Eissegler und viele Personen stehen auf dem zugefrorenen Großen Müllroser See. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Stand: 11.01.2026 16:18 Uhr

In Berlin und Brandenburg sind viele Flüsse und Seen derzeit zugefroren, zahlreiche Menschen wagten sich deshalb am Wochenende auf die Eisdecke. Dabei warnt die Polizei eindringlich vor Gefahr – sogar aus dem Hubschrauber.

  • Zugefrorene Seen und Flüsse locken viele Menschen aufs Eis in der Region
  • Polizei warnt per Lautsprecher vor Gefahren, auch vom Hubschrauber aus
  • In Berlin soll Mensch ins Eis eingebrochen sein
  • Temperaturen bleiben eisig in Berlin und Brandenburg

Trotz Warnungen der Behörden betreten derzeit viele Menschen in Berlin und Brandenburg zugefrorene Seen und Flüsse.

In Brandenburg gab es am Wochenende Schlittschuhläufer unter anderem auf dem Heiligen See in Potsdam und auf dem Madlower See in Cottbus. Auf dem Müllroser See im Landkreis Oder-Spree waren sogar einige Eissegler unterwegs.

Durchsagen aus Polizeihubschrauber: Menschen sollen Eis verlassen

Am Sonntag tummelten sich in Berlin bei strahlendem Sonnenschein viele Menschen auf dem zugefrorenen Landwehrkanal. Allein am Samstag waren laut Berliner Polizei 200 bis 300 Menschen auf der Rummelsburger Bucht unterwegs. Man habe sie mit Durchsagen aus einem Polizeihubschrauber aufgefordert, wieder ans Ufer zu gehen.

Einen ähnlichen Einsatz habe es in Berlin-Schmöckwitz gegeben, so der Sprecher. Er mahnte, man könne auch auch andere Menschen gefährden, wenn man einbreche, denn dadurch werde die gesamte Eisdecke instabil.

Zahlreiche Menschen tummeln sich auf dem zugefrorenen Landwehrkanal

Eine Person soll in Berlin in Eis eingebrochen sein

Einen Polizeieinsatz gab es auch an der Lohmühlenbrücke, die die Stadtteile Neukölln und Treptow verbindet. Dort soll eine Person ins Eis eingebrochen sein, sich aber selbst gerettet haben, wie ein Polizeisprecher sagte. Etwa 50 bis 70 Menschen seien auf dem Eis gewesen.

Auch dort hätten sie die Menschen mit einer Lautsprecherdurchsage aufgefordert, die Eisfläche zu verlassen, sagte der Polizeisprecher.

Polizei: Lieber auf überschwemmten Wiesen Schlittschuh laufen

Ansonsten gab es bislang keine Berichte aus Berlin oder Brandenburg, wonach Menschen im Eis eingebrochen sind. Die Wasserschutzpolizeien in Berlin und Brandenburg warnen aber trotz der vergangenen Frostnächte weiterhin davor, die Eisflächen zu betreten.

Eine vermeintlich geschlossene Eisdecke sei noch keine Garantie für Sicherheit sei. Es sei nicht zu erkennen, ob beispielsweise Strudel wärmeres Wasser vom Grund nach oben transportieren. Auch Abwässer oder die Schifffahrt könnten das Eis dünn halten. Alternativ, so heißt es in einer Mitteilung, könne man auf überschwemmten Wiesen Schlittschuh laufen.

Einen Unfall gab es am Sonntagmorgen im Berliner Bezirk Spandau: Nach Angaben der Feuerwehr war ein Mann von einem Schiff ins kalte Wasser gefallen. Der etwa 50 Jahre alte Mann habe wiederbelebt werden müssen und sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Etwa 40 Feuerwehrleute waren vor Ort.

Sonntagnacht bis zu minus 15 Grad

Die Temperaturen bleiben am Sonntag und Montag frostig in der Region. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) liegen die Höchstwerte am Sonntag zwischen minus fünf und minus einem Grad.

In der Nacht zu Montag gehen die Werte runter auf minus sieben bis minus 15 Grad, örtlich können es sogar minus 20 Grad werden. Der Montag bringt leichten Schneefall mit bei Werten von minus drei bis minus einem Grad tagsüber.

Sendung: rbb24 Inforadio, 10.0..2026, 13:30 Uhr

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