Modisch setzen Brautpaare wieder vermehrt auf ein edles und klassisches Auftreten. Foto: Lichtgut
Kleiner und stilvoller werden die Hochzeiten 2026 – zumindest laut der Aussteller der Stuttgarter „Trau dich“-Messe in der Liederhalle. Was ist 2026 noch Trend?
Am eigenen Hochzeitstag möchten Mann und Frau, dass alles perfekt ist, schließlich heiratet man idealerweise nur einmal im Leben. Rund um das Ja-Wort hat sich in den letzten Jahren eine ganze Industrie entwickelt. Am Samstag und Sonntag präsentierten Dienstleister ihr Angebot bei der „Trau dich“-Messe in der Stuttgarter Liederhalle. Von Fotografen über Traurednerinnen bis hin zu DJs waren alle da. Wir haben die aktuellen Hochzeitstrends für 2026 gesammelt.
Modisch setzen Paare wieder vermehrt auf ein edles und klassisches Auftreten. So wollen viele Bräute 2026 schlichte Kleider und eine baskische Taille, die auch als V-Taille bekannt ist. Wenn Spitze verwendet wird, dann vor allem französische Spitze, die sehr zart daherkommt, erklärt Bernadette Juvy vom Böblinger Brautatelier Zaubermomente. In ihrem Geschäft sind alle Kleider aus zweiter Hand oder eigene Kreationen. „Uns bleiben aber auch Trends aus dem letzten Jahr erhalten“, sagt die Store-Leiterin. So zum Beispiel 3D-Applikationen, Korsagen oder Zweiteiler, die man nach dem Baukastenprinzip beliebig zusammenstellen kann: Hose, Rock und Oberteil.
Kollege Maurice Ritter von Bleye sieht auch bei den Männern einen Trend zum schicken Kleidungsstil. Anzugsschuhe statt Sneaker, Fliege statt Krawatte und ein Smoking anstelle eines einfachen Anzugs. Beliebt seien zudem Erdtöne und Pastellfarben. „Ein Dreiteiler kostet bei uns zwischen 500 und 1000 Euro“, so der Verkäufer. Anders als die Kleider sind die Anzüge Neuware.
Dekoration trifft auf Nachhaltigkeit
Das Böblinger Unternehmen verleiht zudem Hochzeitsdeko – ein eher seltener, aber bei Paaren beliebter Service. „Extra für die Hochzeit gekaufte Vasen, Kerzenhalter und Lichterketten verstauben danach im Keller, das ist nicht nachhaltig“, weiß Verkäuferin Annika Podlech. „Bei uns können die Paare ihre Wunschdeko donnerstags abholen, samstags damit feiern und sie am Montag wieder zurückbringen.“ In diesem Jahr liegen zwei Deko-Konzepte im Trend: entweder schlicht in Grün und Weiß oder sehr bunt in Rosa, Gelb, Orange oder anderen Pastelltönen.
Suche nach Location als schwierigste Aufgabe
Eine Entwicklung hin zu kleineren, aber stilvolleren Hochzeiten beobachtet auch Christina Pantermehl aus Korntal. Sie ist seit zehn Jahren Traurednerin und Hochzeitsplanerin. Die gelernte Eventmanagerin stieg in das Hochzeitsgeschäft ein, nachdem viele ihrer Freunde heirateten und sie sich auf den Partys immer wieder dachte: „Diese Hochzeit hätte ich besser planen können.“ Paare sollten laut ihr mindestens ein Jahr im Voraus damit anfangen, ihren großen Tag zu planen. Die Suche nach dem geeigneten Austragungsort sei dabei am schwierigsten.
Dies bestätigt auch eine Angestellte des Bürgerzentrums Waiblingen. Das Bürgerzentrum bietet verschiedene Räume an, in denen getraut oder gefeiert werden kann – zum Beispiel im städtischen Gewölbekeller oder im Trauzimmer des Waiblinger Standesamts. Auch hier lohnt sich eine Anfrage bereits mindestens ein Jahr im Voraus.
Der passende Instagram-Auftritt zum Fest – Kostenpunkt 3000 Euro
Ein eigener Fotograf gehört mittlerweile zum festen Repertoire auf Hochzeiten. Doch wer besonders fortschrittlich unterwegs ist, setzt auf ein ganzes Videoteam. Veronika Klatt arbeitet für die Stuttgarter Videoproduktionsfirma Filmico, die unter anderem bei Hochzeiten tätig ist. „Wir bieten ein Paket mit drei Videos an: ein langes Video, einen Trailer und ein Reel, das später zum Beispiel auf Instagram gepostet werden kann.“ Bis zu zwölf Stunden begleitet ein Medienteam dafür das Brautpaar an ihrem Fest. Ungefähr 3000 Euro kostet das.
Tischdeko ist in diesem Jahr gerne weiß und grün. Foto: IMAGO/imagebroker
Sind Trauung und die anschließende Party überstanden, wollen viele Paare erst einmal weit weg und sich vom ganzen Stress erholen, weiß Alena Grünther vom Ludwigsburger Reiseunternehmen Karawane. Wer nach der Hochzeit noch Geld übrig hat, fliegt in diesem Jahr besonders gerne nach Südafrika in die Flitterwochen. Auch Klassiker wie die Seychellen und Mauritius sind nach wie vor beliebt. Damit sich der weite Flug lohnt, empfiehlt Grünther mindestens drei Wochen Urlaub.