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Einmal E-Auto, immer E-Auto? Nicht unbedingt. Jetzt packen ehemalige Stromer-Fahrer aus: Warum sie wieder zum Verbrenner wechselten.
München – Elektroauto oder Verbrenner? Auch wenn diese Frage nicht mehr in der extremen Schärfe diskutiert wird, wie noch vor einigen Jahren: Das Thema polarisiert noch immer. Die Zahl der E-Auto-Neuzulassungen ist in Deutschland im vergangenen Jahr jedenfalls deutlich gestiegen: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) war 2025 (Januar bis November) fast jede fünfte Neuzulassung ein Elektroauto (18,8 Prozent). Doch: Nicht alle E-Umsteiger bleiben auch beim Stromer, sondern kehren wieder zum Verbrenner zurück, wie eine Studie aus dem Jahr 2024 ergab. Ein Reddit-User wollte es genau wissen – und erhielt im Forum r/automobil ein gewaltiges Echo.
Warum wechseln E-Auto-Fahrer wieder zum Verbrenner? Auf Reddit haben einige Nutzer ihre Gründe dafür verraten. (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago
Mehr als 600 Kommentare sammelten sich in kürzester Zeit unter dem Post (weiter unten zu finden) an. Der User wollte wissen: „Wo sind die ganzen Leute, die vom E-Auto zurück zum Verbrenner gewechselt haben?“ Und es sind tatsächlich einige, wie die Beiträge zeigen. Die Gründe? Unterschiedlich: Einigen war die Reichweite zu gering. Doch es gibt auch andere Wechselgründe.
„Im Winter kam dann die Ernüchterung“ – Warum E-Auto-Fahrer zum Verbrenner wechseln
Hier einige Beispiele:
- Der Besitzer eines Honda e fand seinen Stromer „wirklich toll“. Doch: „Im Winter kam dann aber die Ernüchterung. Die Reichweite war einfach viel zu gering.“ Es sei nicht möglich gewesen, nach der Arbeit noch einen spontanen Trip zu unternehmen. Weil er nicht auf der Arbeit laden konnte und es leid war, ständig zu kalkulieren, sei er wieder auf einen Verbrenner umgestiegen.
- „Hatte ein Jahr einen Polestar 2 als Dienstwagen und bin wieder zum Verbrenner“, berichtet ein User. „Hauptgrund war die schlechte Ladesituation.“
- „Ich hatte ab Ende 2015 für ein paar Jahre einen Nissan Leaf mit 24-kWh-Akku ohne ChaDeMo, d.h. nur Wechselstromladen (mehrere Stunden)“, schreibt ein Nutzer. „Die theoretische Reichweite betrug etwa 140 km, aber in der Praxis, mit Autobahn, waren das unter 100 km.“ Nach einigen Jahren habe er den Stromer mit „Riesenverlust“ wieder verkauft. Aktuelles Auto: ein BMW 540d.
- Ein weiterer Kommentator nennt nicht die Marke, erklärt aber, dass er mit seinem Stromer weder zu Hause noch auf der Arbeit laden konnte. Das sei zwar machbar gewesen, aber auch extrem nervig: „Endgegner war dann der Urlaub in Südtirol.“ Ein halbes Jahr später sei er zurück zum Verbrenner.
Überzeugt vom E-Auto: „Ich werde nicht mehr auf Verbrenner wechseln“
Doch es gibt auch eine Menge User, die nach wie vor von ihrem E-Auto begeistert sind. So berichtet ein Autofahrer, er habe sich einen Dacia Spring gekauft, obwohl dieser „ein paar Tausender“ über seinem Preislimit gelegen habe. Auf den „E-Geschmack“ sei er gekommen, weil er jahrelang den Stromer seines Bruders fahren durfte: „Wenn du einmal elektrisch gewohnt bist, dann steigst du nicht mehr in einen lauten Verbrenner.“
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Vielen geht es ähnlich. „Ich werde nicht mehr auf Verbrenner wechseln. Komfort, Platzangebot, Beschleunigung eines Stromer sind einem Verbrenner einfach überlegen“, schreibt ein Nutzer. „Die Ladesäulen-Abdeckung ist mittlerweile so gut in Europa, da hatte ich bisher noch keine Probleme, mit leeren Batterien gestrandet zu sein.“ Auch ein Elektro-Neueinsteiger bekundet, sich nie wieder einen Verbrenner zulegen zu wollen. „Das Laden funktioniert einfach besser als erwartet, vor allem im alltäglichen Bereich“, schreibt er. „Das Fahrgefühl ist einfach angenehmer und die ganzen technischen Vorteile sind auch ein großes Plus! Einfach überlegen im Großstadtverkehr.“
E-Auto oder Verbrenner: Wahl gründlich überdenken
Die Diskussion zeigt deutlich: Es gibt nicht das eine richtige Auto für alle. Während die einen die Ruhe und den Komfort des elektrischen Fahrens schätzen, sind andere auf maximale Flexibilität angewiesen. Die Entscheidung zwischen E-Auto und Verbrenner hängt stark von den persönlichen Lebensumständen ab – von der Wohnsituation über die täglichen Fahrtstrecken bis hin zu den individuellen Prioritäten. Was für den Stadtbewohner mit eigener Garage perfekt funktioniert, kann für den Vielfahrer ohne Lademöglichkeit zum Problem werden. Ein Wechsel will also wohlüberlegt sein. (Quellen: Reddit, eigene Recherche) (sop)