmen.

Vereinzelt wurde auf der Demo auch Pyro gezündet

Vereinzelt wurde auf der Demo auch Pyro gezündet

Foto: Timo Beurich

„Klassenkampf“ und „Revolution“

Auf Transparenten waren die Konterfeis von Luxemburg, Liebknecht und Lenin zu sehen. Dazu die Parole „Die Welt schreit nach Sozialismus“. Auf anderen hieß es „Nein zur Wehrpflicht“ oder „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“. Wiederholt riefen linke Splittergruppen zu „Klassenkampf“ und „Revolution“ auf, zeigten Hammer und Sichel – das bekannteste Symbol des Kommunismus. Auch Fotos von Stalin und Mao wurden gezeigt – beide Diktatoren sind für eine Terror-Herrschaft mit Millionen Toten verantwortlich.

Vereinzelt waren DDR-Fahnen und mehrfach die palästinensische Flagge zu sehen. Das Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee (zählt der Verfassungsschutz zu Hamas-Unterstützern) stellte einen eigenen Block und schrie immer wieder „Free, free Palestine“.

Die Kommunisten Liebknecht und Luxemburg waren 1919 von rechtsgerichteten Freikorps-Soldaten erschossen worden.